Veranstaltungen: Dokumentation

Panel 3

Die Überwältigung der Parteiendemokratie durch die Mediendemokratie: Italien als Prototyp?/ Il superamento della democrazia dei partiti da parte della democrazia dei media: l’Italia come prototipo?

29.3.2012
Das Nachmittagsprogramm griff die am Vortrag aufgeworfenen Fragen zur Demokratieentwicklung auf. In beiden Ländern lässt sich ein Niedergang der großen Volksparteien beobachten, einhergehend mit der Auflösung ideologisch gefügter Orientierungen, sozialer Verwurzelungen und dem Entstehen neuer politischer Formationen. Ist die neue Vielfalt für die Entwicklung der Demokratie in Deutschland und Italien eine Chance für "mehr" Demokratie oder ein Risiko für die Stabilität der politischen Systeme? Welche Rolle spielen die neuen und alten Medien dabei? Diesen Fragen widmete sich das dritte Panel.

Das einführende Referat von Piero Ignazi von der Universität Bologna schilderte zunächst die "Charakteristika, Probleme und aktuelle Entwicklungen im italienischen Parteiensystem".

Piero IgnaziPiero Ignazi


Prof. Piero Ignazi ist Professor für Vergleichende Politikwissenschaften an der Universität von Bologna. Er beschäftigt sich hauptsächlich mit der Entwicklung der politischen Parteien in den Demokratien Europas, dem Säkularisierungsprozess in Italien und der Außenpolitik der europäischen Länder. Er ist Direktor der Zeitschrift "Il Mulino" und Mitglied des Redaktionsvorstands der Zeitschrift "Rivista Italiana di Scienza Politica". Außerdem ist Piero Ignazi Chairman des Committee for Political Research der International Political Science Association und Chairman der International Sociological Association.

An dem anschließenden, von Tissy Bruns (Tagesspiegel, Berlin) moderierten Streitgespräch nahmen neben Prof. Dr. Ignazi teil:

Frank Decker (Universität Bonn)

Frank DeckerFrank Decker
Prof. Dr. Frank Decker, Professor für Politische Wissenschaft, studierte Politikwissenschaft, Volkswirtschaftslehre, Publizistik und Öffentliches Recht in Mainz und in Hamburg. Von 1989 bis 2001 war er Wissen-schaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Oberassistent an der Hamburger Helmut-Schmidt-Universität. Seit 2001 ist er Professor für Politische Wissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen das 2004 in zweiter Auflage erschienene Buch "Der neue Rechtspopulismus" (Opladen) und das 2007 zusammen mit Viola Neu herausgegebene "Handbuch der deutschen Parteien" (Wiesbaden). Soeben erschienen sind "Regieren im ‚Parteienbundesstaat‘ – eine aktuelle Bestandsaufnahme des deutschen Regierungssystems" (Wiesbaden 2011) und "Parteien und Parteiensysteme in Deutschland" (Stuttgart 2011).


Gian Enrico Rusconi (Universität Turin)

Gian Enrico RusconiGian Enrico Rusconi
Prof. Dr. Gian Enrico Rusconi ist emeritierter Professor für Politikwissenschaft der Universität Turin. Zahlreiche Studienaufenthalte führten ihn in die USA und nach Deutschland, gefördert durch Forschungsstipendien der Alexander-von-Humboldt Stiftung. 1995/1996 war er Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und 1997 wurde ihm die Goethe-Medaille für Verdienste um den deutsch-italienischen Kulturaustausch verliehen. Er war Gastprofessor an der Freien Universität Berlin. Seine jüngsten Veröffentlichungen in deutscher Sprache sind: Deutschland-Italien. Geschichte einer schwierigen Beziehung von Bismarck bis zu Berlusconi, Schoeningh 2006; Schleichende Entfremdung? Italien und Deutschland nach dem Fall der Mauer, hrsg. mit Th. Schlemmer und H. Woller, Oldenbourg 2008. Sein letztes Buch ist "Cavour e Bismarck", Il Mulino, Bologna 2011.

Jens Tenscher (Österreichische Akademie der Wissenschaften)

Jens TenscherJens Tenscher
Dr. Jens Tenscher, derzeit als Senior Scientist an der Kommission für vergleichende Medien- und Kommunikationsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften tätig, hat Politische Wissenschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Deutsche Philologie an den Universitäten Mannheim und Windsor (Kanada) studiert. Er promovierte 2003 an der Universität Koblenz-Landau. 2003 bis 2009 war er Juniorprofessor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Soziologie an der Universität Koblenz-Landau, Campus Landau. Zudem war er Vertretung von Professuren für Medien-, Kommunikations- und Politikwissenschaft an den Universitäten Mannheim und Augsburg und hatte Gastdozenturen u.a. am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen, der International University in Germany und der Universität Innsbruck inne. Seit 2006 ist er als Sprecher des Arbeitskreises "Politik und Kommunikation" der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) tätig. Moderation: Tissy Bruns (Der Tagesspiegel, Berlin)

Tissy BrunsTissy Bruns
Tissy Bruns ist Leitende Redakteurin und Chefkorrespondentin des Tagesspiegels in Berlin. Seit 1991 war sie Korrespondentin für die taz in Bonn, danach war sie beim Stern und der Wochenpost. Sie wechselte zum Tagesspiegel, zunächst als Korrespondentin in Bonn, nach dem Regierungsumzug 1999 nach Berlin. Von 2002 bis 2003 übernahm sie die Büroleitung des Hauptstadtbüros der Welt. Von 1995 bis 1999 war Tissy Bruns Vorstand der Bundespressekonferenz (BPK), von 1999 bis 2003 war sie als erste Frau Vorsitzende der BPK. Sie ist Autorin des Buches "Republik der Wichtigtuer - Ein Bericht aus Berlin" (2007). Im ersten Beruf war sie Lehrerin für Geschichte und Mathematik.








Präsentation "Va bene?! – Tapetenwechsel" Nach einführenden Worten von Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Institut, wurden in einer anschließenden, von Beppe Severgnini (Corriere della Sera) moderierten Runde mit den Teilnehmenden die Ergebnisse des vom Goethe Institut Italien initiierten Journalisten-Austausch-Programms "Tapetenwechsel" vorgestellt.

Klaus-Dieter LehmannKlaus-Dieter Lehmann


Prof. Dr. h.c. Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts, ist diplomierter Physiker und Mathematiker. Er arbeitete in den 70er Jahren zunächst am Mainzer Max-Planck-Institut, bevor er nach seinem Staatsexamen in Bibliothekswissenschaften ab 1973 Direktor der Stadt- und Universitätsbibliothek in Frankfurt am Main wurde. Ab 1988 war er Generaldirektor der Deutschen Bibliothek Frankfurt am Main, die er später erfolgreich mit der Deutschen Bücherei in Leipzig zur Deutschen Nationalbibliothek zusammenführte. 1998 wurde er als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin berufen. In dieser Funktion verantwortete er insbesondere die Wiederherstellung der Museumsinsel. Seit 2002 Vizepräsident des Goethe-Instituts, folgte er als Nachfolger von Jutta Limbach 2008 auf die Position als Präsident des Goethe-Instituts. www.goethe.de



 

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Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops. Weiter... 

Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft. Weiter... 

TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung. Weiter... 

Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers. Weiter... 

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Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden. Weiter... 

Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Weiter... 

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Die neue Ausgabe des bpb:magazins ist dem Thema Flucht gewidmet. In Reportagen, einem Glossar und Berichten werden zentrale Aspekte der Debatte aufgegriffen. Außerdem bietet das Heft Beiträge zum Arabischen Frühling, dem Thema Mediennutzung und Datensicherheit sowie zahlreiche Hinweise aus bpb-Angebote und eine umfangreiche Backlist. Weiter... 

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Didaktik der inklusiven politischen Bildung

Die Publikation geht der Frage nach, wie durch politische Bildung, inklusiv geplant und gestaltet, die politische Teilhabe aller ermöglicht werden kann. Denn Inklusion ist ein Menschenrecht, eine Aufgabe für alle. Der Fokus liegt auf der Förderung der Politikkompetenz von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Weiter... 

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Die öffentliche Diskussion wird derzeit beherrscht von der wachsenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland – und nicht selten auch von Angst. Um Ängsten zu begegnen, braucht es vor allem eins: Information! Woher kommen Flüchtlinge, wohin fliehen sie, und warum? Und was hat das alles mit der Stadt Dublin zu tun? Weiter... 

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Mehr als 900 Teilnehmer diskutierten auf dem Bundeskongress Politische Bildung (21.-23.5) über das Zeitalter der Partizipation. Impressionen, Interviews und Artikel zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Blog zum Bundeskongress. Weiter...