Rund 885 Millionen Menschen leben in 53 afrikanischen Staaten. Auf dem Kontinent gibt es über 3.000 Bevölkerungsgruppen und mehr als 2.000 Sprachen. Das Dossier präsentiert Afrika gestern und heute und beleuchtet die Perspektiven zukünftiger Entwicklungen.
Weniger Kämpfe, weniger Tote, und trotzdem mehren sich die Anzeichen für eine erneute Eskalation der Lage im Kongo. Denn die autoritären Tendenzen der Kabila-Regierung und massive Menschenrechtsverletzungen nehmen weiter zu. Und die Reformagenada wird nur langsam umgesetzt.
Trotz des Scheiterns der Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Lord’s Resistance Army (LRA) ist die Lage in Nord-Uganda ruhig. Die LRA hat die Region verlassen und richtet ihre Aktionen seither gegen die Zivilbevölkerung in Süd-Sudan, Ost-Kongo und der Zentralafrikanischen Republik.
Simbabwe hat trotz Bildung einer „Regierung der nationalen Einheit“ (seit Februar 2009) noch keinen dauerhaften Ausweg aus der humanitären, wirtschaftlichen und politischen Krise gefunden. Die für März 2012 angekündigten Wahlen dürften hieran wenig ändern.
Die Hungerkatastrophe in Somalia hat dem Konflikt im Land eine Wendung gegeben. Die Übergangsregierung konnte sich vorerst gegen die militanten Islamisten durchsetzen, unterstützt durch die AU-"Friedenstruppe" AMISOM. Die islamistischen Milizen hatten die Katastrophe lange geleugnet und durch ihr Verhalten zu deren Eskalation beigetragen.
Im Sudan kämpfen verschiedene Gruppen um Macht, Ressourcen und kulturelle Selbstbestimmung. Der Krieg zwischen der islamistischen Zentralregierung und den Rebellen aus der Region Darfur ist Ausdruck dieses Streits. Verhandlungen und Friedensmissionen konnten die Situation bislang nicht verbessern.
In Texten und Bildern spiegelt dieses Dossier eine eigenständige Schwarze Geschichte wider, die einen integralen Bestandteil der deutschen Vergangenheit und Gegenwart darstellt.
Afrika ist anders als es die Medien oft darstellen. Die Auftaktveranstaltung zum dreijährigen Afrikaschwerpunkt sollte dazu anregen, ganzheitlich über den "Schwarzen Kontinent" und seine aktuellen Entwicklungen zu informieren.
Mehr als zwei Monate durchquerte der Journalist Ludger Schadomsky den afrikanischen Kontinent. Von seinen Erlebnissen in Südafrika, Simbabwe, Ruanda, Ägypten und weiteren Ländern Afrikas berichtete er Schülerinnen und Schülern in Deutschland via Telefon, Video und Internet.
In der jüngeren Vergangenheit bemühen sich die westlichen Industriestaaten verstärkt, ihre Interessen in Afrika wieder deutlicher zur Geltung zu bringen. Dabei verfolgen sie durchaus Ansätze, die – zumindest vom Anspruch her – auch eine entwicklungspolitische Dimension enthalten, wie beispielsweise das "Africa Command" der USA.
Kriegerische Auseinandersetzungen in Somalia oder Äthiopien, zu wenig Trinkwasser in den subsaharischen Regionen oder die Aids-Pandemie in Teilen des Kontinents: Problemfelder wie diese beeinflussen die Politik Afrikas nachhaltig. Doch es gibt auch positive Anzeichen, beispielsweise bei der Entstehung zivilgesellschaftlicher Strukturen.
Im internationalen Bewusstsein hat sich Afrika durch seine Armut eingeprägt. Die meisten Länder dürften die Vorgaben zur Reduzierung der Armut, wie in den Millennium Development Goals beschrieben, bis 2015 nicht erreichen. Die Gründung der Afrikanischen Union könnte der Einheit und Entwicklung des Kontinents einen neuen Schub verleihen.
Die Globalisierungspolitik hat für die Staaten der Dritten Welt kaum Vorteile gebracht. Gegenüber den Industrienationen sind sie auf allen Gebieten weiter zurückgefallen. Vor allem politisch und ökonomisch befinden sich zahlreiche Entwicklungsländer in einem desolaten Zustand.
Nach Jahrzehnten intensiver Entwicklungszusammenarbeit bleiben die Resultate bescheiden. Was einst so hoffnungsvoll in Lateinamerika, Afrika und Asien begann, endete nicht selten in einem politisch-gesellschaftlichen Desaster. Einen Ausstieg aus der Entwicklungszusammenarbeit kann es schon aus Gründen der Solidarität, Gerechtigkeit und Verantwortung für die "Eine Welt" nicht geben.
Immer wieder wird die "Internationale Solidarität" beschworen. Doch der Begriff hat an Strahlkraft und Wirkmächtigkeit verloren. Dabei verleihen die Schattenseiten der Globalisierung der Frage nach internationaler Solidarität neue Virulenz.
Der afrikanische Kontinent lässt sich in fünf Großräume untergliedern: Nord-, West- und Zentralafrika, das Horn von Afrika plus Ostafrika sowie das südliche Afrika. Ein Überblick über ihre jeweiligen Entwicklungen und Besonderheiten verbindet sich mit Analysen von Ländern, die für ihre Region charakteristisch oder besonders bedeutsam sind.
Die Lebenswelten in Afrika sind wesentlich vielfältiger und vielschichtiger als die Bilder und Nachrichten, die uns in der Regel von diesem Kontinent erreichen. Das Heft zeigt die Herausforderungen und Chancen für Afrika, fragt nach den gesellschaftlichen Entwicklungen und diskutiert den Wandel seiner Rolle in der internationalen Politik.
Mit der Globalisierung haben sich die Unterschiede zwischen den Entwicklungsländern verschärft. Die verschiedenen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in den Staaten verlangen nach einer differenzierten Entwicklungspolitik.
Nachrichten über Afrika befördern oft Klischees und lassen wenig Raum für Differenzierungen. Die Themenblätter beschäftigen sich mit Problemen und Konflikten afrikanischer Staaten, zeigen aber auch positive Entwicklungen auf, die zumindest für einige Länder Anlass zu Optimismus geben.
53 Staaten, unzählige Ethnien und etwa 2.000 Sprachen: Afrika ist ein vielfältiger Kontinent. Der vorliegende Band bietet zwölf Bausteine zur Auseinandersetzung mit aktuellen und historisch begründeten Problemen und Prozessen an.
Während des Apartheid-Regimes wird ein südafrikanischer Rassist zum Gefängnisaufseher für Nelson Mandela bestimmt. Mehr als 20 Jahre lang steht er in engem Kontakt zu dem schwarzen Häftling. Die Begegnung mit dem Anti-Apartheid Kämpfer verändert sein Leben für immer.
Die schwarze Südafrikanerin Thandeka leidet noch immer unter den Folgen des Apartheid-Regimes. Mit einem Zulu-Amulett versucht ihre gehörlose Tochter Mangi der traumatisierten Mutter zu helfen.
Irgendwo in Westafrika: Vier kleine Mädchen sind vor der Beschneidungszeremonie geflohen. Als ihnen eine couragierte Frau Zuflucht gewährt, führt dies zum Konflikt innerhalb der Dorfgemeinschaft.
Ein junges senegalesisches Pärchen träumt von einem besseren Leben im fernen Paris. Schaffen es Anta und Mory, Dakar zu verlassen und nach Europa zu reisen? Der Spielfilm wurde bereits 1972 gedreht, behandelt allerdings ein zeitloses Thema: Weggehen oder bleiben?
Die alte Sana wird als vermeintliche Hexe gemieden. Nur zwei Kinder überwinden ihre Vorbehalte gegenüber der Greisin. Ein sehr berührendes Plädoyer für mehr Toleranz und eine vorurteilsfreie Weltsicht.
Der junge Westafrikaner Wend Kuuni sucht einen berühmten Heiler, von dem er sich Rettung für seine schwerkranke Stiefschwester Pughneere erhofft. Regisseur Gaston Kaboré erzählt von einer abenteuerlichen Reise in die Welt des Erwachsenwerdens.
Kompromisslos verfolgte Patrice Lumumba das Ziel eines vereinten Kongo. Das tragische Schicksal des schwarzen Premierministers spiegelt exemplarisch den Aufbruch Afrikas in die politische Unabhängigkeit wider.
In einer fiktiven Zeitreise erlebt Fotomodell Mona die Schrecken der Sklaverei. Sankofa erzählt, wie sich schwarzer Widerstand auf den Plantagen entwickelt und erinnert an die Wurzeln der afroamerikanischen Kultur. Ein radikaler Appell für die Wiederentdeckung der eigenen Geschichte.
Die schöne Senegalesin Mossane ist in den mittellosen Studenten Fara verliebt. Ihre Eltern zwingen das vierzehnjährige Mädchen jedoch, einen wohlhabenden Emigranten, Diogoye, zum Mann zu nehmen. Einfühlsam verfilmte Regisseurin Faye die tragischen Folgen einer Zwangsheirat.
Ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt in absoluter Armut und hat den Anschluss nach oben verpasst. Wie konnten bestimmte Teile der Welt in diese Lage geraten? Wie kann sich die "unterste Milliarde" aus der Armut befreien? Paul Collier meint: Entwicklungspolitik gehört auf den Prüfstand.
I have a dream, mit diesen Worten und seinem Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung schrieb Martin Luther King Geschichte. Doch bis dahin war es ein langer Weg. Das Buch erzählt die Geschichte der Sklaverei: Von den Anfängen bis hin zum Kampf um Freiheit und Menschenwürde.
Von der Kultur des Islam im Norden zu den christlichen und traditionellen Religionen im Süden, von den Nomaden in der Steppe zum pulsierenden Leben der Großstädte: Lutz von Dijk beschreibt ein Afrika, das bunt und vielfältig ist, uralt und gleichzeitig modern.
Wenn von Afrika die Rede ist, dominieren Klischees und Katastrophenmeldungen. Das Buch will zeigen, dass Afrika ein Raum von Begegnung und Austausch ist, ein offener Kontinent, vielfältig in Bewegung und nicht determiniert in seiner Entwicklung.