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Video-Interviews
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Jugend und Medien |

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Jugendmedienkonferenz 2004
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Wortbeiträge im Radio? Politik im Fernsehen? Schnell wird abgeschaltet oder weitergezappt. Und die Tageszeitung? Den meisten Jugendlichen ist sie zu grau und zu langweilig.
Gerade die sogenannten "harten Themen", wie Politik, sind k.o.-Kriterien in den Augen vieler Programm- und Zeitungsmacher, die befürchten, damit junge Zuschauer, Hörer und Leser abzuschrecken, anstatt sie zu gewinnen. Denn dass sie Jugendliche erst gewinnen müssen, dass das junge Publikum eben nicht mehr wie selbstverständlich nachwächst, ist mittlerweile eine Binsenweisheit in der Medienbranche.
Doch was wollen Jugendliche eigentlich von Radio und TV? Was wollen sie sehen, was lesen, wann schalten sie nicht ab? Redakteure von Fernsehen, Hörfunk, Zeitungen und Online-Medien diskutierten auf der Jugendmedienkonferenz der bpb über Themen und Formate. Im Video-Interview stellen einige davon ihre Konzepte vor – und manche erinnern sich auch an das Lieblingsmedium ihrer Kindheit und Jugend.
Die Sprache der Straße sprechen
Susanne Wiesner, MTV
Als Musiksender sind Musik und Stars das tägliche Geschäft von MTV. Der Sender hat kein Problem, jugendliche Zuschauer zu erreichen - stehen doch genau diese Kernthemen des Senders auch ganz oben auf der jugendlichen Themen-Hitliste. Dass MTV jedoch mehr ist und dass das Abspielen von Videos nicht ausreicht, erklärt Susanne Wiesner, Leiterin der Abteilung Acquisition & Outsourced Productions im Interview. Die Haltung ist entscheidend. MTV müsse die richtige Sprache sprechen - die der Straße, meint Susanne Wiesner.
Das Nutellabrot unter den Radios
Ulrich Krapp, WDR Eins Live
10 Jahre ist Eins Live in diesem Jahr geworden. Damit ist die Jugendwelle des WDR nicht nur eine der ältesten, sondern auch eine der erfolgreichsten in Deutschland.
Kritiker bemängeln zwar den sinkenden Wortanteil, monieren, dass anspruchsvolle Formate nur am Abend oder in der Nacht gesendet werden, aber immerhin, so die Anhänger des Jugendprogramms, finden sie noch Platz im Sendeschema: Preisgekrönter Talk, ambitioniertes Musikprogramm, Features, Reportagen oder Hörspiele.
Im Interview erklärt Ulrich Krapp, Wortchef und stellvertretender Programmchef, das Eins Live-Erfolgsrezept und was ein Nutellabrot mit Radio zu tun hat.
Jugend sucht neue Felder
Mercedes Bunz, DE:BUG
Jugendkultur sucht sich ihre Nischen. Als die DE:BUG 1997 zum ersten Mal erschien, gab es noch keine Zeitung für "elektronische Lebensaspekte". In diese Lücke ist das Magazin geschlüpft, das Herausgeberin Mercedes Bunz schon immer als ein politisches Medium empfand. Musik und Musiktechnologie, Mode und Lifestyle sind die Themen. Und darüber hinaus alles, was – so steht es auf der Homepage – das "Zusammenwachsen von analogem und digitalem Leben" betrifft. Bunz beschreibt im Interview, was es damit auf sich hat. Außerdem berichtet die Kulturwissenschaftlerin mit den Arbeitsschwerpunkten Popkultur, Kunst, Medien- und Kulturtheorie was im Redaktionsalltag des Berliner Verlags anders läuft.
Schwieriges einfach erklären
Jörg Farys, BUNDJugend / econautix
Umweltschutz ist heute weniger populär als noch vor 20 Jahren – das meint Jörg Farys, Redakteur bei econautix.de, dem Jugend-Umweltportal des BUND. Trotzdem findet das Online-Magazin, das 2002 an den Start ging, seine Nutzer. Denn bundesweit ist es das größte Portal seiner Art. Es ist Treffpunkt für junge Umweltaktivisten, die sich über die Seite informieren, austauschen und vernetzen können. Im Video schätzt Farys aktuelle Trends und Themen ein, berichtet aber auch von Konflikten, die es innerhalb der verschiedenen Jugendgruppen gibt. Besonderes Anliegen seiner Arbeit sei es, Dinge einfach, aber vollständig zu erklären - und den Leuten klar zu machen: "Müll trennen allein reicht nicht aus!".
Die Lücke zwischen Jugend und Politik schließen
Dr. Ulrich Nitschke, NBC GIGA
GIGA – dieser Jugendsender steht in erster Linie für Computer, Spiele und Unterhaltung. Aber im Abendprogramm geht es auch um politische Themen – jeden Tag bei der interaktiven Live-Sendung GIGAreal. Und auch in den Online-Foren – dort diskutieren die User Fragen wie "Wie wird Deutschland in 100 Jahren sein?" oder "Türkei dabei? Pro und Contra zum EU-Beitritt". Viele Anregungen für die Sendungen kommen aus den Foren, sagt Ulrich Nitschke, Mitglied der Geschäftsleitung. Politik sei bei GIGA immerhin Thema Nummer drei - nach Games und Technik. Angefangen habe das am 11. September 2001.
Im Interview berichtet Nitschke vom "Gap" zwischen Jugend und Politik. Und davon, wie man Themen anpacken muss, damit sie bei Jugendlichen ankommen. "Polarisieren", lautet sein Zauberwort.
Jugendradio muss unterhalten
Gunnar Mandler, SWR DASDING
DASDING ist das Jugendformat des SWR – und insofern etwas besonderes, als dass es das erste Multimediaprojekt der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ist. Radio, Fernsehen und Internet, gemacht von einer Redaktion im Alter von durchschnittlich 21 Jahren. Darauf ist Gunnar Mandler, Cheflayouter des mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Formats, stolz. Im Interview erzählt der 31-Jährige, warum sein Herz seit seiner Jugend in der DDR für das Radio schlägt, weshalb Jugendradio per se unterhalten muss, und wieso er froh ist, dass es Künstler wie Moby, Beasty Boys und Max Herre gibt.
Informationen statt Glamour
Kirstin Strunz, Raufeld Medien
Warum lesen immer weniger Jugendliche die Tageszeitung und wie lässt sich das ändern? Was versprechen sich junge Leser überhaupt von der Zeitung?
Fragen, die Kirstin Strunz gut kennt. Zusammen mit der Berliner Zeitung hat sie das Projekt "Jugend und Schule" entworfen, bei dem die Zeitung als Lehrmaterial im Unterricht eingesetzt wird. Die Chance: Die Zeitung kann junge Leser für sich gewinnen - die Schüler dagegen können ein Medium entdecken, das mehr bietet, als ursprünglich gedacht. Dabei hat Kirstin Strunz die Erfahrung gemacht, dass Jugendliche vor allem verlässliche Informationen von ihrer Zeitung erwarten – und keinen Glamour.
Politik im Alltag
Tanja Lay, fluter.de
Als Jugendliche hatte sie "ihr" Format nicht gefunden: Die Wochenzeitung "Die Zeit" war ihr damals zu hoch, die Tageszeitungen dagegen zu platt. Heute macht Tanja Lay, Geschäftsführerin der Berliner Agentur "Redaktion und Alltag", ihr eigenes Jugendmagazin, das Online-Magazin fluter.de, im Auftrag der bpb.
fluter.de hat die Millionen-Grenze bei den Page Impressions mittlerweile überschritten, Tendenz weiter steigend. Lays Erfolgsrezept: Das Leben ist voll von politischen Themen und genau da muss man sie suchen und anpacken. Im Interview beschreibt sie, welche Projekte bei der Community besonders gut ankamen, wie sie konzeptionell arbeitet und wieviel Multimedia einem Online-Magazin gut tut.
Den Leser ernst nehmen
Renate Alwicher, Nordbayerischer Kurier (X-bay)
Das ist das Motto von Renate Allwicher, bis 2003 verantwortliche Redakteurin der Jugendseite x-bay. Jeden Tag erscheint x-bay online und in print – und jeden Tag will x-bay mit einen breiten Themenspektrum junge Leser erreichen und ihnen auf "ihrer" Seite auch ein Forum geben. Um Politik und andere vermeintlich harte Themen macht x-bay keinen Bogen. Wie auch sie Platz auf einer Jugendseite finden können, erklärt sie im Interview.
28.-30. Oktober 2004
Redaktion: Susanne Sitzler, Sandra Schmid
Kamera: Oleg Stepanov
Schnitt: Tobias Brehmer, Oliver Plata
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04. Februar 2012
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Jugenddrehscheibe
Die Jugenddrehscheibe ist eine Plattform für den Austausch zwischen Machern journalistischer Jugendangebote. Die Idee: ein Netzwerk von Jugendseiten bringt eine Menge an Ideen, Anregungen und praktischen Hilfen. |
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