Veranstaltungen: Dokumentation

6.10.2005

Blühende Landschaften?

Über die Perspektiven der Medien lässt sich viel spekulieren – und vor allem diskutieren. Wie sieht die Medienlandschaft also aus, wenn die Teilnehmenden der JMT in zehn, zwanzig Jahren in den Redaktionen sitzen werden?

Über die Perspektiven der Medien lässt sich viel spekulieren – und vor allem diskutieren. Klar, dass der Blick in die Zukunft auch bei den Jugendmedientagen nicht fehlen durfte. Wie sieht die Medienlandschaft also aus, wenn die Teilnehmenden der JMT in zehn, zwanzig Jahren in den Redaktionen sitzen werden?

Matthias Nass, stellvertretender Chefredakteur, "DIE ZEIT"

"Die große Expansion wird im Online-Journalismus passieren. Wir sehen im Augenblick, wie sich die Zahlen der Nutzer fast explosionsartig entwickeln. Mit den Nutzern gehen auch immer mehr Anzeigenkunden online. Ich glaube, dass die Tageszeitungen noch eine schwierige Strecke vor sich haben. Den Wochenzeitungen, also auch der ZEIT, geht es im Moment eher gut, sie sind wirtschaftlich abgesichert. Ansonsten wird sich das Medienangebot generell sehr stark ausdifferenzieren und wir werden unzählig viele Fernseh- und Hörfunkkanäle haben. Aber am Ende wird sich die Zukunft der Medien nicht nur über die Zahlen, sondern über die Qualität der Medien entscheiden."

Ulrike Herrmann, Ressortleiterin Wirtschaft und Umwelt, "taz – die tageszeitung"

"Auch in Zukunft wird die Medienlandschaft stark vom Anzeigenmarkt abhängen – der Konkurrenzkampf wird sich weiter verschärfen. Aber das heißt nicht, dass Medien aussterben werden, alle werden bestehen bleiben: Ich halte die Theorie schlicht für falsch, dass neue Medien alte ersetzen können. Allerdings gehe ich davon aus, dass nicht alle überregionalen Tageszeitungen überleben und es gleichzeitig zu einer noch stärkeren Konzentration in der regionalen Tageszeitungslandschaft kommen wird. Eine weitere Tendenz, die ich sehe, ist inhaltlicher Art: Meiner Meinung nach wird die Tageszeitung immer mehr die Aufgabe haben, nicht nur Informationen zu liefern, sondern Analyst zu sein."

Thomas Kühn, Leiter Vorabend Magazine sowie stellvertretender Chefredakteur, NDR Fernsehen

"Auf die jungen Leute, die in zehn, zwanzig Jahren Medien machen, wird eine große Aufgabe zukommen. Für das Fernsehen wird es schwierig, weil sich die Fernseh-Landschaft massiv verändern wird – und dies auch bereits getan hat. In absehbarer Zeit schon wird es Special-Interest-Sender und
-Kanäle geben, wie das in Großbritannien bereits der Fall ist. Das Sehverhalten wird sich verändern. Und das bedeutet, dass sich die TV-Landschaft noch mehr zerfasert. Es wird problematischer, die Menschen zu erreichen."

Jörn Lauterbach, stellvertretender Redaktionsleiter, "DIE WELT", "WELT am Sonntag" und "WELT kompakt"

"Die klassische Zeitung wird schon überleben, aber Konzentrationsprozesse wird es geben. Die Bandbreite der Zeitungen wird abnehmen und die Vielfalt wegbrechen. Journalisten werden künftig noch flexibler sein müssen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Denn innerhalb der Printredaktionen stehen Veränderungen an: Ich glaube, Redaktionen werden immer mehr zu 'Dienstleistungseinheiten' für verschiedene Objekte."

Protokolle: Barbara Lich, Anne Haeming


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