Dossierbild Afrikanische Diaspora
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Das Jugendprojekt "Blite"

Eine Quartalszeitschrift von Schwarzen Jugendlichen


10.8.2004
Ein Sprachorgan der Schwarzen Community in der deutschen Gesellschaft ist ein wichtiges Instrument, um dem Rassismus wirkungsvoll zu begegnen. Die Zeitung "Blite" möchte Jugendlichen politisch brisante Themen verdeutlichen, die Darstellung von Schwarzer Geschichte kritisch hinterfragen, aber auch Tipps für kulturelle Events liefern.

Edition No. 1/2002 © BliteAusgabe 1/2002 (© Blite)

"Am Anfang war das Wort"



Kommunikation ist ein notwendiges Mittel, um eine gesellschaftliche Struktur aufrecht zu halten. Soziale Beziehungen kommen ohne Kommunikation nicht aus. Je differenzierter die Art der Kommunikation ist, desto höher wird das intellektuelle Potenzial einer Gesellschaft eingeschätzt. Insofern nehmen Medien in der modernen Gesellschaft schon lange einen sehr hohen Stellenwert ein.

Durch den Cyberspace hat die Kommunikation einen Grad an Schnelligkeit erreicht, der in Minuten Informationen über weite Strecken an ein massenhaftes Publikum bringen kann. Gerade die Geschwindigkeit der Verbreitung von Informationen birgt aber auch die Gefahr, dass diese schnell überholt oder oberflächlich recherchiert sind.

Warum eine Zeitung von Schwarzen Menschen und warum von Schwarzen Jugendlichen?



Redaktionsteam der Zeitschrift "Blite".Redaktionsteam der Zeitschrift "Blite". (© Oliver G. Seifert)
Schwarz-Sein ist in Deutschland nicht der "Norm" entsprechend, also für einen großen Teil der weißen Gesellschaft nicht "normal". Dies findet seinen Ausdruck in der Diskriminierung im alltäglichen Leben sowohl in subtiler, als auch in offener Form, in Diffamierung in der Werbeindustrie und im Reden und Handeln der politischen Elite des Landes.

Ein Sprachorgan der Schwarzen Community in der deutschen Gesellschaft ist ein wichtiges Instrument, um diesen gesellschaftlichen, historisch fest verwurzelten Irrungen entgegenzuwirken. Die Arbeit mit Jugendlichen ist dabei sehr entscheidend, weil diese die Sichtweisen und die Sprache ihrer Altersgenossen selbst verkörpern. Somit ist eine Möglichkeit gegeben, Einfluss auf die heranwachsende Gesellschaft zu nehmen und einen Teil zur humanistischen, politischen Grundbildung der Jugendlichen beizutragen.

"Blite" als Beitrag zum Antirassismus



Edition No. 2/2002 © BliteAusgabe 2/2002 (© Blite)
Mit der Initiierung des Projekts "Blite" im September 2001 habe ich absichtlich auf das Printmedium Zeitung gesetzt. Zwar scheint es im Gegensatz zu den "modernen" Kommunikationsmöglichkeiten und der allgemeinen Annahme zu stehen, dass Jugendliche vorwiegend im Internet unterwegs seien, um sich auszutauschen und damit dem auf Papier gedruckten Wort eine Absage erteilen, aber gerade hier sollte mein Ansatz sein. Die Zeitung bietet – meiner Überzeugung nach – ein gutes Medium, was die Nachhaltigkeit und die intensive Auseinandersetzung mit dem Gegenstand des Artikels betrifft sowohl auf der Seite des Autors als auch auf der Seite der Rezipienten. Mein Anliegen war und ist es, die jungen Redakteure mit ihrer Schwarzen Deutschen Geschichte stärker vertraut zu machen und durch sie diese Geschichte zu den jugendlichen Lesern zu bringen.

Deutschland schaut auf eine mehr als 400 Jahre alte Verbindung mit dem Kontinent Afrika zurück, auch oder gerade wenn diese Beziehungen oft extrem gewalttätig waren, ist diese Geschichte nicht zu leugnen. Auf der Spurensuche begegnen die Jugendlichen Zeugnissen aus der Historie und der Gegenwart, die nicht unbedingt aus den Schulgeschichtsbüchern zu erfahren sind. Mit der Weitergabe der Recherchen über Schwarze Kultur in Deutschland, die inzwischen eng mit der alltäglichen Kultur verbunden ist, leistet das Projekt "Blite" einen Beitrag zum Antirassismus. "Blite" ist das einzige Printmedium, das Jugendlichen mit afrikanischem Background in Deutschland die Möglichkeit gibt, ihre Erfahrungen und Meinungen einem breiten Publikum mitzuteilen.



 

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