Va bene?!
Die deutsch-italienischen Beziehungen auf dem Prüfstand
Le relazioni italo-tedesche al banco di prova
Rund sieben Jahre nach der letzten großen Veranstaltung zum Thema Italien stellte die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb Ende 2011 erneut die Frage, wie es um die deutsch-italienischen Beziehungen bestellt ist. Ist es gerechtfertigt, von "schleichender Entfremdung" zu sprechen, wie der Turiner Politologe Gian Enrico Rusconi es tut? Oder gibt es einen Generationswechsel und Erneuerungsprozess in den deutsch-italienischen Beziehungen? Diesen Fragen ging eine gemeinsam mit dem Goethe-Institut Italien Anfang Dezember 2011 in Berlin veranstaltete deutsch-italienische Fachkonferenz nach. Sie bildete zugleich den Abschluss des 2009 vom Goethe-Institut Italien initiierten und in 2010/2011 von der bpb unterstützten Projekts "Va bene?! La Germania in Italiano – Italien auf deutsch" (»www.goethe.de/vabene«).
Die Veranstaltung traf den Nerv der Zeit. Mit dem Regierungswechsel in Italien im November 2011 und der Ernennung Mario Montis zum italienischen Ministerpräsidenten war die bald 20 Jahre währende Ära Berlusconi kurz zuvor an ihr Ende gekommen. Italien steht damit an einem neuerlichen Wendepunkt, doch durchschreitet das Land schon seit geraumer Zeit eine Phase tiefgreifender Veränderungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Das hat auch Auswirkungen auf das sich ebenfalls verändernde Deutschland und die Beziehungen beider Länder zueinander. Unter dem Eindruck der Euro- und Finanzkrise ist im deutsch-italienischen Verhältnis einiges in Bewegung gekommen. Die Frage lautet, ob sich die beiden Länder, deren Beziehungen auf politischer Ebene in den letzten Jahren merklich abgekühlt waren, unter diesen Vorzeichen wieder einander annähern.
Auf der Berliner Konferenz wurden die aktuellen Entwicklungen hier wie dort aus verschiedenen Blickwinkeln genauer unter die Lupe genommen. Demokratieentwicklung, Krisenmanagement, die gegenseitige Wahrnehmung und die gemeinsame europäische Zukunft Italiens und Deutschlands waren die Schwerpunktthemen dieser Veranstaltung. Es galt, im Gespräch mit Experten – Wissenschaftlern und Medienvertretern – aus Italien und Deutschland, den Ist-Zustand der deutsch-italienischen Beziehungen in zentralen Politikfeldern und ausgewählten Bereichen problembewusst und kritisch zu erkunden.
- Die Krise der Repräsentation und neue Formen der Partizipation waren Thema des ersten Panels.
- Im zweiten Panel wurde die Zukunft zweier Gesellschaften im Wandel – insbesondere die Situation der Jugend und von Migranten – in den Blick genommen.
- Die Entwicklung der Parteienlandschaft und die Rolle der Medien darin wurde im dritten Teil der Veranstaltung diskutiert.
- Welchen Problemen und Herausforderungen müssen sich Italien und Deutschland im Europa des 21. Jahrhunderts gleichermaßen stellen? Diese Frage wurde im vierten Panel erörtert.








