Tutzinger Radiotage 2009: Qualität als Radio-Strategie
Neue Zukunft für ein altes Medium
17.12.2010
Ziel des dreitägigen Workshops für Journalistinnen und Journalisten im Radio ist die Auseinandersetzung mit der Qualität gegenwärtiger und zukünftiger Programme als Zukunftssicherung des Radios: von der Diskussion des Qualitätsbegriffs über die Qualitätssicherung bis zu den medienpolitischen Rahmenbedingungen. Erfahrene Radioprofis stellen ihre Konzepte zur Diskussion.
Der Workshop fand vom 28. bis 30. Juni 2009 in Tutzing am Starnberger See statt.
Ziel des dreitägigen Workshops für Journalistinnen und Journalisten im Radio ist die Auseinandersetzung mit der Qualität gegenwärtiger und zukünftiger Programme als Zukunftssicherung des Radios: von der Diskussion des Qualitätsbegriffs über die Qualitätssicherung bis zu den medienpolitischen Rahmenbedingungen. Erfahrene Radioprofis stellen ihre Konzepte zur Diskussion.
Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb Bonn,
Fachbereich Multimedia/Journalistenprogramm
in Kooperation mit der
»Akademie für Politische Bildung Tutzing«.
Seminarleitung und Team
- Dr. Michael Schröder, Akademie für Politische Bildung, Tutzing
- Berthold L. Flöper, Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
- Norbert Linke, Hit Radio FFH, Bad Vilbel
- Florian Schwinn, hr2 kultur, Frankfurt am Main
- Inge Seibel-Müller, freie Journalistin
- Michael Thamm, WDR-Studioleiter, Bielefeld
Der Workshop
Radio wird anders - und damit auch die Art, wie wir in Zukunft Radio produzieren. Fast könnte man sagen, es war schon lange nicht mehr so spannend! Es sind vor allem die neuen Vertriebswege und die erst zaghaft genutzten Möglichkeiten der Kommunikation und Interaktion durch die Plattform Internet, die die Radiolandschaft verändern. Die Nachfrage von Internetstreams und Podcasts wächst. Hörer suchen im Netz nach Nischen, die die Mainstreamprogramme der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender "on air" nicht - oder nicht mehr - bedienen. Jahre lang haben die UKW-Unterhaltungsprogramme sich gegenseitig kopiert. Als Dank für den akustischen Gleichklang und die Austauschbarkeit wurde den Sendern der Stempel "Dudelwellen" und "Nebenbeimedium" aufgedrückt. Immer kürzer mussten die Wortbeiträge werden, immer reduzierter die Darstellungsformen, immer glatter die Moderationen. Verloren gingen mit den Alleinstellungsmerkmalen vor allem die positiven Imagewerte und ein großer Teil der jüngeren Hörer.
Wie holen wir sie zurück? Mit der gesicherten Qualität des Programms! Was aber ist Qualität im Radio? Ob wir Qualität tatsächlich nur bei einem höchst aufwendig produzierten Wortprogramm finden oder ob es gerade eine perfekte akustische Folie zum Nebenbeihören sein kann, dies werden Sie gemeinsam mit Radiopraktikern und Medienfachleuten im Workshop erörtern. Wir wollen Lösungen finden, wie wir Qualität herstellen und sichern. Dabei wird es genauso um das Optimieren der Wortinhalte wie um das Fördern der Persönlichkeit der Moderatoren gehen. Best-Practice-Beispiele sollen uns helfen zu definieren, was ein Qualitätsprogramm ist und welche medienpolitischen Rahmenbedingungen Programmmacher dafür brauchen.
Die Inhalte
- Qualität im Radio - was verstehen wir darunter, wie stellen wir sie her? Hat das Radio im Quotenkampf die eigenen Stärken vergessen? Rückbesinnung mit dem Blick nach vorn.
- Die Medienpolitik - Gegner von Qualitätsradio? Medienpolitiker diskutieren über technische Verbreitungswege und den Zeitpunkt der UKW-Abschaltung. Wo findet Medienpolitik statt, die dem Radio bei der Qualitätssicherung hilft? Ein Kamingespräch mit "Medien-Köpfen".
- Qualitätssicherung und Monitoringsysteme im Redaktionsalltag - Leitbild oder Leidbild? Von Qualitätsgrundlagen, Leitlinien und Personalmanagement.
- Social Media und "user generated content" im Radio. Vom Umgang mit der Community über Twitter zu den Rückkanälen. Viele neue Impulse fürs Programm.
- So tickt die Wahl: Viele Tipps und O-Töne für unterhaltsame und informative Wahlberichte im Radio.
- Talentschmiede Campusradio - Hochschulradios als Kreativbörse für neue Formate, Experimente und Stimmen.
Referentinnen und Referenten (bereits zugesagt)
- Ursula Daalmann, Redakteurin "Hallo Ü-Wagen", WDR
- Rainer Dachselt, Radiomacher und Kabarettist
- Marc Jan Eumann, MdL von Nordrhein-Westfalen, Vorsitzender der SPD-Medienkommission in Berlin, Mitglied im WDR-Rundfunkrat Köln
- Andreas Heine, Chefredakteur Radio MK
- Hans-Dieter Hillmoth, Geschäftsführer und Programmdirektor der Radio/Tele FFH
- Konrad Kuhnt, Chefredakteur RBB, radioBERLIN 88,8
- Volker Lilienthal, verantwortlicher Redakteur, epd Medien
- Michael Praetorius, Leiter Online Antenne Bayern
- Michael Reichert, SWR Medienforschung
- Fee Rojas, ARD-ZDF Medienakademie
- Petra Tabeling, Dart Center Journalismus und Trauma
- Reinhard von Struve, Nachrichtenmagazin WDR2
- Ursula Wienken, Geschäftsführerin der workMedienQualifizierung GmbH, Akademie für Hörfunk und Medien, Köln
weitere Inhalte:
- Allerlei Familienbande
- Freiheitsrechte - grenzenlos?
- Gesundheitspolitik - Ende der Solidarität?
- Grundrechte - Mädchen und Jungen sind gleichberechtigt
- Grundrechte: Grundsätzlich gemeinsam, friedlich und gerecht
- Grundrechte: Meine Freiheit, deine Freiheit
- Grundwissen Wirtschaft: Super-, Floh- und andere Märkte
- Nachhaltige Entwicklung
- Sport und (Welt-) Politik
- Stichwort Antisemitismus
