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Thüringen-Tour 2004

Der Aha-Effekt


13. Station: Ilmenau, 23. Juni 2004

"Ich war in Mallorca, ist das auch Ausland?" Das ist eigentlich nur ein schlechter alter Witz, aber Nadine ist ein bisschen verunsichert. Die Schülerin aus der
8. Klasse der Heinrich-Hertz-Schule in Ilmenau nimmt heute am Workshop "Interkulturelle Öffnung" teil.
Bild Ilmenau
Grossansicht des Bildes
Schüler-Workshop: "Woran denkst du, wenn du das Wort 'Ausländer' hörst?"


Nach einem kleinen Tumult ist sich ihre Klasse schnell einig – andere Fragen sind da schwieriger zu beantworten. Die meisten waren schon im Ausland. Aber wie weit sind die Länder und Hauptstädte eigentlich wirklich weg? Alle Schätzungen sind zu hoch.

Drei Klassen haben heute keinen normalen Unterricht, denn das Jugendwerk der AWO hat einen Projekttag organisiert. Den AWO-Leuten fällt es nicht leicht, die Aufmerksamkeit der 14- bis 15jährigen für mehr als ein paar Minuten zu fesseln. Immerhin, die Spiele und die Materialien, die sie mitgebracht haben, sorgen für einige Aha-Effekte: Was wir im Ausland als fremd empfinden, ist nur an der Oberfläche – was Menschen und ihre Kultur ausmacht, sieht man nicht gleich.

Die Gruppe von Kay tut sich ein wenig schwer. Ihr Thema ist "Rechtsextremismus", und so genau wissen die Schüler eigentlich nicht, was das ist. "Faschos" kennen sie aber alle, aus ihrem Viertel Pörlitzer Höhe. Nicht nur Eric mit der schlabbrigen Hose und Baseballmütze geht ihnen lieber aus dem Weg. Sein Freund hat schon einmal fast "was auf’s Maul" bekommen. Die mitgebrachten Neonazi-Symbole haben viele auch schon gesehen. Was sie bedeuten? Trotz Kays Ermahnung zeigen einige ständig auf einen Mitschüler: "Fragen sie den doch mal!"

Text und Foto: Sebastian Kauer

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    Das Programm vom 23. Juni 2004

    7.30 – 12.00

    Drei Seminare – eine Schule "Rechtsextremismus" "Alle Menschen sind Ausländer - fast überall!" "Andere sind auch anders" Staatliche Regelschule "Heinrich Hertz" Ziolkowskistraße 27

    9.00 -18.00

    Workshop "Gender Mainstreaming"

    Der Workshop will die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auffordern, sich einen Tag lang über das Verhältnis und die Bedeutung von Geschlecht an ihrem Arbeitsplatz und seiner Umwelt auseinander zu setzen, innerhalb der eigenen Organisation eine Gender-Perspektive in Projekte und Strukturen zu integrieren. Zudem erfolgt eine Einführung in die Gender-Mainstreaming-Strategie in Organisationen.

    21.00

    "Mein Freund der Spitzel oder Verräter braucht man wie das Gift in Nöten"

    Eine szenische Lesung zum Thema Staatssicherheit der DDR
    Produktion: Kollektiv Theater Mitte Gera
    Frank Karbstein, Jens Hahn, Jan Engel

    Tourkontakt
    Wenn Sie Fragen zur Tour haben, können Sie per Telefon unter 03 61 - 3 79 27 01 direkt mit uns Kontakt aufnehmen.

    Die gesamte Tour wird zudem von einem InfoMobil begleitet. Hier sind Informationen zur Tour und über die Partner erhältlich.
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