Veranstaltungen: Dokumentation

31.1.2007

Forum Lokaljournalismus 2007 in Osnabrück

Zwischen Quote und Qualität. Konzepte für die Zukunft der Tageszeitung

Machen sich lokale und regionale Zeitungen die Mühe, selbst zu recherchieren, zu analysieren und zu kommentieren? Das Forum beschäftigte sich mit der Zukunft der Tageszeitung in Bezug auf die lokale Berichterstattung.

Die europäische Zeitungslandschaft ist im Umbruch. Trotz Anzeigenflaute, sinkenden Auflagen und immer weniger jungen Lesern stellen die Zeitungsverlage jetzt die Weichen für die Zukunft ihrer Produkte. Denn die neuen Entwicklungen werfen nicht nur Fragen auf, sie bieten auch Chancen für innovative Ideen und neue redaktionelle Konzepte.

Unter dem Titel "Zwischen Quote und Qualität. Internationale Konzepte für die crossmediale Zukunft der Tageszeitung" diskutierten 120 leitende Redakteure aus Regional- und Lokalzeitungen vom 17. Bis 19. Januar in Osnabrück die Zukunft der Zeitung. Das 15. Forum Lokaljournalismus wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) veranstaltet. Dabei standen aktuelle Trends wie Blogs, Leserreporter oder Podcasts, dass Spannungsfeld zwischen Anzeigengeschäft und redaktioneller Qualität oder die wichtigste Frage der kommenden Jahre, wie gewinnen Zeitungen neue junge Leser, im Vordergrund.

Doch der Fokus blieb nicht auf Deutschland beschränkt. Für den Blick über den Tellerrand sorgten Journalistinnen und Journalisten aus der Schweiz, Österreich und Namibia. Chefredakteur Hubert Patterer erklärte, wie sich die "Kleine Zeitung" aus Graz in Österreich am Markt behauptet und Dr. Ralf Siepmann zeigte, welche Trends den japanischen Zeitungsmarkt ausmachen. Cathérine Duttweiler, Chefredaktorin des Bieler Tageblattes, schaffte es, die Auflage ihrer Zeitung zu steigern. In Osnabrück verriet die Schweizerin, wie dies gelang und weiterhin gelingen kann.

Das 15. Forum Lokaljournalismus machte zwei Dinge deutlich: Die führenden Köpfe der deutschsprachigen Regional- und Lokalzeitungen sehen im Internet längst keinen Rivalen mehr. Im Gegenteil: "Die Zeitung muss für die Leser das Portal in die digitale Welt sein", so Verleger Dirk Ippen. Das sich dadurch wandelnde Berufsbild sei eine der großen Herausforderungen für den (Lokal-)Journalisten der Zukunft.

Die lokalen und regionalen Zeitungsmacher waren sich einig: Die beste Versicherung gegen den befürchteten Bedeutungsverlust der Tageszeitung ist eine qualitativ hochklassige Berichterstattung. Die Zeitung, die ihren Lesern Orientierung bietet, Hintergründe beleuchtet und Zusammenhänge aufzeigt, die die Welt täglich erklärt, die recherchiert und kommentiert, ist durch kein anderes Medium zu ersetzen. Trotz der zunehmenden elektronischen Konkurrenz habe die Zeitung eine Zukunft, weil sie immer auch ein Stück Heimat repräsentiere, sagte der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff.

Text: Andreas Braun


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