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Veranstaltungsdokumentation (Januar 2005)

Ende der Dienstzeit in der Normannenstraße


Podien und Vorträge



Am 15. Januar 1990 drängten tausende Menschen auf das bis dahin hermetisch abgeriegelte Gelände der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg, das die Regierung Modrow als "Amt für Nationale Sicherheit" weiterführen wollte: Der "Sturm auf die Normannenstraße" hatte begonnen. Innerhalb kürzester Zeit brach der allmächtige Apparat des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR zusammen.

Der 15. Januar ebnete zugleich den Zugang zu dessen Akten, der für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte von großer Bedeutung ist. 15 Jahre nach der "Erstürmung der Normannenstraße" lud die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen zu einem Tag der offenen Tür im einstigen Ministerium ein. Besucht werden konnte die ständige Ausstellung in Haus 1, das Archiv der BStU. Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Zeugnissen jener Tage sollte darüber hinaus noch einmal der historischen und politischen Bedeutung dieses Ereignisses nachgegangen werden. Außerdem fanden Veranstaltungen, ein Konzert mit Wolf Biermann sowie ein "Infomarkt" von Bürgerkomitees statt.

Wahrheit und Legende

Was ist wahr, was ist Legende? Der Historiker Jens Schöne, Mitarbeiter der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin, antwortet im Video-Interview auf diese Fragen. Er beleuchtet den wissenschaftlichen Stand der Dinge und benennt Verschwörungstheorien als solche.




Vom Wissenschaftler zum Journalisten

Wie lange kann sich die DDR noch den Reformimpulsen aus dem Osten entziehen? Eine Frage, mit der sich der Historiker Dr. Walter Süß im Bereich DDR-Forschung an der FU Berlin beschäftigte. Das Tempo wissenschafticher Forschung habe mit dem der politischen Entwicklungen nicht mithalten können, sagt Süß heute.




Was wusste die Stasi?

Am 15. Januar 1990 war Stefan Konopatzky mit dabei, als eine Gruppe von Menschen das MfS-Gebäude besetzte. Noch spannender ist aber, was er heute macht: Konopatzky arbeitet bei der BStU mit an der Entschlüsselung der Daten und Dokumente, die das Ministerium seinerzeit durch Spionage anhäufte.




Die Tore der Stasi zumauern

"Mit Fantasie gegen Stasi und Nasi", hieß es auf den Flugblättern, mit denen das Neue Forum, zu dessen Gründern Bärbel Boley und Reinhard Schult gehörten, zur Demonstration aufgerufen hatten: Spraydosen sollten die Demonstranten mitbringen, um ihre Forderungen auf die Mauern der Stasi-Zentrale zu schreiben – und Steine, um die Tore zuzumauern.




Der 15. Januar begann im Dezember

Der Anfang vom Ende des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war nicht der 15. Januar 1990 in Berlin, sondern der 4. Dezember 1989 in Erfurt, meint Pfarrer Martin Montag, Vorsitzender des Bürgerkomitees Thüringen. An diesem Tag wurde die erste Bezirksverwaltung des MfS besetzt.




Akten bewahren, nicht vernichten

Die Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin sollte die Arbeit dort endgültig stoppen, die weitere Vernichtung von Akten verhindern. Was jedoch mit ihnen geschehen sollte, darüber waren sich die Bürgerrechtler uneins. Mit ihrer Forderung, die Akten zu schützen, machte sich Margitta Kupler nicht nur Freunde.




Ein welthistorischer Tag

Roland Jahn wuchs auf in der DDR – 1983 wurde der junge Student und Bürgerrechtler ausgebürgert. "Ob im Osten oder Westen, wo du bist, ist nie am Besten" – dieser Satz war so etwas wie sein Motto, und fortan arbeitete Jahn als Journalist daran, Mißstände aufzudecken – besonders im Osten, aber auch im Westen.

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03. September 2010
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