V. Zukunftsforum Islam
Grußwort von Christoph Müller-Hofstede, M.A., Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
ich begrüße Sie alle ganz herzlich zu später Stunde zum 5. Zukunftsforum Islam. Ich freue mich über die vielen bekannten Gesichter, aber ebenso über die vielen Teilnehmer, die zum ersten Mal hier sind.
Lassen Sie mich Ihnen gleich zu Beginn ganz kurz die Rolle des 'Zukunftsforums Islam' im Kontext der allgemeinen Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung skizzieren. Um Missverständnissen vorzubeugen: die bpb beabsichtigt nicht, eine Islamabteilung aufzubauen oder eine / einen Islambeauftragten zu ernennen. Warum beschäftigen wir uns also mit dem Thema 'Islam und Religion'; wo sind die Zusammenhänge zu den Themen und Handlungsfeldern der politischen Bildung?
Die bpb, ist wie viele von Ihnen vielleicht wissen, eine ehrwürdige Institution der alten Bundesrepublik, gegründet in der Nachkriegszeit im Jahre 1952, als es vor allem und primär um die ja durchaus wichtige, nachzuholende Demokratieerziehung des 'deutschen Volkes' ging. Fast 60 Jahre später durchläuft auch die bpb einen langsamen Prozess der interkulturellen Öffnung, der, wir wissen es alle, eigentlich schon vor 20-30 Jahren hätte eingeleitet werden müssen.
Das bedeutet auch und vor allem, dass auch die politische Bildung und ihre Adressaten lernen müssen, mit der neuen kulturellen und religiösen Vielfalt umzugehen. Das kann nur schrittweise und in einem längeren Prozess von Versuch und Irrtum geschehen, denn es gibt kein Patentrezept, wie sich Einwanderungsgesellschaften im 21. Jahrhundert in Europa neu und besser aufstellen können. Die Diskussionen in Frankreich, den Niederlanden und England zeigen das Ausmaß der Ratlosigkeit und die Vielfalt der Ansätze und Ideen.
Wenn Heribert Prantl kürzlich einen seiner wie immer lesenswerten Artikel überschrieb: 'Jeder muss sich integrieren, auch Markus Söder und Roland Koch', dann hat er einen richtigen Punkt prägnant ausgedrückt.
Auch Jörg Lau, der Integrationsexperte der ZEIT meint: Deutschland steht - sowohl was die öffentliche Debatte als auch die institutionellen Innovationen angeht - im europäischen Maßstab gar nicht so schlecht dar. Natürlich so sollte man hinzufügen: auch wir sind von der Champions- League noch weit entfernt...
Das Zukunftsforum Islam, das wir gemeinsam mit einer Vorbereitungsgruppe nun schon seit 5 Jahren organisieren, ist eine solche Versuchsanordnung, wenn Sie so wollen.
Wir wollen mit relativ bescheidenen Mitteln - jenseits der großen feuilletonistischen oder auch politisch-ideologischen Schlachten zum Thema Islam - jungen muslimischen Intellektuellen, Studierenden aber auch Berufstätigen wie etwa den Islamkundelehrern ein Forum bieten, dessen Markenzeichen 1. Anbindung an die wissenschaftliche Diskussion, 2. der Mut zur sachlichen Kontroverse, und 3. eine Haltung der professionellen Neutralität (zu der wir im übrigen als öffentliche Institution der politischen Bildung auch verpflichtet sind) sein sollen.
Es geht uns um politische Bildung im modernen Sinne, die an die Interessen der Teilnehmenden anknüpft, diese mit in die Planung und Organisation der Veranstaltungen einbezieht und auch in der Lage ist, einen konkreten Nutzen für die Teilnehmer zu erzeugen, wenigstens also einen Zuwachs an Wissen. Hinzu kommen sollen aber auch durch unsere neuen Networking-Formate neue und hilfreiche Kontakte für die eigene Arbeit. Last but not least soll das Ganze aber auch etwas Spaß machen, und den wünsche ich uns allen hiermit von ganzem Herzen. Ich wünsche uns spannende Debatten und danke für Ihre Aufmerksamkeit.
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