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Die Bundestagswahl im Radio
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Kein Duell - aber auch kein Duett |

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Von Horst Müller
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Eine Woche nach dem viel kritisierten "TV-Duell" zwischen Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier treten Kanzlerin und Herausforderer am kommenden Sonntag im Radio indirekt gegeneinander an. Beim "Finale im Radio" trägt radio NRW-Nachrichtenchef Marc Weiß eine besondere Verantwortung.
(16. September 2009) - Das wird sicherlich keine leichte Aufgabe für Marc Weiß. Am Freitag trifft sich der Nachrichtenchef von radio NRW in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Frank-Walter Steinmeier zu jeweils getrennten Interviews, die dann am kommenden Sonntag von insgesamt 28 Privatsendern sowie den Lokalstationen in NRW als "Das Finale im Radio" ausgestrahlt werden. Beide Gesprächspartner sollen jeweils 30 Minuten "Redezeit" erhalten, wobei der Kanzlerin die Entscheidung darüber vorbehalten bleibt, ob sie vor oder nach ihrem Kontrahenten "ausgestrahlt" wird.
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Zur Person |
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Marc Weiß (39) ist seit 2003 Nachrichtenchef von radio NRW, dem Mantelprogramm der Lokalradios in Nordrhein-Westfalen. Erste Erfahrungen im Journalismus sammelte er bereits während seines Studiums der Kommunikationswissenschaften ab 1992 als Mitarbeiter für Lokalzeitungen in Duisburg und Moers. Nach einer Hospitanz beim NDR-Fernsehen in Hamburg begann er 1994 seine Radiokarriere als freier Mitarbeiter für private Stationen sowie für das öffentlich-rechtliche WDR-Jugendprogramm 1LIVE. Seit dem Jahr 2000 ist Marc Weiß bei Radio NRW - zunächst als Volontär, dann als News-Anchor und Moderator von Sendungen wie der "Infothek". Im Jahr 2003 wurde Marc Weiß zum Nachrichtenchef im Oberhausener Funkhaus berufen. |  |
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Die Bürde für Weiß ist vor allem deswegen besonders groß, weil das "TV-Duell" mit den Spitzenkandidaten von CDU/CSU und SPD am vergangenen Sonntag bei Zuschauern und Medienkritikern weitgehend durchfiel. Die Presse war sich in der negativen Beurteilung nahezu einig und kritisierte im Anschluss vor allem die beteiligten Moderatoren der vier größten deutschen Fernsehsysteme ARD, ZDF, RTL und Sat.1: "Plasberg war arrogant, Illner unsäglich", schrieb beispielsweise "Zeit-Online". Der Medienwissenschaftler Robin Meyer-Lucht kam im Online-Portal "Carta" zum Fazit "Der TV-Journalismus hat verloren". "Bild" sah ein "Kuschel-Duell statt Wahl-Kampf" und titelte in der Montagsausgabe "Yes, we gähn!"
Marc Weiß will es besser machen
Marc Weiß will es für die erwarteten 15 Millionen Radiohörer am kommenden Sonntag besser machen. Gegenüber den TV-Kollegen sieht er sich in der "komfortablen Situation", dass er sich "nicht gegenüber anderen profilieren muss", sondern sich vollends auf seine Gesprächspartner konzentrieren kann. Die Kanzlerin kennt er bereits persönlich - Angela Merkel hatte er schon vor der Bundestagswahl 2005 interviewt. Bei Frank-Walter Steinmeier erwartet er Parallelen zu seinem Interview mit Gerhard Schröder vor vier Jahren. Der habe "durch eine kumpelhafte Art versucht, mich für sich einzunehmen - was ihm jedoch nicht gelungen ist". Weiß gehört schließlich zu den profiliertesten deutschen Radiojournalisten, hat reichlich Erfahrung in Interviews mit hochrangigen Politikern. Zuletzt interviewte er im laufenden Bundestagswahlkampf Renate Künast, die Spitzenkandidatin der Grünen, für Radio NRW.
Das Manko, nicht beide Spitzenkandidaten zusammen interviewen zu können, will Marc Weiß durch gezielte Fragen, die "über die üblichen Wahlkampfthemen wie Arbeitsmarkt, Steuerpolitik und Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr hinausgehen" mehr als ausgleichen. Reichlich "Munition" für seine Interviews erhielt der Radiojournalist nach eigenen Angaben von interessierten Hörern. Die beteiligten Stationen hatten im Vorweg dazu aufgerufen, Fragen an Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier per E-Mail einzusenden. "Daran haben sich überraschend viele Hörer beteiligt", freut sich Weiß. Mit welchen Themen er am Freitag in Berlin seine Gesprächspartner "überraschen" wird, will der 39-Jährige allerdings im Vorweg nicht verraten: "Die Pressestellen der Parteien verfolgen akribisch jede Veröffentlichung" - dann wäre seine "Munition" in der Tat schon "verschossen", bevor die Interviews überhaupt begonnen haben. Marc Weiß ist sich sicher, dass zwar "kein Duell", dafür im Gegensatz zum "TV-Duell" aber auch "kein Duett" mit Merkel und Steinmeier am Sonntagvormittag ab 10 Uhr zu hören sein wird.
"Das Finale im Radio" wird von radio ffn in Niedersachsen und radio NRW, dem Mantelprogramm der nordrhein-westfälischen Lokalsender, stellvertretend für die beteiligten Stationen organisiert. Ina Tenz, Programmdirektorin von radio ffn, sieht in dem eher ungewöhnlichen Sendeformat durchaus auch eine Servicefunktion für die Hörer: "Die deutschen Privatradios werden auch im September 2009 ihre Verantwortung als Vermittler
von Politik wahrnehmen und im aktuellen Wahlkampf einen Beitrag dazu leisten, dass unsere
Hörerinnen und Hörer gut informiert und vorbereitet zur Wahl gehen können." Kollegin Elke Schneiderbanger von radio NRW ist sich sogar sicher, dass mit der Ausstrahlung der Interviews im Radio "auch diejenigen Menschen angesprochen werden, die von den entsprechenden TV-Formaten und anderen Angeboten nicht zu erreichen sind".
Nun wird es vor allem von radio NRW-Nachrichtenchef Marc Weiß abhängen, ob "das Finale im Radio" zum Erfolg für die beteiligten Privatsender wird. Dieser Verantwortung ist er sich durchaus bewusst. Dennoch wirkt Weiß am Ende unseres Gesprächs drei Tage vor Aufzeichnung der Interviews mit Merkel und Steinmeier erstaunlich gelassen: "Aufgeregt bin ich nicht, aber sehr angespannt."
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Kanzlerkandidaten am Sonntag im Radio
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MERKEL gegen STEINMEIER Das "Finale im Radio" wird am Sonntag, 20. September 2009, nahezu bundesweit von 28 Privatsendern sowie den Lokalstationen in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt. Lediglich aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beteiligen sich keine Stationen an der gemeinsamen Aktion. Als allgemein verbindlicher Beginn der Sondersendungen wurde 10.00 Uhr angekündigt. Ob die jeweils 30 Minuten langen Interviews mit Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier "am Stück" oder innerhalb von längeren Magazinen gesendet werden, bleibt den einzelnen Stationen vorbehalten. Beteiligte Sender
(nach Bundesländern) : R.SH (Schleswig-Holstein), Radio Hamburg, alster radio 106!8 rock ´n pop, Oldie 95 (Hamburg), Hit-Radio antenne Niedersachsen, radio ffn, RADIO 21 (Niedersachsen), radio NRW - Lokalstationen (Nordrhein-Westfalen), Hit Radio FFH (Hessen), RPR1 (Rheinland-Pfalz), Radio Regenbogen, Hit-Radio ANTENNE 1, Radio 7, die neue welle, baden.fm, Radio Seefunk, DONAU 3 FM (Baden-Württemberg), ANTENNE BAYERN, Radio Euroherz, Radio Plassenburg (Bayern), 104.6 RTL, Berliner Rundfunk 91!4, 94.3 rs2, 105´5 Spreeradio (Berlin/Brandenburg), radio SAW, 89.0 RTL (Sachsen-Anhalt), RADIO PSR (Sachsen), ANTENNE THÜRINGEN, LandesWelle Thüringen (Thüringen).
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Kanzlerkandidaten am 20. September im Radio |
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Beteiligte Sender
(nach Bundesländern): R.SH (Schleswig-Holstein), Radio Hamburg, alster radio 106!8 rock ´n pop, Oldie 95 (Hamburg), Hit-Radio antenne Niedersachsen, radio ffn, RADIO 21 (Niedersachsen), radio NRW - Lokalstationen (Nordrhein-Westfalen), Hit Radio FFH (Hessen), RPR1 (Rheinland-Pfalz), Radio Regenbogen, Hit-Radio ANTENNE 1, Radio 7, die neue welle, baden.fm, Radio Seefunk, DONAU 3 FM (Baden-Württemberg), ANTENNE BAYERN, Radio Euroherz, Radio Plassenburg (Bayern), 104.6 RTL, Berliner Rundfunk 91!4, 94.3 rs2, 105´5 Spreeradio (Berlin/Brandenburg), radio SAW, 89.0 RTL (Sachsen-Anhalt), RADIO PSR (Sachsen), ANTENNE THÜRINGEN, LandesWelle Thüringen (Thüringen). |
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Die Wahl im Radio |
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"Kanzlercheck" der ARD-Jugendradios
Die Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Frank-Walter Steinmeier live in den jungen Radios der ARD, zeitgleich zu hören in ganz Deutschland, konfrontiert mit den Fragen junger Radiohörer. Mit dem "Kanzlercheck" wurde diese besondere Art der politischen Berichterstattung möglich. Dafür schalteten die neun jungen Radios der ARD - Bremen4, DASDING, FRITZ, MDR Sputnik, NJoy, on3-radio, YouFM, 103.7UnserDing und 1LIVE - eine Stunde lang ihre Programme zusammen. Die Zuhörer konnten die Kanzlerkandidaten per Telefon, Mail, SMS, Audio, Video oder über verschiedene Soziale Netzwerke direkt befragen. Moderiert wurden die Sendungen von 1LIVE-Moderator Michael Dietz. Wer das ganze verpasst hat, schaut einfach auf die Onlineseiten der ARD-Jugendradios oder bei 1LIVE. Dort gibt es Nachberichte, Video- und Audiomitschnitte der "Kanzlerchecks" zum Download. |
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Journalisten-Preis zur Bundestagswahl 2009 |
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W(ahl)-Award 09
Mit der Wahl gewinnen - im Blatt und auf dem Sender. Das Beste zur Wahl wird auch 2009 ausgezeichnet. Mit dem Journalisten-Preis "W(ahl)-Award 09" prämiert die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb zum 3. Mal Sendeminuten, die bis zum Schließen der Wahllokale am 27. September 2009 im Radio ausgestrahlt wurden und der Demokratie hörbar gut tun. Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2009. Alle Infos und das Bewerbungsformular unter: www.hoerfunker.de/journalistenpreis |
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