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Veranstaltungsdokumentation (Oktober 2001)
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Entwicklung zu Zivilgesellschaft und Bürgerengagement in den neuen Ländern |

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Dr. Dieter Koop
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Dr. Koop geht in seinem Vortrag zunächst auf Begriff und Kontext der Zivilgesellschaft
ein. Besonders im Zusammenhang mit Transitionsverläufen von autokraten zu
demokratischen Systemen habe die Zivilgesellschaft wieder an Bedeutung gewonnen.
Zur Verdeutlichung dieses Begriffes geht Dr. Koop zunächst auf die klassischen
Theorien ein, wobei er die Begriffserklärung von Hegel besonders hervorhebt. Er
verbindet diese mit den Transformationsforschern Merkel und Laut kommt er zu
folgender Definition:
„Die Zivilgesellschaft befindet sich in einer vorstaatlichen oder nichtstaatlichen
Handlungssphäre und besteht aus einer Vielzahl pluraler, auf freiwilliger Basis
gegründeter Organisationen und Assoziationen, die ihre spezifischen materiellen und
normativen Interessen artikulieren und autonom organisieren. Sie ist im
Zwischenbereich von Privatsphäre und Staat angesiedelt. In ihr artikulierte
Zielsetzungen betreffen immer auch die res publica. Akteure der Zivilgesellschaft sind
damit in die Politik involviert, ohne jedoch nach staatlichen Ämtern zu streben.“
Nach dieser theoretischen Betrachtung, befasst er sich mit der Zivilgesellschaft
speziell in der DDR und in der Zeit nach dem Beitritt gemäß Artikel 23 GG. Er
definiert die Entwicklung der Zivilgesellschaft in der DDR als schwach entwickelt.
Auch die Systemtransformation wäre durch das Tempo und den Verlauf weniger
Aufgabe der Zivilgesellschaft als vielmehr der Exekutive gewesen. Anschließend an
diese Betrachtungen geht er auf die Differenz im Verhalten und in der Einstellung
zwischen West- und Ostdeutschen ein. Dies ei vor allem wichtig, da die Institutionen
in den östlichen Ländern aus dem Westen importiert worden wären, aber das
Verhalten sich nicht entsprechend geändert hätte. In diesem Zusammenhang geht Dr.
Koop auf die Bedeutung der Zivilgesellschaft für die Sozialisation und die soziale
Orientierung ein. Als Beispiel sei hier genannt, dass sich im Jahre 2000 noch 76% der
Befragten noch als Bürger der ehemaligen DDR fühlten und nur 17% vorwiegend als
Bürger der Bundesrepublik. Anschließend geht er auf die Demokratisierungsfunktion
der Zivilgesellschaft ein. Abschließend warnt er davor, die Forderung nach
Partizipation nicht zu missbrauchen, um den Rückzug des Staates aus seiner
öffentlichen Verantwortung zu rechtfertigen. Der Bürger könnte schnell überfordert
sein und sich somit noch weiter zurückziehen. Vielmehr sollte man versuchen den
Bürger dahin zu motivieren, dass er sich freiwillig und gemeinschaftlich an der
Hervorbringung öffentlicher Güter beteiligt. So entspannt fände man auch in den
neuen Bundesländern Zivilgesellschaft und Bürgerengagement.
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10. Februar 2012
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