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Thüringen-Tour 2004
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Kapital auf Reisen? |

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Neunte Station: Apolda, 17. Juni 2004
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Als Louis Wilhelm Dobermann aus Apolda Ende des 19. Jahrhunderts zum Schutz von Geldtransporten die nach ihm benannte Hunderasse züchtete, hatte er wohl noch keine europäischen Banknoten im Sinn. Heute ist Europa
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Enagierte Debatte im Religionskurs des Gynmasiums Bergstraße in Apolda.
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Realität. Nicht nur Kapital, auch Menschen sind mobiler denn je. Manche unfreiwillig. Jenny, Johannes und ihre Mitschüler im Religionskurs des Gynmasiums Bergstraße spielen "Refugee Chair": Die Elftklässler verteilen die Stühle und sich selbst im Klassenraum, um so das Verhältnis von Bevölkerung, Reichtum und Flüchtlingen für alle Kontinente abzubilden. Es geht um Zukunftsängste im Rahmen der EU-Erweiterung, das mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus (MOBIT) ist zu Gast. "Man soll auf jeden Fall in eine Gastfamilie gehen", rät Schülerin Jenny. Sie selbst hat in der Ukraine Europas Osten kennengelernt. Übrigens: Rund 60 Prozent der Menschen leben in Asien, wo es auch die meisten Flüchtlinge gibt, mehr als in Afrika. Das Kapital ist in Europa und Nordamerika zu Hause.
"Europa" soll nicht zur Projektionsfläche für nationale Reflexe und Arbeitsplatzsorgen verkommen – darin sind sich auch die Teilnehmer an der abendlichen Diskussion in der Martinskirche einig. Auf Einladung von Pfarrer Johannes Sparsbrod diskutieren der DGB-Mann Klaus Schüller und Gerd Wiegel von MOBIT mit der Gemeinde. "Seien wir ehrlich, wir freuen uns alle über die Erweiterung", sagt ein Gemeindemitglied. Dass der Verweis auf Gott in der EU-Verfassung fehlen wird, stößt allerdings nicht bei allen auf Verständnis. Doch Pfarrer Sparsbrod urteilt in protestantischer Tradition: "Was zählt, ist das individuelle Verhältnis zu Gott."
Text und Foto: Klemens Vogel
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10. Februar 2012
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