Veranstaltungen: Dokumentation

19.12.2003 | Von:

Google, Blogs & Newsbots

Mediatoren der Internetöffentlichkeit

Suchmaschinen und Nachrichtenaggregatoren

Die Beobachterfunktion ändert sich insofern, als die Bewältigung der "Informationsflut" im Internet selbst zu einer vordringlichen Aufgabe wird. Dabei geht es um die Aufmerksamkeitslenkung und –fokussierung, um den gezielten Hinweis auf bereits Publiziertes durch einen Hyperlink – und nicht um die Auswahlentscheidung, ob etwas überhaupt publiziert werden soll.

Solche Meta-Angebote gibt es in unterschiedlichen Ausprägungen. Sie lassen sich auf einem Quantitäts-Qualitäts-Kontinuum einordnen: Am Pol "hohe Quantität – geringe Qualität" befinden sich Suchmaschinen, die zwar eine große Trefferzahl produzieren, aber häufig schlechte Ergebnisse liefern. Das hat eine Studie bestätigt, die der Autor an der Universität Münster im vergangenen Jahr im Auftrag der Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Dabei lag der Anteil der relevanten Treffer unter den ersten zwanzig Links auf den Ergebnislisten (in Abhängigkeit von Thema und Anbieter) nur zwischen 20 und 45% (vgl. Machill/Neuberger/Schweiger/Wirth 2003: 104). Nicht nur Schwächen der Suchtechniken, sondern auch externe und interne Formen der Manipulation verhindern bessere Resultate.

Suchmaschinen sind (zusammen mit Portalen) nicht nur die meistgenutzten Websites (vgl. van Eimeren/Gerhard/Frees 2003: 351), sondern auch der häufigste Zugangsweg zu Internetseiten (vgl. ebd.: 346). Deshalb haben sie einen besonders starken Einfluss auf die Verteilung von Aufmerksamkeit. Spezielle Suchmaschinen sind die so genannten "Nachrichtenaggregatoren" oder "Newsbots", die nur journalistische Quellen im Internet auswerten. "Google News" überlässt Redaktionsaufgaben wie Auswahl, Kategorisierung und Gewichtung der Nachrichten einer auf Algorithmen basierenden Gruppierungstechnologie. Kriterien für die Aufnahme eines Themas sind Zahl, Umfang und Platzierung der zu einem Ereignis veröffentlichten Beiträge. Dies führt zu einem "Mainstreaming": Was oft veröffentlicht wird, gilt als besonders relevant. So stößt man in "Google News" immer wieder auf fast identische Texte, weil eine Agenturmeldung an vielen Stellen im Netz veröffentlicht wurde, was die Software aber (noch) nicht erkennt. Microsoft testet zurzeit einen eigenen "Newsbot", der die Auswahl personalisieren soll, indem er das Auswahlverhalten des Nutzers beobachtet (vgl. Patalong 2003).

Am anderen Pol des Kontinuums könnte man traditionell-journalistische Angebote verorten ("geringe Quantität – hohe Qualität"), die sorgfältig selektierte und kommentierte Verweise auf Internetressourcen geben, etwa in der neuen Darstellungsform der Hypertext-Kolumne. Beispiele dafür sind der tägliche Feuilletonüberblick der "Perlentaucher" oder das "Altpapier" der "Netzeitung", das darüber informiert, was auf den Medienseiten der Zeitungen steht.


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