Wir haben den Durchblick - Wahlen als Herausforderung für Lokalredaktionen
Workshop für Lokalredaktionen zum Thema Wahlen
17.12.2010
Im Wahljahr 2009 stehen Journalistinnen und Journalisten vor zahlreichen Aufgaben: Die Zeitung hat den Auftrag, über die Wahlen zu informieren. Sie soll den Bürgern beim Orientieren und Entscheiden helfen – ohne sie zu bevormunden. In diesem Workshop werden Lösungskonzepte erarbeitet, mit denen Lokalredaktionen diese Aufgaben umsetzen können.
Der Workshop für Lokalredaktionen zum Thema Wahlen fand vom 16. bis 18. Februar 2009 in Leipzig statt.
Im Wahljahr 2009 stehen Journalistinnen und Journalisten vor zahlreichen Aufgaben: Die Zeitung hat den Auftrag, über die Wahlen zu informieren. Sie soll den Bürgern beim Orientieren und Entscheiden helfen – ohne sie zu bevormunden. In diesem Workshop werden Lösungskonzepte erarbeitet, mit denen Lokalredaktionen diese Aufgaben umsetzen können. Denn in Wahlkampfzeiten brauchen Journalisten besonderes Einschätzungsvermögen: Bei Parteiveranstaltungen, Ministerbesuchen beim örtlichen Kandidaten oder im Umgang mit Leserbriefen und Blogs. Lokaljournalisten sind im besten Falle Wächter und Kontrolleure der Mächtigen. Sie erhalten die Demokratie dort lebendig, wo sie mit ihren Institutionen den Menschen am nächsten ist und sich die Bürgerinnen und Bürger einmischen können und sollen.
Ihre Teilnahme zugesagt haben
- Prof. Dr. Susanne Fengler, Universität Dortmund
- Prof. Dr. Wolfgang Sander, Universität Münster
- Jana Klameth, Sächsische Zeitung
- Dr. Anita Kecke, Leipziger Volkszeitung
- Andreas Heine, Radio MK, Iserlohn
- Michael Sagurna, Staatsminister a.D.
- Meigl Hoffmann, Kabarettist
- Bernd Serger, Badische Zeitung, Freiburg
- Dr. Berthold Hamelmann, Neue Osnabrücker Zeitung
Die jungen Leser – Wählen gehen, nein danke!
Immer mehr Menschen verzichten auf den Gang zur Wahlurne – potenzielle Jung- und Erstwähler oft noch mehr als andere Gruppen. Liegt's an "der Politik", an "den Politikern"? Oder vermiesen "die Medien" jungen Männern und Frauen die Lust am Wählen, wenn sie das Thema stereotyp und langweilig abhandeln? Überraschende und freche Geschichten sind gefragt, die zum Mitmachen einladen. Unter dem Motto "Jugend wählt" entwickelt die Arbeitsgruppe einen Baukasten, aus dem Print- und Onlineredaktionen originelle Bausteine und pfiffige Ideen herausgreifen können. Neben der crossmedialen Herangehensweise an das Thema "Wählen" liegt ein weiterer Schwerpunkt auf Aktionen für junge Leser und User.
Arbeitsgruppe 2
Ein anderer Weg – originelle Ideen statt Bewährtes
Das Wahljahr 2009 wirft seine Schatten voraus, das Pflichtprogramm für die Redaktionen steht mehr oder minder fest – war da noch was? Etwas Lustiges, Unerwartetes, etwas, das Leserinnen und Leser für Wahlberichterstattung begeistert? Und etwas nebenbei auch noch den Autorinnen und Autoren Spaß macht? In dieser Arbeitsgruppe suchen wir nach solchen Geschichten. Wir schauen uns an, auf welche schräge Ideen andere Redaktionen gekommen sind und entwickeln eigene Ansätze. Darfs ein frecher Fragebogen für die Kandidaten sein? Oder ein Würfelspiel, das die Kandidaten ins politische Ziel befördert? Egal was: Spaß soll es machen, aber nicht nur – ein Erkenntnisgewinn für die Leser sollte dabei sein. Jede/r Teilnehmer/in darf eine Idee mitbringen, egal, wie unausgereift sie auch sei. Wir entwickeln diese Einfälle gemeinsam weiter, suchen die praktikabelsten aus und nehmen sie als Sahnehäubchen zur Wahlberichterstattung mit in die eigene Redaktion.
Arbeitsgruppe 3
Wahlkonzepte – vom Pflichtprogramm bis zur redaktionellen Kür
Lange vor den Wahlen hat die Redaktion die Wahl: Lassen sich Journalistinnen und Journalisten von Politikerbesuchen und inhaltslosen Pressemitteilungen treiben und vertreiben damit Leser, oder nehmen sie die Berichterstattung mit einem festen Konzept selbst in die Hand. In der Arbeitsgruppe soll das "Pflichtprogramm" einer Lokalredaktion zur Wahl entwickelt werden: Wie kann ich Themen der Bundestagswahl ins Lokale herunterbrechen? Welche Formen eignen sich, scheinbar komplizierte Themen in die Lebenswelt unserer Leser zu holen? Wie lässt sich Politik lebhaft und informativ darstellen? Auf dieser Basis lässt sich ein Kür-Programm für Redaktionen aufstellen: Dabei werden unterschiedliche Zielgruppen und mediale Darstellungsformen in den Blick genommen. Die Möglichkeiten sind endlos! Und weil Redaktionen keine grenzenlosen Kapazitäten haben, sollten sie die besten Ideen in das Wahlkonzept aufnehmen.
Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Fachbereich Multimedia/Journalistenprogramm
»Medienstiftung der Sparkasse Leipzig«
Seminarleitung
- Berthold L. Flöper, Journalistenprogramm der bpb, Bonn
- Hartwig Hochstein, Medienstiftung der Sparkasse Leipzig
Arbeitsgruppenleitung
- Heike Groll, Assistentin der Chefredaktion, Fränkischer Tag, Bamberg
- Anke Vehmeier, freie Journalistin, Bonn
- Holger Knöferl, Stv. Chefredakteur der Pforzheimer Zeitung
Konzept
Ziel des Workshops ist es, über neue Formen lokaler Politikberichterstattung nachzudenken und wie sie praxisnah umzusetzen sind. Best-Practice-Beispiele aus Redaktionen werden präsentiert. Die Lokaljournalistinnen und Lokaljournalisten aus Tageszeitungen erarbeiten Konzepte, wie die Bürger auch crossmedial erreicht werden können. Ferner nehmen die Teilnehmer/innen die Wahlkampfstrategien der Parteien unter die Lupe.
weitere Inhalte:
- Allerlei Familienbande
- Freiheitsrechte - grenzenlos?
- Gesundheitspolitik - Ende der Solidarität?
- Grundrechte - Mädchen und Jungen sind gleichberechtigt
- Grundrechte: Grundsätzlich gemeinsam, friedlich und gerecht
- Grundrechte: Meine Freiheit, deine Freiheit
- Grundwissen Wirtschaft: Super-, Floh- und andere Märkte
- Nachhaltige Entwicklung
- Sport und (Welt-) Politik
- Stichwort Antisemitismus
