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Tagungsbeitrag (Juli 2001)

Indien zwischen Tradition und Globalisierung


Christian Wagner
Inhalt

Einleitung

1. Die Herausforderungen der Globalisierung für die Indische Union

1.1. Politik

1.2. Wirtschaft

2. Fazit: Globalisierung in Indien

Einleitung
Wie kaum ein anderes Land symbolisiert die Indische Union die Spannungsfelder zwischen Tradition und den Herausforderungen der Globalisierung. Die Atomtests von 1998 und die Debatte um die Entsendung indischer Software- und Computerspezialisten nach Deutschland zeigen Aspekte des modernen Indien, die mit allgemein verbreiteten Vorstellungen von Kastensystem und der Verehrung der Kuh in deutlichem Widerspruch zueinander stehen. Indien ist zugleich das zentrale Land in der Region Südasien, die US-Präsident Clinton im Vorfeld seiner Südasienreise im Frühjahr 2000 als ‚gefährlichsten Ort der Welt' bezeichnet hatte. (Zu Südasien werden im folgenden die Staaten Bangladesch, Bhutan, Indien, die Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka gezählt.)

1. Südasien ist die einzige Region in der mit Indien, Pakistan und der Volksrepublik (VR) China drei Atommächte unmittelbar aufeinandertreffen. Indien und Pakistan sind bislang noch keinen internationalen Kontrollregimen wie dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. Darüber hinaus haben alle drei Staaten in Kaschmir strittige territoriale Ansprüche. Der seit 1947 vor allem zwischen Indien und Pakistan ausgetragene Konflikt ist der älteste Regionalkonflikt der Welt. 2. Neben den Fragen der nuklearen Weiterverbreitung (Proliferation) sind eine Reihe weiterer Sicherheitsbedrohungen mit der Region verbunden. Der militante islamische Fundamentalismus und der internationale Terrorismus haben ihr Zentrum im afghanisch-pakistanischen Gebiet und bedrohen nicht nur Indien sondern auch die Westprovinzen der VR China und die zentralasiatischen Republiken. Südasien befindet sich zwischen zwei der größten Drogenanbaugebiete, dem ‚Goldenen Halbmond' im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet und dem ‚Goldenen Dreieck' im angrenzenden Südostasien. 3. Südasien ist das ‚Armenhaus' der Menschheit. Internationalen Wirtschafts- und Sozialstatistiken zufolge leben in Südasien fast annähernd soviel Menschen in Armut wie auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. 4. Trotz weitverbreiteter Armut, innenpolitischen Auseinandersetzung und regionalen Konflikten ist Südasien zugleich die größte demokratische Region der Welt. Die Indische Union ist die größte Demokratie der Welt. Von den kleineren Nachbarstaaten weist Sri Lanka ebenfalls seit 1948 eine fast durchgängige demokratische Tradition auf. In Bangladesch, Nepal und Pakistan kamen Ende der achtziger bzw. Anfang der neunziger Jahre im Rahmen der Dritten Welle der Demokratisierung wieder gewählte Regierungen an die Macht, wenngleich diese in Pakistan bereits wieder von einer Militärregime abgelöst wurden.
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07. Februar 2012
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Inhaltsverzeichnis
Seminar: Globalisierung - Eine Chance für Entwicklungsländer? (Juli 2001)


Einführung

Globalisierung: Geschichte und Dimensionen eines Begriffs

Globalisierung und Entwicklungstheorie

Der "Global Compact" und die "OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen" als globale Instrumente zur Förderung der Unternehmensverantwortung

Entwicklungspolitik am Beginn des 21.Jahrhunderts

Afrika im Zeitalter der Globalisierung

Indien zwischen Tradition und Globalisierung

Globalisierungsverlierer und-gewinner im nahen und mittleren Osten

Globalisierung: Eine oder keine Chance für die Entwicklungsländer

Globalisierung als Herausforderung für Entwicklungsländer

Die Entwicklungsländer: Verlierer der Globalisierung - 8 Thesen