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Veranstaltungen: Dokumentation

4.9.2006

"Gleichzeitig in Afrika..."

"Gleichzeitig in Afrika..." präsentierte zeitgenössische afrikanische Kunst in Deutschland und gab Einblick in ihre Produktions- und Rezeptionsbedingungen in Afrika. Im Januar 2006 fand die zweite Etappe des Projekts mit Ausstellungen und einem Symposium in Berlin und Potsdam statt.

Das Projekt

Ziel des Projekts "Gleichzeitig in Afrika..." war es, zeitgenössische afrikanische Kunst in Deutschland zu präsentieren und gleichzeitig Einblick in die Produktions- und Rezeptionsbedingungen in Afrika zu geben.

Im Sommersemester 2005 wurde – in einer Kooperation der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg mit dem Iwalewa Haus in Bayreuth – einer Geschichte afrikanischer Kunst im 20. Jahrhundert in interdisziplinären Hochschulseminaren nachgegangen. Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen wurden auch afrikanische Künstler eingeladen, ihre Arbeit zu erläutern und mit Studierenden zu diskutieren.

Eine dokumentarische Ausstellung gab in Form von Texten, Fotos und Videos einen Überblick über eine Auswahl von Künstlergruppen, die sich unabhängig von Institutionen in Afrika gebildet hatten, und zeigte die dort von ihnen umgesetzten Projekte. Gleichzeitig präsentierten bei den Stationen dieser Ausstellung einige der Künstler aktuelle Arbeiten in Nürnberg, Bayreuth, Potsdam und Berlin, die einen unmittelbaren Einblick in ihre Arbeit gewährten und zum Dialog einluden.

"Gleichzeitig in Afrika..." – das Seminar

Zeitgenössische afrikanische Kunst wird in Deutschland selten ausgestellt und in deutschen Kunstzeitschriften kaum besprochen. Häufig wird sie dagegen mit fundamentalen Fragen konfrontiert, die zum Teil den Kunstbegriff betreffen und etwa so lauten: kann "unser westlicher" Kunstbegriff auf künstlerische Praxen einer völlig anderen Kultur angewendet werden? Wie kann eine moderne afrikanische Kunst, die einen ihr fremden Kunstbegriff adaptiert hat – gemeint ist wiederum unser Begriff autonomer Kunst –, authentisch sein? Solche Fragen betreffen bei genauerer Betrachtung weniger die andere künstlerische Praxis als vielmehr das Problem, ob wir die afrikanische Kunst überhaupt als Kunst verstehen können. Oder anders gesagt: dabei stehen unser Kunstbegriff und seine Grenzen auf dem Spiel.

Eine andere Position stellt den Begriff "afrikanische Kunst" in Frage, insofern sie diesem unterstellt, die einzelnen, kulturell sehr unterschiedlichen Regionen Afrikas zu vereinheitlichen und afrikanische Kunst wie ein Label zu behandeln, dem bestimmte, ihr eigene – essentielle – Formen und Inhalte zugeschrieben werden.

In all dem werden Probleme der Rezeption afrikanischer Kunst angerissen und kommen Vorstellungen zum Ausdruck, die mit afrikanischer Kunst verbunden sind oder auf sie projiziert werden und gleichzeitig nicht zu trennen sind von dem verbreiteten Bild des Kontinents, das auch sonst die politischen und kulturellen Beziehungen zu Afrika bestimmt.

Das Seminar versuchte, einzelne Epochen der Geschichte afrikanischer Kunst im 20. Jahrhundert anhand ausgewählter Künstlerpersönlichkeiten darzustellen. Afrikanische Kunst wurde dabei ganz schlicht als die Kunst verstanden, die auf diesem Kontinent geschaffen wurde. Gleichzeitig wurden ihre Rezeptionsgeschichte und die Vorstellungen, die aus Europa nach Afrika getragen wurden, und die damit verbundenen ideologischen Ansprüche und Implikationen kritisch beleuchtet. Zu jedem Thema wurde ein prägnanter, möglichst auf deutsch vorliegender Text zur Lektüre vorgeschlagen.


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