Veranstaltungen: Dokumentation

6.7.2005 | Von:
Heiko Sakurai

Zugespitzt kommentieren

Karikaturist Heiko Sakurai im Gespräch

Warum gehören Karikaturen in die Zeitung? Heiko Sakurai ist politischer Karikaturist und beantwortet diese und mehr Fragen rund ums Thema. Im Interview spricht er über die kommentierende Funktion der zugespitzten Zeichnungen, die Suche nach Inspiration und die Situation der Branche.

bpb: Herr Sakurai, warum gehört eine Karikatur in die Zeitung?

Sakurai: Als Kommentarform hat die Karikatur eine lange Tradition. Sie steht gleichberechtigt neben dem kommentierenden Leitartikel. Durch die Zuspitzung und mit Hilfe bildnerischer Mittel kann sie aber in Teilen eine andere Leserschaft erreichen als ein geschriebener Kommentar. Übrigens sind auch Lehrer oft dankbar für eine gute Karikatur: Sie erleichtert den Einstieg in ein schwieriges Unterrichtsthema.

bpb: Was macht eine gute Karikatur denn aus?

Sakurai: Sie muss eine Botschaft haben, wenn möglich eine aufklärerische Botschaft. Natürlich sollte sie auch handwerklich gut gemacht sein. Und: Hilfreich ist ein Witz, eine Pointe...

bpb: ...eine Pointe ist lediglich hilfreich? Ist eine solche nicht Pflicht?

Sakurai: Nein, sie ist nur hilfreich. Es gibt Situationen, da muss man auf Witze verzichten. Beim Thema Terrorismus zum Beispiel.

bpb: Bei Ihrer Themensuche müssen Sie sich ja immer an der aktuellen Nachrichtenlage orientieren. Aber liegen bei Ihnen auch Karikaturen "auf Halde"?

Sakurai: Nun, manche Themen wabern wochenlang durch die Medien, da zeichnet man viele verschiedene Variationen. Ansonsten habe ich einige Ideen auf Halde. Und es gibt natürlich Situationen, die immer wieder auftreten.

bpb: Zum Beispiel?

Sakurai: Rücktritte von Politikern oder Managern, Leute, die - in welcher Form auch immer - "abgesägt" werden... Da gibt es einiges. In solchen Fällen sind Ideen schon recyclebar – und das wird auch oft gemacht. Gut ist das ja eigentlich nicht, man sollte sich schon immer etwas Neues ausdenken. Aber manchmal kann man auch elegant abwandeln.

bpb: Vielen Verlagen geht es derzeit nicht besonders gut, es wird gestrichen, gekürzt, gespart. Wie sieht denn in diesem Zusammenhang der Arbeitsmarkt für Karikaturisten aus?

Sakurai: Der Arbeitsmarkt wird, fürchte ich, immer kleiner. Das wird ein echtes Problem. Die Honorare sind gefallen, das Nachwachsen wird immer schwieriger. Früher hatten die Zeitungen feste Karikaturisten. Aber mit dem Fax ging es los, dass man seine Zeichnungen überall hin verbreiten konnte, das war der "Wandbrecher". Jetzt gibt es das Internet. Somit leisten sich heutzutage meist nur noch die großen Zeitungen eigene Zeichner.

Interview und Foto: Barbara Lich


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