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Dossier bpb.de

Dossier: Stadt und Gesellschaft

Glossar

Inhalt
Segregation
Soziale Kontrolle
Sozialraum
Soziale Stadt
Segregation

Der Begriff der Segregation bezeichnet in Verwendungszusammenhängen der sozialwissenschaftlichen Stadtforschung die ungleiche Verteilung von gesellschaftlichen Gruppen im (städtischen) Raum. Ihr Ausmaß kann mit Segregations-Indicies gemessen und beschrieben werden.

Als Ursachen der Ungleichverteilung diskutiert die sozialwissenschaftliche Stadtforschung verschiedene Formen der gewählten oder unfreiwilligen gesellschaftlichen Differenzierung. Segregation wird sowohl als das Ergebnis einer bewussten und freiwilligen Wohnstandortwahl als auch als die Konsequenz ungleich verteilter Durchsetzungschancen auf dem (städtischen) Wohnungsmarkt beurteilt. Segregation kann somit als der verräumlichte Ausdruck sozialer Ungleichheit und/oder als das Abbild gesellschaftlicher Diskriminierungen im (städtischen) Raum betrachtet werden.

Die Auswirkungen unfreiwilliger Segregation werden in einer Summierung sozialer Problemlagen und in davon ausgehenden Einschränkungen der Lebenschancen und Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen vermutet. Segregation entlang den Mustern der gesellschaftlichen Macht- und Sozialstruktur wird damit als eine Form zusätzlicher Benachteiligung und als Verstärkung der bestehenden Formen sozialer Ungleichheit beschrieben.

Die sozialwissenschaftliche Beobachtung von die soziale Benachteiligung verschärfenden Segregationseffekten ist Argument und Ausgangspunkt für an normative Leitbilder eines "guten Zusammenlebens" gebundene sozialpolitische Strategien der Desegration.


09. Juli 2007


 
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