Kindermedienkonferenz 2009

11.2.2010 | Von:
Anke Hildebrandt

Wer sagt mir, was gut ist? - Orientierung und Service

Arbeitsgruppe 2

Wie orientieren sich Kinder, Eltern und Lehrer im World Wide Web? Was sind ihre Informationsquellen? Was für Qualitätskriterien und -standards gibt es für Kinderseiten? Die Diplom-Pädagogin Anke Hildebrand bot Orientierung und Service.

Anke HildebrandtAnke Hildebrandt


Vortrag: Anke Hildebrandt, Medienpädagogin, KIDSville Redaktionsbüro
Moderation: Inge Seibel-Müller, freie Journalistin






Leitfragen und Fakten zum Thema



Angebotsvielfalt – Informationsdschungel

  • World Wide Web im Aufschwung
  • Angebote für Kinder: Anzahl und Vielfalt wächst
  • Weite Bandbreite mit Anbietervielfalt, Themenvielfalt, Formatsvielfalt (Spielseiten, Suchmaschinen, Portale, Online-Magazine, Mitmachseiten, Informationsseiten, Internetauftritte von Verlagen, Fernsehsendern, Wirtschaft, Vereinen, Unis, Museen, Privatanbietern, Kindern selbst)
  • Durchblick fällt schwerer (Kindern, Eltern, uns)
  • Um sich in der multimedialen Welt zurechtzufinden:
    • Unterscheiden können, was "gut" ist.
    • Wissen, wo ich suche und wer mir dabei hilft

Wo und wie orientieren sich Kinder? Eltern? Lehrer?

Was sind ihre Informationsquellen? Wie stoßen sie auf Internetseiten für Kinder?
  • Peers – Freunde, die von Seiten erzählen
  • Schulprojekte: Über Lehrer, lassen Kinder auf Seiten stoßen
  • Eltern: Vorbildfunktion und Hinweise, z.B. aus Broschüren
  • Medien, z.B. Fernsehen: Sender und Sendungen, die auf´s Netz verweisen
  • Im Alltag, z.B. auf Produkten (Ü-Ei, Kelloggs und Co.)
  • Im Internet selbst:
  • Über eigene Rechercheversuche: Adressen eingeben (heikel Tippfehler); Google-Suche (Problem: Erwachsenensuche, beste Treffer sind nicht immer oben, Ranking undurchschaubar für Kinder, zu viele Treffer)
  • Über Vernetzung und Kindersuchmaschinen
Wer sagt mir, was gut ist?
Wer sagt mir, was gut ist?

Wer sagt mir, was gut ist? Was sind "gute" Kinderangebote?

  • Wie sieht ein gutes Kinderangebot aus?
  • Was bedeutet "gut"? Gut zum Spielen? Zum Lernen? Zum Recherchieren? "Gut"?
  • Gut aus Sicht der Eltern, der Lehrer, der Kinder, der Macher? Es wird ganz unterschiedliche Ergebnisse geben.
  • Was nutzt das beste Kinderangebot, wenn es die Kinder nicht nutzen?
Ist eine Seite kind- und altersgerecht? Wie schätzt man ein, ob eine Seite gut ist?

Qualitätskriterien und -standards – ein heikles Thema

Versuch einer vorsichtigen Annäherung zur Diskussion:
  1. Unverzichtbare Kriterien
  2. Mögliche Kriterien
1. Unverzichtbare Kriterien – Mindeststandards
  • Jugendschutz (z.B. Inhalte Rassismus, Porno, Verlinkungen – keine Entwicklungsbeeinträchtigung oder Gefährdung!)
  • Sicherheit, z.B. Moderation (Foren, Chats, Mitmachmöglichkeiten)
  • Datenschutz (Umgang mit persönlichen Daten: nur die nötigsten Daten abfragen, keine öffentliche Anzeige persönlicher Daten wie Adresse oder E-Mail; Schutz persönlicher Daten, Mitmachmöglichkeiten ohne Adressangabe, kein Ausschluss)
  • Aktualität (veraltete, überholte Inhalte, broken oder changed Links)
  • Anbieterkennung/ Impressum
2. Weitere Kriterien
  • Kindgerechte, altersgemäße Inhalte und Themen
  • Kindgerechte Aufbereitung (Text, Struktur, Ansprache)
  • Aufbau der Seite, Navigationsführung, Orientierung
  • Zugang: Club, Anmeldung, Registrierung, freier Zugang zu (allen?) Inhalten
  • Interaktivität (aktives Mitmachen, Stichwort Medienkompetenz)
  • Aktualität in Bezug auf aktuelle Ereignisse
  • Barrierefreiheit, Zugang
  • Hilfe-Button, Kontakt zur Redaktion
  • Form und Umfang von Moderation (vorab, Kontrolle, Einwilligung der Eltern etc.)
  • Anbieter und Ziele – Wer steht hinter der Seite? Welches Ziel verfolgt eine Seite?
Geschmacksfragen
Multimediale Aufbereitung (Multimedia, Visuelles, Video, Audio) Feedbackmöglichkeiten und Feedback selbst: Statistiken (Besucher- und Klickzahlen); Bewertungen, Kommentare, Zuschriften über Kommunikationskanäle)
Die Arbeitsgruppe 2Die Arbeitsgruppe 2

Grundsätzlich:
  • die Perspektive der Kinder einnehmen und nachvollziehen, daran misst sich, ob eine Seite "gut" ist!
  • "Werden die Themen, die Kinder bewegen, verständlich, sicher und attraktiv aufbereitet?"
  • Das Zusammenspiel einzelner Kriterien ist auch wichtig. Eine reine Spielseite eines Produkts zur Vermarktung wird hohe Klicks haben.


  • Online-Angebot

    HanisauLand.de

    HanisauLand ist das Land der Hasen, Nilpferde und Wildsauen und zugleich Handlungsort eines bpb-Projektes: Hier erfahren Kinder, wie das Zusammenleben in einer Demokratie funktioniert. Comicgeschichten, ein großes Politiklexikon mit Fragemöglichkeit und viele weitere Angebote helfen Politik zu verstehen.

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