Günter Nooke war in der DDR in
der Opposition stark engagiert.
Nach dem Zusammenbruch ging er
auch im vereinigten Deutschland in
die Politik. Er berichtet in seinem
Vortrag über die Erfahrungen im
Prozess der deutschen Einheit.
Zunächst betont er, dass das DDR-Regime
nie eine breite
Unterstützung in der Bevölkerung
inne hatte. Wichtig für den
Zusammenbruch war jedoch die Herstellung einer breiten Öffentlichkeit und die öffentliche Kritik
und die Darstellung der Wahrheit. Im folgenden stellt Herr Nooke kurz die historischen Ereignisse
des Zusammenbruchs der DDR dar. Er weist darauf hin, dass der Umbruch dann doch
schneller kommt, als gedacht und das dadurch vielleicht auch alles nicht so gelaufen ist, wie es
im nachhinein wünschenswert gewesen wäre. So war der Mut zu Neuem relativ begrenzt. Es hätte
mehr geändert werden können und hätte nicht vom Westen übernommen werden müssen. Im
weiteren beschäftigt sich Herr Nooke mit den wirtschaftlichen Transformationen. Viel Ostdeutsche
bewerten die Wiedervereinigung in diesem Sinne negativ, während es für das Ausland als
Glücksfall gilt. So bekommen die Ostdeutschen Rentner eine Rente, obwohl sie nie in die Rentenkasse
eingezahlt hatten. Sie erhalten jedoch nicht die gleichen Rentenpunkte wie die Westdeutschen.
Der Aufbau der Institutionen war Mitte der 90´er Jahre abgeschlossen, kam jedoch
auch daher, dass viele einfach übernommen wurde. Es kommt jedoch beim politischen Prozess
auf die Menschen an. Die Massenbewegung der DDR ließen vermuten, dass die Menschen dort
politisch sehr engagiert waren. Es bleibt jedoch festzustellen, dass auch hierbei nicht alle Bürger
der DDR auf der Straße waren und sich engagierten. Es war auch hier eigentlich nur eine kleine
Anzahl, viel Bürger haben die Vorgänge nur am Fernseher mitverfolgt. Auch in der folgenden
Entwicklung wäre die Partizipation von viel mehr ehemaligen DDR Bürgern wünschenswert,
doch es wurde viel den Westdeutschen überlassen. Die Menschen kümmerten sich nicht um die
eigenen Angelegenheiten, wie z.B. um die Wirtschaft. Dies gereichte ihnen nicht immer zum
Vorteil. Mitte der ´90er Jahre kam es daraufhin zu einer gewissen Apathie. Es bleibe jedoch festzustellen,
dass sich die Wirtschaft im Vergleich zu anderen osteuropäischen Staaten geradezu
„traumhaft“ darstellt. Problematisch sei hierbei nur, dass sich Ostdeutschland immer nur im Ver-
gleich mit Westdeutschland sieht. Die Wirtschaftsdaten zeigen, dass sich Ost- und Westdeutschland
weiter auseinander entwickeln. Auch Infrastruktur habe hier noch einen Nachholbedarf von
ca. 30%. Es zeigen sich auch geringe Unterschiede zwischen den Ostdeutschen Ländern. In den
Bereichen Wissenschaft und Entwicklung wäre Potential gewesen. Die DDR hätte in der Volkskammerzeit
Innovationen durchführen können, so hätte man z.B. hochrangige Wissenschaftler
aus Russland anlocken können. Es bleibt das Ziel attraktive Standorte im Osten zu schaffen,
denn bisher gehen mehr Ostdeutsche in den Westen als umgekehrt. Bleibt das Mentale zu betrachten.
Er prägt dabei den Spruch: „Wir hatten die Illusion und die Vision des mündigen Bürgers“.
Die Menschen waren und sind immer noch durch ihren Alltag viel stärker geprägt als
durch das politische System. So waren sie auch in der DDR Zeit mehr durch ihr eigenes Leben
geprägt als durch dir Propaganda der DDR. Die mentale Lage der Ostdeutschen ist diesbezüglich
eine andere als die der Westdeutschen. So prägt auch der Verlust von Arbeit, die Notwendigkeit
von Umschulungen etc. die Menschen sehr. Auch die Vergangenheitsbewältigung zunehmend
schwierig, weil die Menschen dies irgendwann verweigern. Abschließend betont er noch, dass es
sich bei der PDS nur um die umbenannte SED handelt. Er glaubt, dass der Erfolg der PDS vor allem
auf die mentale Lage der Bürger besser ansprechen kann und besser an das Leben der Menschen
in den früheren DDR-Länder anknüpfen kann. Auch gilt sie als die Partei, die die Interessen
der neuen Länder am besten vertreten würde. Zusammenfassend stellt er heraus, dass er die
Hoffnung aufgegeben habe, dass sich alle Menschen für Politik engagieren. Es wird sich immer
nur eine kleine Anzahl von Menschen interessieren und eine noch geringere Anzahl wirklich engagieren
und beteiligen. Dies sollte man als Politiker im Auge behalten.
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