Veranstaltungen: Dokumentation

Jugendmedientage 2006

Jugend und Politik – [k]ein Auslaufmodell?!

31.5.2006
'Jugend und Politik – [k]ein Auslaufmodell?!' – das war das Motto der Jugendmedientage 2006 im Deutschen Bundestag in Berlin. Für die 600 jungen Medienmacherinnen und Medienmacher standen dabei Praxisworkshops ebenso auf dem Programm wie spannende Diskussionsrunden mit Medienprofis, Politikerinnen und Politikern.

Neugier, Leidenschaft, Frechheit. Diese drei Eigenschaften brauche ein Journalist unbedingt, meinten die versammelten Journalistenschulen-Leiter zu 600 jungen Medienmachern Ende Mai in Berlin. Was zunächst nach einer Selbstverständlichkeit klingt, war für die Teilnehmer der Jugendmedientage 2006 allerdings in erster Linie eine Bestätigung.

Denn die jungen Journalistinnen und Journalisten waren nach Berlin gereist, um vom 18. bis zum 21. Mai Bundespolitik wie Hauptstadtmedien aus aller nächster Nähe zu erleben, journalistisch aktiv zu werden und Politiker wie Pressevertreter mit hartnäckigem Nachfragen zu löchern. Die Jugendmedientage 2006 unter dem Motto "Jugend und Politik – (k)ein Auslaufmodell?!" waren die fünfte Jahresveranstaltung dieser Art, veranstaltet vom Bundesverband der Jugendpresse, wie in den Vorjahren in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Neu war der Veranstaltungsort – die Großveranstaltung für Nachwuchsjournalisten aus ganz Deutschland tagte dieses Mal im Deutschen Bundestag, unter der Schirmherrschaft von Vize-Präsidentin Susanne Kastner.

Die Gebäude, die normalerweise nur als politische Bühne genutzt werden, waren der ideale Schauplatz für den Journalistennachwuchs – ist es doch ihr Beruf, immer mittendrin zu sein und sich dennoch nie mit einer Sache gemein zu machen. Das konnten die Jugendlichen zum Beispiel bei Diskussionen mit den Fraktionsspitzen aller Parteien üben, bei hochkarätig besetzten Gesprächsrunden im Paul-Löbe-Haus und als Krönung am letzten Tag: bei der Abschlussveranstaltung im Plenarsaal.

Der institutionelle Rahmen ist eine Sache, doch die inhaltlichen Schwerpunkte waren von kaum geringerer Bedeutung. Auf der einen Seite die Theorie: Bei den Podiumsdiskussionen standen gesellschaftliche Fragen wie "Verliebt, verlobt, verheiratet, geschieden – wie leben wir demnächst?" ebenso auf der Tagesordnung wie die Themen Bildung, Globalisierung oder die Neutralität von Politikberichterstattung. Und auf der anderen Seite die Praxis-Workshops: Hier konnten die Jugendlichen ihr frisch erworbenes Hintergrundwissen in den verschiedenen journalistischen Stilformen verarbeiten, so etwa in den Redaktionen verschiedener Hauptstadtmedien.

"Das Feedback war durchweg positiv", bilanziert denn auch Marlena Köpke vom Verband der Jugendpresse. "Das beste Beispiel ist die Auftaktveranstaltung in der Akademie der Künste mit Günter Wallraff, Christoph Schlingensief und Co. Als die alle auf der Bühne saßen, wussten wir: Unsere Pläne füllen sich jetzt endlich mit Leben."

Neben den drei Allgemeinplätzen Neugier, Leidenschaft und Frechheit haben die 600 jungen Nachwuchsjournalisten bewiesen, dass eine andere Qualität unabdingbar ist: Engagement. Davon ist auch Thomas Krüger, der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb überzeugt: "Mitmachen, teilhaben - das ist das A und O der Demokratie. Die Jugendmedientage zeigen einmal mehr: Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wollen sich engagieren und interessieren sich für Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Medien."

Text: Anne Haeming

Mehr zum Thema im Internet unter:
»www.jugendmedientage.de/«
»www.jugendpresse.de/«


 

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