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Veranstaltungsdokumentation (November 2008)

Jugendmedientage 2008 in Mainz


Bewegte Bilder - Televisionen in Eigenregie



Für 520 Nachwuchsjournalisten aus ganz Deutschland waren die Tage vom 30. Oktober bis zum 2. November 2008 etwas Besonderes: Als Teilnehmer der Jugendmedientage – veranstaltet von der Jugendpresse Deutschland gemeinsam mit dem ZDF und der Bundeszentrale für politische Bildung – konnten die jungen Medienmacher nicht nur vier Tage in Mainz mit Experten über Medien diskutieren, sondern diese auch selbst gestalten.

Die Jugendmedientage hatten dieses Jahr das Motto "Bilder bewegen – Televisionen in Eigenregie". In 31 Workshops und sieben Podiumsdiskussionen drehte sich auf dem ZDF-Sendegelände in Mainz alles um die Zukunft der audiovisuellen Medien und das Berufsbild künftiger Journalisten. ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender appellierte an die angehenden Journalisten, sie sollten "die eigene Unabhängigkeit bewahren und sich von Interessengruppen fernhalten". Zugleich war Brender gespannt, was die jungen Journalistinnen und Journalisten über die Zukunft der Medien denken. "Schließlich seid ihr diejenigen, die in 20 Jahren Medien machen."

Auch Zuschauer sind in der Pflicht

Kuno Haberbusch
Grossansicht des Bildes
Ganz nah dran - Zapp-Leiter Kuno Haberbusch im Interview
Marcel Reich-Ranicki – ein ehemaliger Angestellter von Nikolaus Brender – drückte den Jugendmedientagen 2008 seinen Stempel auf. Und das, obwohl er selbst gar nicht in Mainz dabei war. Doch die Wutrede von Reich-Ranicki auf das deutsche Fernsehen war auch an den vier Tagen in Mainz allgegenwärtig. Kulturstaatsminister Bernd Neumann zeigte zwar Verständnis für die Beweggründe Reich-Ranickis, distanzierte sich aber vom pauschalen Qualitätsurteil des Literaturkritikers. "Das Fernsehen insgesamt bietet ein beträchtliches Maß an Vielfalt und Ausgewogenheit", sagte Neumann, "das müssen wir erhalten." Zugleich nahm er die Zuschauer in die Pflicht: "Das fordere ich nicht nur von jenen, die Medien gestalten, sondern auch von denen, die sie nutzen." Kuno Haberbusch, Redaktionsleiter von Zapp und extra 3, sprang dem Kulturstaatsminister in diesem Punkt zur Seite. Es ärgere ihn, dass immer alle nach mehr Qualität schreien. "Und wenn dann mal etwas Anspruchsvolles im Fernsehen kommt, schaut keiner zu und die Quoten sind miserabel." Deswegen sei die aktuelle Diskussion um die Qualität des Fernsehens oft so heuchlerisch und unfruchtbar. "Spätestens als sich die Bild-Zeitung im Namen der Leser über die Qualität des Fernsehens beschwerte, wurde eine ernsthafte Diskussion im Keim erstickt", sagte der TV-Journalist.

Alles kennen, aber nicht alles können

Fernsehen, Online, Radio, Zeitung – das Internet hebt diese Unterscheidungen nach und nach auf. Die medialen Grenzen verschwimmen, die verschiedenen Kanäle kreuzen sich. Crossmedia lautet das Schlagwort der Stunde. Was bedeutet das für das Berufsbild des Journalisten? Muss der Journalist der Zukunft einen Artikel nicht mehr nur schreiben und redigieren, sondern auch filmen und vertonen? Ein klares Nein kommt von Andreas Wolfers, Leiter der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Er bringt die Anforderungen an künftige Journalisten auf eine einfache Formel: "Man muss alles kennen, aber nicht alles können." Den schreibenden Universaljournalisten, bepackt mit Digitalkamera und Videoreporterausrüstung verweist er ins Reich der Fabeln und Mythen. Ab einem gewissen handwerklichen Niveau ginge eben nicht mehr alles gleichzeitig, so der Tenor des Panels, an dem neben Andreas Wolfers auch der Journalist und Herausgeber Oliver Gehrs, Ruth Henke von Focus online und Ralf Klassen vom Stern teilnahmen. Nur Geld lässt sich mit journalistischen Angeboten im Netz nicht so leicht verdienen. Von den etwa 270 000 deutschen Blogs finanziert sich nur eine Hand voll, rechnete Andreas Wolfers vor.

Einige der künftigen Medienmacher nahmen Nikolaus Brender beim Wort: Am Rande eines Panels steckten sie dem ZDF-Chefredakteur ihre Themenideen und Konzeptpapiere für das Fernsehen der Zukunft zu. Auch bei den Teilnehmern des Workshops "Entdecker" rauchten die Köpfe für den ZDF-Boss. Sie brüteten über Ideen für zukünftige TV-Formate. Diese Ergebnisse landeten ebenfalls auf dem Schreibtisch von Brender, der versprach, sich alles anzuschauen und sich bei den Autoren zu melden. Es ist also möglich, dass die Ergebnisse der Jugendmedientage in einigen Jahren auch im Fernsehen sichtbar werden.

Text und Foto: Andreas Braun
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10. Februar 2012
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Die Konferenz

Übersicht

Interview Kuno Haberbusch

Grußwort Thomas Krüger
Veranstaltungs-
dokumentation
Jugendmedienevent 2008 in Mainz und Essen
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500 Jugendliche nahmen am Jugendmedienevent 2008 teil. Journalisten und Medienexperten gaben in Seminaren und Diskussionen viel Fachwissen und Berufserfahrung an die medienbegeisterten Jugendlichen weiter.
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