Kommunalpolitik auf allen Kanälen
Lokalzeitungsredakteure machen in Kitzingen erste Erfahrungen mit der Kamera
"Kommen Sie bitte auf mich zu und gehen Sie an mir vorbei!", "Wir halten Blickkontakt – bitte nicht in die Kamera schauen!", "Was ist Ihr Lieblingslied? Würden Sie es kurz anstimmen?" – ungewohnte Regie-Anweisungen eines Lokalzeitungsredakteurs an einen Bürgermeisterkandidaten. Für beide ist es eine erste Begegnung mit der Kamera – der eine davor, der andere dahinter. Der Politiker erhofft sich von einem Drei-Minuten-Videoporträt bessere Chancen, ins Rathaus der fränkischen Kleinstadt Kitzingen einzuziehen. Und der Journalist hat die Gelegenheit, einen Blick in die crossmediale Zukunft seines Berufs zu werfen.
Interviewszene in Kitzingen - der Printer mit dem Mikro: Chefredakteur Dirk Lübke (Wetzlarer Zeitung) interviewt den Kitzinger OB-Kandidaten Jens Pauluhn. An der Kamera: Tanja Freudenmann, im Hauptberuf Redakteurin bei der Wetzlarer Zeitung. (© Main-Post)Am Ende haben die Zeitungsmacher gelernt, dass Film- und Tonaufnahmen vor allem eines sind: enorm aufwändig. Die Angst vor der Technik hat ab- und der Respekt vor den routinierten TV-Kollegen hat zugenommen. Dass die Lokalzeitung die neuen TV- und Audio-Kanäle für ihre Themen nutzen muss, galt allen Teilnehmern als ausgemacht. Aber selbst einfache audiovisuelle Darstellungsformen, die im Redaktionsalltag praktikabel sind, wollen geübt sein. Das redaktionelle Führungspersonal wird lernen müssen, die örtliche Politikberichterstattung konzeptionell neu zu denken und zu überlegen, welche Themen und welche Formen ihrer Umsetzung sich für die Kanäle Online, Audio und Video eigen. "Crossmedia ist die Chance die kommunale Politikberichterstattung attraktiver für Bürger aufzuziehen", sagt Berthold L. Flöper, Leiter des bpb-Lokaljournalistenprogramms. "Zudem bietet es die Möglichkeit neue und junge Zielgruppen zu erreichen", erklärt er die Intension seines Hauses.
Die Ergebnisse des Workshops sind im Internet zu begutachten unter: »www.mainpost.de«
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