Veranstaltungen: Dokumentation

12.12.2006 | Von:
Torsten Kleinz

"Computerthemen sind keine Spezialthemen"

Torsten Kleinz über Schutzmaßnahmen für den Rechner und die besondere Verantwortung von Journalisten

Torsten Kleinz über Schutzmaßnahmen für den Rechner und die besondere Verantwortung von Journalisten

bpb: Herr Kleinz, Sie sind Journalist und berichten über Computersicherheit. Hand aufs Herz: Haben Sie sich auf Ihrem Rechner schon mal einen Virus eingefangen?

Kleinz: Ja – als ich 14 war auf meinem Amiga. Danach aber nicht mehr.


bpb: Wie schützen Sie ihren Computer?

Kleinz: Als Haupt-Arbeitssystem verwende ich das Betriebssystem Linux, das von der Virenschwemme nicht betroffen ist. Unter Windows setze ich auf die üblichen Sicherheitsmaßnahmen: Ich benutze vertrauenswürdige Programme und Anti-Viren-Software, aktualisiere das Betriebssystem regelmäßig und klicke keine unbekannten Links an. Es ist der größte Schutz zu wissen, was man tut. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber nicht.

bpb: Haben Journalisten beim Thema Computersicherheit eine besondere Verantwortung?

Kleinz: Ja, denn sie gehen mit sensiblen Daten um und müssen wissen, wie sie das vertrauenswürdig tun können. Ihre Informanten verlassen sich darauf. Es gibt unter den Journalisten einen großen Nachholbedarf. Ich halte es zum Beispiel für fragwürdig, wenn es in manchen Verlagshäusern abgelehnt wird, E-Mails zu verschlüsseln.

bpb: Wie können Journalisten das Thema Computersicherheit in der Regionalzeitung aufgreifen?

Kleinz: Das Internet ist doch überall. Lokalredakteure müssen sich umsehen, wach sein. Überall sind Leute schon auf Dialer reingefallen, überall beschäftigen sich Unternehmen mit Computern und IT. Außerdem gibt es mittlerweile in vielen Städten die so genannten "Web-Montage", wo sich Leute treffen, die vom Internet leben, oder auch Stammtische von Wikipedia-Autoren oder Ebay-Verkäufern. Dort findet man immer Geschichten. Computerthemen sind heute keine Spezialthemen mehr.

bpb: Haben Sie noch mehr Recherchetipps?

Kleinz: Natürlich bietet es sich an, die Fachpresse zu lesen. Und wenn ein Freund erzählt, dass er Computer-Probleme hat, seit er dieses oder jenes Programm auf seinem Rechner installiert hat, kann sich dahinter ein Thema verbergen. Unterschätzt werden bislang auch noch viel zu häufig die Weblogs.

bpb: Aber meinen Sie, dass Themen rund um die Computersicherheit auch ein breites Publikum interessieren?

Kleinz: Selbst wenn es die Zeitungsleser jetzt noch nicht interessiert: Es wird sie bald interessieren müssen. Dazu gibt es viel zu große Unsicherheiten.

Interview: Barbara Lich


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