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Tagung
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Didaktik - Dialog: Systemisches Denken Schlüsselfähigkeiten für eine Welt in der es rund geht
Der zweite teamGLOBAL Didaktik-Dialog in diesem Jahr widmete sich dem Schwerpunktthema Systemisches Denken. 34 Teilnehmende aus Wissenschaft, Verwaltung und der „Bildungspraxis“ erkundeten und diskutierten am 27. November in Berlin die „Welt des zirkulären Denkens“. Ob Klimawandel, Wirtschaftskrise oder Schulreform, die meisten Herausforderungen unserer Zeit zeichnen sich durch ein hohes Maß an dynamischer Komplexität aus. Der Begriff Globalisierung steht exemplarisch für die zunehmende Bedeutung von interdependenten Beziehungsmustern, die sich nicht (mehr) mit einer einfachen Ursache-Wirkung-Perspektive bzw. mit statischen ‚Schnappschüssen’ einer Problemsituation verstehen und gestalten lassen.
Die zirkuläre Logik des systemischen Denkens — einem Denken in längerfristigen, wechselseitigen Zusammenhängen — ermöglicht andere Sichtweisen und Handlungsspielräume als das Denken in kurzfristigen, linearen Kausalketten. Die Zugänge und Instrumente des systemischen Denkens, die über die letzten sechs Jahrzehnte entwickelt worden sind, lassen sich auch für den Bereich des Globalen Lernens in vielfältiger Weise fruchtbar machen. Systemisches Denken ist zudem ein Schlüsselelement der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung.
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| Die Teilnehmenden des Didaktik-Dialogs Systemisches Denken in den Räumlichkeiten des GLS Campus, Berlin |
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Der Didaktik-Dialog bot die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch darüber, wie in spannenden Angeboten für junge Menschen und mit spielerischen Methoden die Fähigkeit zum systemischen Denken gestärkt werden kann. Den Auftakt der Veranstaltung bildete eine Einführung in die Grundprämissen und ‚Werkzeuge’ des systemischen Denkens von Sascha Meinert vom Institut für prospektive Analysen e.V. (IPA). Im Vordergrund standen hierbei einerseits grundlegende Fragen: Was macht eine systemische Betrachtungsweise aus? Welche typischen Verhaltensmuster lassen sich in Systemen immer wieder beobachten? Gleichzeitig wurde der Blick auf methodisch-didaktische Zugänge gerichtet, mit denen systemisches Denken gefördert werden kann. Die Bandbreite möglicher Zugänge reicht u.a. von der Arbeit mit Geschichten, der bildhaften Visualisierung von Grunddynamiken, dem Erstellen von Verlaufskurven und Wirkungsdiagrammen, eigenen Modellierungsübungen, partizipativen Simulationen bis hin zu computerbasierten Simulationstools.
Sebastian Reinkunz von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg präsentierte im Rahmen des Didaktik-Dialogs seine Erfahrungen mit einem “Klassiker”, mit dem systemisches Denken auf spielerische Weise gefördert werden kann: Beim sog. Fischerspiel konkurrieren mehrere vom Fischfang lebende Bootsbesatzungen um einen Fischbestand. Das Spiel verdeutlicht sehr anschaulich die Problematik einer “Tragödie der Allmende”, da es den Bootsbesatzungen in der Regel nicht (rechtzeitig) gelingt, den See auf eine nachhaltige Weise zu bewirtschaften, sondern zumeist nach wenigen Runden der Fischbestand dramatisch geschrumpft ist. Dabei ist wichtig, dass möglicherweise auftretende Frustrationserlebnisse bei den Teilnehmenden hinterher aufgefangen werden und eine konstruktive Wendung erfahren (Wie kann man es besser machen?), um Motivation für nachhaltiges Handeln zu schaffen.
Julia Bräutigam (PH Freiburg) präsentierte ein Forschungsprojekt ihrer Hochschule, das auf die Förderung systemischen Denkens von Schüler/innen im Bereich von Ökologie und Nachhaltigkeit abzielt. Hierfür wurde das sog. “Waldspiel” (siehe Linktipp) entwickelt, das im Internet kostenlos gespielt bzw. heruntergeladen werden kann. Der Spielende trifft dort als Förster eigenständig Entscheidungen über die Entwicklung seines Waldbestandes (z.B. pflanzen, ernten und die Bäume hegen, Tiere jagen). Ein interessantes Ergebnis der Studie ist, dass systemisches Denken offenbar am effektivsten in der Kombination von Computersimulation und begleitendem Unterricht geschieht, während sich die eigenständige Exploration der Computersimulation eher als wenig hilfreich erwies.
Michael Stollt (IPA) stellte im Anschluss daran eine Auswahl systemischer Spiele und Methodenbausteine vor, die bei teamGLOBAL-Workshops zum Einsatz kommen. Hierzu gehören beispielsweise systemische Warm-ups, Szenario-Übungen, “Eisberg-Analysen”, Erkundungen von Wechselbeziehungen zwischen Systemelementen, sowie Plan- und Rollenspiele.
Der Didaktik-Dialog bietet stets auch Gelegenheit, aktuelle spannende Projekte aus dem Didaktik-Dialog-Netzwerk vorzustellen. Harald Kleem (Mirantao e.V.) präsentierte gemeinsam mit den PeerLeadern international ihr neues Projekt „GloboScouts“.
Der Didaktik-Dialog zeigte unterschiedliche Zugänge auf, mit denen systemisches Denken bei jungen Menschen gefördert werden kann. Gerade junge Menschen können ihr Leben heute nicht mehr einfach ‚vom Blatt spielen’, sie müssen neue Stücke komponieren und lernen, selbst Verantwortung zu übernehmen, die Folgen ihres Handelns abzuschätzen und aktiv mit Veränderungen umzugehen. Systemisches Denken befähigt dazu, sich auch in einer Welt, in der es rund geht und wir in globalen Zusammenhängen mit Wechselwirkungen unterschiedlichster Art konfrontiert sind, aktiv einzubringen.
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Termin
27.11.2009, von 10:00 bis 17:30
Ort
GLS Campus Berlin
Kastanienallee 82
10435 Berlin - Prenzlauer Berg
Tel.: 030 - 780089 - 10
Fax: 030 - 780089 - 894
www.gls-sprachenzentrum.de
Für
Der Didaktik-Dialog ist ein offenes Forum, das Expertise der schulischen und außerschulischen politischen Bildungsarbeit, von Initiativen zivilgesellschaftlichen Engagements und aus verschiedenen Wissenschaftszweigen zusammenbringt. |
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Dokumentation - teamGLOBAL Jugendkongress 2010 |
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Globalisierung gestalten!
Beim teamGLOBAL Jugendkongress 2010 vom 31.10.-2.11. setzten sich rund 200 Jugendliche im Alter von 16 bis 23 Jahren in spannenden, abwechslungsreichen Workshops mit Herausforderungen der Globalisierung auseinander. Hier geht's zur ausführlichen Dokumentation u.a. mit Raps, Radiobeiträgen und einem Film zum Jugendkongress! |
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"Was ging?" Aktivitätenüberblick 2008/2009
teamGLOBAL kann auf ein spannendes, aktives und erfolgreiches Jahr zurückblicken. Der Aktivitätenbericht Juni 2008 - Mai 2009 bietet einen Überblick zu den einzelnen Aktivitäten und ermöglicht gleichzeitig eine „Gesamt- zusammenschau“ des Projekts. (pdf-Dokument, 30 Seiten, ca. 2,8 MB) |
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Wir kommen zu Euch!
Ob zwei Schulstunden, ein Projekttag oder eine ganze Themenwoche: teamGLOBAL gestaltet für Schulen, Jugendeinrichtungen und andere Bildungsträger Workshops, in denen die Teilnehmenden ein spannender und aktiver Lernprozess zum Thema Globalisierung erwartet. |
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