Das Netz ist lokal

Qualitätsjournalismus schafft neue Angebote

16.8.2011
Facebook, Xing, Twitter, Blogs, Bürgerforen – Informationen werden heute auf vielen Plattformen verbreitet. Für Zeitungsredakteure im Lokalen eine brisante Lage: Plötzlich treten neue Konkurrenten auf, die lokale Nachrichten auf eigenen Kanälen anbieten. Wenn Lokalredaktionen nicht bewusst Teil dieser neuen Medienwelt werden, fehlen sie auf dem "Marktplatz", auf dem Informationen gehandelt werden.

Das Modellseminar fand vom 15. bis 19. November 2010 in Augsburg statt.

Facebook, Xing, Twitter, Blogs, Bürgerforen – Informationen werden heute auf vielen Plattformen verbreitet. Für Zeitungsredakteure im Lokalen eine brisante Lage: Plötzlich treten neue Konkurrenten auf, die lokale Nachrichten auf eigenen Kanälen anbieten. Wenn Lokalredaktionen nicht bewusst Teil dieser neuen Medienwelt werden, fehlen sie auf dem "Marktplatz", auf dem Informationen gehandelt werden.

Konzepte, mit denen Lokalredaktionen diese Welten jenseits von Zufallsvideos und Bildergalerien erobern können, sind rar. Deshalb erarbeiten die Teilnehmenden im Seminar Ideen, um diese neuen Möglichkeiten gezielt in den redaktionellen Alltag einzubinden. Das Seminar zeigt, wie man lokal systematisch twittert, sich Facebook und Co. zu Nutze macht, glaubwürdig bloggt und Leser aktiv in die Recherche einbezieht. Ziel sind lokale Web-2.0.-Strategien und damit Entwürfe, mit denen Lokalredaktionen auch im Social-Media-Zeitalter ihre Bedeutung behalten oder sogar steigern können.

Seminarleitung
Lutz Feierabend, Kölner Stadt-Anzeiger
Prof. Dr. Sonja Kretzschmar, Zeppelin University Friedrichhafen


Programm



AG 1: Neue Darstellungsformen



Die Lokalzeitung des Jahres 2020 wird eine andere sein: In den vielfältigen Darstellungsformen des Internet verbergen sich schon jetzt Chancen für Journalisten, Geschichten zu erzählen. Die Arbeitsgruppe analysiert spannende Beispiele und deren Umsetzung im Lokalen. Es entstehen Konzepte zur Nutzung und Verknüpfung dieser Plattformen – auch gekoppelt an das Printprodukt. In der Ideenwerkstatt haben die Teilnehmenden Gelegenheit, fern vom Produktionszwang Neues zu denken und auszuprobieren.

AG 2: Workflow



Workflow, Newsflow, Storytelling – Mit den Fachvokabeln verändert sich die Medienwelt in immer schnellerem Tempo. Nicht ohne Auswirkungen für die journalistische Arbeit. Die Arbeitsgruppe lotet die vielfältigen Medienkanäle lokaler Nachrichten aus: Wie erreicht Lokales künftig den Leser? Welche Genres und technischen Fähigkeiten etablieren sich? Wie passt dies zum Alltag des Lokaljournalisten? Im Mittelpunkt stehen Lösungen, mit denen sich der Spagat zwischen Print- und digitalen Medien meistern lässt.

AG 3: Digitale Recherche



Online-Recherche bedeutet mehr als ein Klick zu Google und Wikipedia. Die Teilnehmenden begeben sich auf die Suche nach Geschichten abseits der üblichen Recherche und lernen, das Potential des Web auszuschöpfen. Wir zeigen, was computergestützte Recherche (Computer Assisted Reporting) leisten kann, was freie Datenbanken Lokalredakteuren bieten und wie man soziale Netzwerke zur Themenfindung einsetzt. Die Gruppe recherchiert zu verschiedenen Themen und stellt neue Angebote auf den Prüfstand.

AG 4: Interaktivität



Auch lokale Informationen kommen durch Soziale Netzwerke in Bewegung. Mediennutzer werden aktiver, möchten zunehmend mitgestalten. Die Arbeitsgruppe ergründet das Potential des Schlagworts "Lokales 2.0". Sie entwickelt redaktionelle Gestaltungsmöglichkeiten für den Dialog mit dem Leser und zeigt, wie diese die Zeitung der Zukunft bereichern.