Veranstaltungen: Dokumentation

15.4.2005

Ende der Dienstzeit in der Normannenstraße

Podien und Vorträge

Am 15. Januar 1990 drängten tausende Menschen im "Sturm auf die Normannenstraße" auf das Gelände der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg. 15 Jahre danach lud die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen zu einem Tag der offenen Tür ein. Die bpb befragte die Zeitzeuginnen und Zeitzeugen jener Tage zu deren Erinnerungen.

Am 15. Januar 1990 drängten tausende Menschen auf das bis dahin hermetisch abgeriegelte Gelände der Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg, das die Regierung Modrow als "Amt für Nationale Sicherheit" weiterführen wollte: Der "Sturm auf die Normannenstraße" hatte begonnen. Innerhalb kürzester Zeit brach der allmächtige Apparat des Ministeriums für Staatssicherheit der ehemaligen DDR zusammen.

Der 15. Januar ebnete zugleich den Zugang zu dessen Akten, der für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte von großer Bedeutung ist. 15 Jahre nach der "Erstürmung der Normannenstraße" lud die Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen zu einem Tag der offenen Tür im einstigen Ministerium ein. Besucht werden konnte die ständige Ausstellung in Haus 1, das Archiv der BStU. Mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie Zeugnissen jener Tage sollte darüber hinaus noch einmal der historischen und politischen Bedeutung dieses Ereignisses nachgegangen werden. Außerdem fanden Veranstaltungen, ein Konzert mit Wolf Biermann sowie ein "Infomarkt" von Bürgerkomitees statt.

Wahrheit und Legende

Was ist wahr, was ist Legende? Der Historiker Jens Schöne, Mitarbeiter der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Berlin, antwortet im Video-Interview auf diese Fragen. Er beleuchtet den wissenschaftlichen Stand der Dinge und benennt Verschwörungstheorien als solche.

Der Mitarbeiter der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur äußert sich zum Forschungsstand über die Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale. (© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung)


Vom Wissenschaftler zum Journalisten

Wie lange kann sich die DDR noch den Reformimpulsen aus dem Osten entziehen? Eine Frage, mit der sich der Historiker Dr. Walter Süß im Bereich DDR-Forschung an der FU Berlin beschäftigte. Das Tempo wissenschafticher Forschung habe mit dem der politischen Entwicklungen nicht mithalten können, sagt Süß heute.

Der Mitarbeiter der BstU berichtet, wie er als Reporter den 15. Januar 1990 in der Normannenstraße erlebte. (© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung)


Was wusste die Stasi?

Am 15. Januar 1990 war Stefan Konopatzky mit dabei, als eine Gruppe von Menschen das MfS-Gebäude besetzte. Noch spannender ist aber, was er heute macht: Konopatzky arbeitet bei der BStU mit an der Entschlüsselung der Daten und Dokumente, die das Ministerium seinerzeit durch Spionage anhäufte.

Der Mitarbeiter der BStU, der am 15. Januar 1990 zu den Besetzern der Stasi-Zentrale gehörte, berichtet über seine Erfahrungen. (© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung)


Die Tore der Stasi zumauern

"Mit Fantasie gegen Stasi und Nasi", hieß es auf den Flugblättern, mit denen das Neue Forum, zu dessen Gründern Bärbel Boley und Reinhard Schult gehörten, zur Demonstration aufgerufen hatten: Spraydosen sollten die Demonstranten mitbringen, um ihre Forderungen auf die Mauern der Stasi-Zentrale zu schreiben – und Steine, um die Tore zuzumauern.

Der DDR-Oppositionelle und Mitgründer des Neuen Forums spricht über seine Erfahrung des 15. Januars 1990. (© Bundeszentrale für politische Bildung)


Der 15. Januar begann im Dezember

Der Anfang vom Ende des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) war nicht der 15. Januar 1990 in Berlin, sondern der 4. Dezember 1989 in Erfurt, meint Pfarrer Martin Montag, Vorsitzender des Bürgerkomitees Thüringen. An diesem Tag wurde die erste Bezirksverwaltung des MfS besetzt.

Der ehemalige Vorsitzende des Bürgerkomitees Thüringen berichtet über seine Erfahrungen bei der Besetzung der Stasi-Zentrale. (© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung)


Akten bewahren, nicht vernichten

Die Besetzung der Stasi-Zentrale in Berlin sollte die Arbeit dort endgültig stoppen, die weitere Vernichtung von Akten verhindern. Was jedoch mit ihnen geschehen sollte, darüber waren sich die Bürgerrechtler uneins. Mit ihrer Forderung, die Akten zu schützen, machte sich Margitta Kupler nicht nur Freunde.

Kupler, die die Auflösung des MfS mitorganisierte, spricht über die Widerstände gegen ihre Forderung, die Akten des MfS zu bewahren. (© 2005 Bundeszentrale für politische Bildung)


Ein welthistorischer Tag

Roland Jahn wuchs auf in der DDR – 1983 wurde der junge Student und Bürgerrechtler ausgebürgert. "Ob im Osten oder Westen, wo du bist, ist nie am Besten" – dieser Satz war so etwas wie sein Motto, und fortan arbeitete Jahn als Journalist daran, Mißstände aufzudecken – besonders im Osten, aber auch im Westen.



Event series

Mapping Memories

Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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Fachkonferenz

Konferenz zur Holocaustforschung

Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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