Öffentlichkeit funktioniert nur mit Hilfe von Mediatoren (vgl. Langenbucher 1974/75), die die Kommunikation kanalisieren. Denn nicht alle, die etwas zu sagen haben, können Aufmerksamkeit gewinnen, weil die Nutzer eine begrenzte Verarbeitungskapazität für Informationen haben. Das heißt: Ab einer bestimmten Größe muss eine Auswahl getroffen werden. Für diese Reduktion von Komplexität sind qualitative Gesichtspunkte erforderlich, die begründet sein müssen.
Was leisten Mediatoren? Friedhelm Neidhardt unterscheidet drei Funktionen politischer Öffentlichkeit (vgl. Neidhardt 1994: 22-28):
- die Beobachterfunktion, also das Sammeln, Recherchieren und Auswählen von Informationen und Meinungen;
- die Validierungsfunktion, damit ist die kritische, argumentative Auseinandersetzung mit den Aussagen gemeint;
- sowie die Orientierungsfunktion, also die Weitergabe von "Orientierungsdaten" über Akzeptanz und Widerspruch zu politischen Optionen an Entscheidungsträger.
Journalistinnen und Journalisten, die in traditionellen Medien diese Mediatorleistungen erbringen, orientieren sich bei ihrer Arbeit an bestimmten Standards wie Vielfalt, Ausgewogenheit, Neutralität, Aktualität, Sachlichkeit und Objektivität (vgl. Neuberger 2004). |
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