Veranstaltungen: Dokumentation

Best practices aus dem Ausland

20.12.2006
Teilnehmende aus dem Ausland berichten über ihre Erfahrungen und Eindrücke bei der "KinderMedienKonferenz 2006"

Stuart Gunn
Stuart Gunn, BBC, Großbritannien
Jede Woche gehen 1,8 Millionen Nutzer auf CBeebies und CBBC, den BBC-Onlineangeboten für Kinder. Diese Seiten sind Teil medienübergreifender Angebote der BBC. Wir wollen überall sein, wo sich Kinder aufhalten: auf den Spielplätzen und zu Hause, im Fernsehen und auf ihren Handys. Wichtig ist uns dabei, dass die Kinder aktiv mitmachen und dass sie auch die Möglichkeit haben, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen.

Wenn wir die Eltern nicht auf unserer Seite hätten, würde das nicht funktionieren. Die Verantwortung, die sie uns entgegen bringen, nehmen wir sehr ernst. Kinder wollen über anspruchsvolle Themen wie den Tsunami oder die terroristischen Anschläge in England sprechen. Die jeweiligen Kontexte müssen wir kindgerecht erklären und weitere Informationsmöglichkeiten aufzeigen.

Internet: »www.bbc.co.uk/cbbc«
»www.bbc.co.uk/cbeebies«

Nathalie Lemaire
Nathalie Lemaire, Le Journal des Enfants, Belgien (li)
Der Krieg im Irak, Wahlen im Kongo oder in Deutschland, AIDS – bei uns stehen aktuelle Themen immer im Vordergrund. Wir, das ist das Journal des Enfants. Die Kinderzeitung erscheint seit 1992, jede Woche, momentan in einer Auflage von 23.000 Stück. Das klingt nicht viel, aber erstens ist Belgien nicht so groß und zweitens sind wir die einzigen in Belgien. Allerdings gibt es viele französische Angebote für Kinder, die auch bei uns weit verbreitet sind.

Belgische Kindermedien gibt es außer uns nicht. Einige Verlage haben es zwar immer wieder probiert, aber sie hatten keinen Erfolg. Der Fehler: Sie haben versucht, Kinder und Teenager gleichzeitig anzusprechen, das funktioniert nun mal nicht. Unsere Zielgruppe sind die Acht- bis Zwölfjährigen, aber manche Großeltern lesen das Journal auch. Einmal im Monat haben wir ein spezielles Dossierthema, zur Zeit etwa "Mikroben". Die Grippe geht um, alle sind krank, da bietet sich das an.

Im Laufe des kommenden Jahres stehen bei uns Veränderungen an. Wir werden kleiner, aber nur im Format, das ist momentan ein Trend bei belgischen Zeitungen. Und wir führen neue Rubriken ein: Sport etwa gab es bislang nicht. In Zukunft können unsere kleinen Leserinnen und Leser auch selbst Fragen stellen, sei es über Tiere oder Wissenschaftsexperimente. Alles in allem werden wir einfach moderner, wir freuen uns schon darauf.

Internet: »www.lejournaldesenfants.be«

Per Bengtsson
Per Bengtsson, Kamratposten, Schweden (li)
Als Stina Qvint unsere Zeitung 1892 gründete, war das Blatt noch sehr streng. Der Ideologie nach wollte man die Kinder dazu erziehen, Gott zu respektieren und das Land zu lieben. Stina Qvint bekam finanzielle Unterstützung von wohlhabenden Leuten und bekannten Autoren, die Zeitung hatte vier bis acht Seiten und druckte fast keine Fotos. Viele Geschichten drehten sich um die königliche Familie und ihre gut erzogenen Kinder. Zu einem Großteil aber enthielt die Zeitung fantastische Märchen. 1934 veröffentlichte Astrid Lindgren ihre erste Kurzgeschichte in dem Blatt. 1950 änderte die Zeitung Name und Haltung – das Magazin Kamratposten war geboren. In den 1960ern und 1970ern kamen auch Themen wie Politik und Sexualität auf die Agenda.

Heute ist Kamratposten ein modernes Kindermagazin mit circa 55.000 Abonnenten. Wir publizieren viele Artikel über Sport, Kultur, Tiere und Wissenschaft. Aber Kamratposten beschäftigt sich immer auch mit den großen Themen des Lebens: mit alle Arten von Gefühlen und Beziehungen, mit Liebe und Tod, mit Themen von Mobbing bis Hausaufgaben. Kamratposten will der beste Freund für Kinder zwischen acht und fünfzehn Jahren sein. Wir respektieren ihre Meinungen. Im Fokus ist immer der Blickwinkel der Kinder.

Internet: »www.kamratposten.se«

Protokolle: Anne Haeming, Inga Koehler, Barbara Lich


 

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