Veranstaltungen: Dokumentation

Türksün und EU Citizen?

19.4.2007
In den vergangenen Jahren hat die Türkei zahlreiche Reformen umgesetzt, um sich für den Beitritt zur EU zu qualifizieren. Aktuelle Aspekte der Beitrittsdebatte wurden im Rahmen einer international besetzten Podiumsdiskussion aufgegriffen und diskutiert.

In den vergangenen Jahren hat die Türkei zahlreiche Reformen umgesetzt, um sich für den Beitritt zur Europäischen Union zu qualifizieren. Das Land verhandelt offiziell mit der EU, doch die Vorbehalte in den Mitgliedsländern, aber auch innerhalb der Türkei, sind immer noch groß.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Deutschen Welle "Dialog der Welt" wurden bei einer international besetzten Podiumsdiskussion aktuelle Aspekte der Beitrittsdebatte aufgegriffen und kontrovers diskutiert.

So lehnte die Europaabgeordnete Dr. Renate Sommer den Beitritt ab: ##popup_video:||options## "Die Türkei ist zu groß, zu rückständig und in ihrer Mentalität zu weit von Europa entfernt." Baha Güngör, Leiter von DW-RADIO/Türkisch, hielt dagegen: "Die Türkei muss aufgenommen werden, damit sie sich nicht unkontrolliert in eine falsche Richtung entwickelt." Unterstützt wurde er von Dr. Gülistan Gürbey, Privatdozentin der FU Berlin, die die öffentliche Diskussion des Themas in Deutschland kritisierte: "Die Verhandlungen sind aufgenommen worden, weil die Türkei bestimmte Kriterien bereits erfüllt hat. Warum stellen wir das alles wieder in Frage?"

Dr. Burkhard ##popup_video:||align=right## Steppacher von der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigte sich eher skeptisch. "Es fehlen wichtige Bausteine der europäischen Identität", erläuterte er. "Je mehr Bausteine fehlen, umso schwieriger wird die Integration."

Gegen Ende diskutierten auch die Zuschauer mit. Ein Vorschlag aus dem Plenum an Renate Sommer: "Wenn Sie gegen den Beitritt sind, dann müssen Sie die Verhandlungen sofort abbrechen." Die Antwort von Frau Sommer bestätigte nochmal ihre Position: "Ich hätte die Verhandlungen gar nicht erst begonnen."

Audiomittschnitt der Veranstaltung
© Deutsche Welle-DW
Konsens bestand schließlich bei allen darüber, dass im weiteren Prozess der Verhandlungen – genau wie in der Diskussion – nur klare Standpunkte und eine offene Ansprache zum Ziel führen können.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der Deutschen Welle-DW ausgerichtet.



 

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