Veranstaltungen: Dokumentation

Panel 2

Krise – Kollaps – Comeback? Die Zukunft zweier Gesellschaften im Wandel/ Crisi – collasso – comeback? Il futuro di due società in cambiamento

29.3.2012
Der zweite Tag der Konferenz eröffnete am Vormittag des 2. Dezember 2011 mit einer Diskussion zur Zukunft zweier Gesellschaften im Wandel und nahm dabei insbesondere die Situation der Jugend und Migranten in beiden Ländern in den Blick.

Das einführende Impulsreferat mit dem bezeichnenden Titel "Deutschlands Jugend in Europa - auf der Insel der Seligen?" / "I giovani tedeschi in Europa – sull’isola dei beati?" wurde von Thomas Gensicke (TNS Infratest Sozialforschung GmbH) gehalten.

Thomas GensickeThomas Gensicke
Dr. Thomas Gensicke, Senior Consultant bei TNS Infratest Sozialforschung München, studierte von 1984 bis 1989 Philosophie in Leipzig. Er war von 1991 bis 2000 Forschungsreferent bei Professor Helmut Klages am Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung bei der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer. Thomas Gensicke promovierte dort 1998 und hatte Lehraufträge zum sozialen Wandel, zum Wertewandel und zur Verwaltungsmodernisierung an der PH Karlsruhe, der Universität Koblenz-Landau und der Berufsakademie Mannheim. Seit 2001 arbeitet er als Senior Consultant bei TNS Infratest Sozialforschung München. Seine Forschungsgebiete sind die bundesweite und regionale Einstellungs-, Werte- und Kulturforschung, öffentliche Beteiligung und freiwilliges Engagement sowie Jugendforschung und Besonderheiten der neuen Bundesländer. Ein zweites Impulsreferat von Claudio Cumani, Astrophysiker am European Southern Observatory, Garching und Präsident des Comites München, war der "Bildungssituation in Deutschland und Italien" im Vergleich gewidmet.

Claudio CumaniClaudio Cumani
Claudio Cumani hat sein Physik-Diplom im Fachgebiet Astrophysik an der Universität Triest erworben. Seit 1993 arbeitet er als Software Ingenieur bei der ESO (Europäische Organisation für astronomische Forschung in der südlichen Hemisphäre) in Garching bei München. Seit 2004 ist er Präsident des COM.IT.ES. München (Organe, die in jedem Konsularbezirk von den dort lebenden Italiener gewählt werden). Seine Schwerpunkte liegen in der Ausbildung der italienischen Schüler in Bayern, in der Sensibilisierung der italienischen Mitbürger zur Teilnahme an dem lokalen kulturellen, sozialen, sportlichen und politischen Leben, in der Zusammenarbeit mit Vereinen verschiedener Nationalitäten und deutschen politisch- und sozial engagierten Vertretern und in der Zusammenarbeit mit dem italienischen Generalkonsul in München. Zwischen Oktober 2006 und Februar 2007 war er Mitglied der Arbeitsgruppe 9 "Integration durch bürgerschaftliches Engagement und gleichberechtigte Teilhabe stärken" des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung. Seit März 2009 ist er Mitglied des „Runden Tisches Integration“ des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und seit April 2009 Mitglied des "Integrationsbeirates der Stadt Garching". An der anschließenden, von Kirstin Hausen moderierten Diskussion nahm überdies der aus Algerien stammende und in Italien lebende Autor Amara Lakhous teil, der die Runde um seine persönlichen Erfahrungen als Migrant bereicherte.

Amara LakhousAmara Lakhous
Dr. Amara Lakhous entschloss sich nach dem Abitur, an der Philosophischen Fakultät in Algier zu studieren, wobei er sich auch mit den Wurzeln seiner algerischen Identität, der Religion, dem Algerienkrieg und dem männlichen Überlegenheitsdenken auseinandersetzte. Danach arbeitete er für das algerische Radio und musste wie viele seiner Kollegen permanente Bedrohungen hinnehmen. 1995 siedelte er mit einem Manuskript im Gepäck nach Rom über. Der Text erschien vier Jahre später unter dem Titel "Le cimici e il pirata" als zweisprachige Ausgabe. Amara Lakhous erwarb an der römischen Universität La Sapienza ein zweites Diplom in Kulturanthropologie und schrieb eine Dissertation über die arabisch-muslimischen Einwanderer in Italien. 2006 erschien in Italien sein zweites Buch "Scontro di civiltà per un ascensore a Piazza Vittorio" (dt. "Krach der Kulturen um einen Fahrstuhl an der Piazza Vittorio", 2009), eine Neufassung des 2003 in Algerien und anschließend im Libanon erschienenen Romans "Come farti allattare dalla lupa senza che ti morda". Amara Lakhous wurde u. a. 2006 mit dem Premio Flaiano per la narrativa und 2008 mit dem wichtigsten Literaturpreis Algeriens, dem Premio dei librai algerini, ausgezeichnet. Das Thema Migration wurde anschließend noch ausführlicher behandelt. Eingeleitet wurde dieser Themenblock durch einen Querschnitt durch "50 Jahre Radio Colonia", den Tommaso Pedicini (WDR Funkhaus Europa: Radio Colonia) anhand von Audiobeiträgen im Gespräch mit Kirstin Hausen präsentierte.

Tommaso PediciniTommaso Pedicini


Tommaso Pedicini ist Journalist. Er studierte nach dem Abitur Philosophie an der staatlichen Universität Mailand. Nach dem Zivildienst zog er 1997 nach Deutschland, um in Freiburg zu promovieren. Bei Radio Monaco, der italienischen Sendung des Bayerischen Rundfunks, hat 1998 seine journalistische Laufbahn angefangen. Er war jahrelang freier Mitarbeiter für etliche Zeitungs-, Hörfunk- und Fernsehredaktionen, sowohl aus Deutschland als auch aus Italien und der Schweiz. Seit 2003 ist er staatlich geprüfter Journalist. 2007 wurde er vom Westdeutschen Rundfunk als Redakteur eingestellt. Seit Januar 2009 leitet er Radio Colonia, die italienische Sendung von Funkhaus Europa/WDR: http://www.funkhauseuropa.de/sendungen/radio_colonia/



Die das Vormittagsprogramm abschließende Diskussionsrunde wurde durch ein Impulsreferat von Dr. Roberto Sala vom Max-Weber-Kolleg Universität Erfurt eröffnet und stellte die Frage nach der "Herausforderung der Einwanderungsgesellschaft in Deutschland und Italien" / "La sfida della società di immigrazione in Germania e in Italia".

Roberto SalaRoberto Sala
Dr. Roberto Sala ist Historiker am Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien der Universität Erfurt. Nach dem Studium in Mailand und Bielefeld und Forschungsprojekten am Italienisch-deutschen Historischen Institut, Trient, sowie an der Universität Turin promovierte er 2008 an der Freien Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören besonders die Migrationsgeschichte der Bundesrepublik sowie die Geschichte der italienischen Auswanderung. In diesem Bereich publizierte er unter anderem "Fremde Worte. Medien für ‚Gastarbeiter‘ in der Bundesrepublik im Spannungsfeld von Außen- und Sozialpolitik" (eine Geschichte der fremdsprachigen Radiosendungen der ARD, 2011), "Dolce Vita? Das Bild der italienischen Migranten in Deutschland" (eine kritische Auseinandersetzung mit dem "positiven Vorurteil" des gut integrierten Italieners, hrsg. zus. mit Oliver Janz, 2011) sowie "Radio Colonia. Emigrati italiani in Germania scrivono alla radio" (eine Sammlung von Hörerbriefen italienischer 'Gastarbeiter' an die italienischsprachige WDR-Sendung, zus. mit Giovanna Massariello Merzagora, 2008).



 

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