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Veranstaltungen: Dokumentation

23.10.2003

Wenn das Nilpferd Bärbel Breitfuß die Politik erklärt

Rund 400 Gäste kamen zum Tag der Offenen Tür und schauten sich um in den "Räumen der politischen Bildung"

Gerhard Schröder wäre neidisch gewesen. Atemlos lauschten die Zuhörerinnen und Zuhörer, was Regierungschefin Bärbel Breitfuß über Demokratie und Verfassung zu erzählen hatte. In ihrem Land, in HanisauLand, dürfe sich jeder frei entfalten. "Er muss nur aufpassen, dass er nicht faltig wird." Bärbel Breitfuß ist die erste Kanzlerin der Internet-Welt www.hanisauland.de, der Kinderseite der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb. Beim Tag der Offenen Tür der bpb am 17. Oktober in Bonn war die Bärbel-Puppe der Star.

Ende September ist die bpb in neue Räumlichkeiten an der Adenauerallee gezogen. Die 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich auf drei Etagen eingerichtet. Mit einem bunten Einweihungsfest präsentierte sich die bpb nun den Bonnerinnen und Bonnern. Bei einem Rundgang durchs Haus konnten die rund 400 Gäste, darunter auch Bonns Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann, sehen, wie und wo politische Bildung "entsteht".

Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich angetan von den neuen Räumen. "Vorher war es doch sehr beengt. Ich bin überrascht, wie groß der Besucherladen nun ist", sagte Susanne Wagner, Psychologin an den Rheinischen Kliniken. Der Besucherladen heißt nun Medienzentrum und soll künftig die gesamte Bandbreite des Medienangebots der bpb präsentieren. Am Tag der Offenen Tür stellten sich die insgesamt sieben Fachbereiche der bpb vor, von den Kulturellen Medien, über die Bereiche Veranstaltungen und Multimedia bis hin zur Printabteilung. Die Online-Redaktion stellte die bpb- Website vor, und die Besucherinnen und Besucher konnten online Videointerviews mit Zeitzeugen, Autoren und Wissenschaftlern zu den Themen Europa und Weltfestspiele in der DDR ansehen. Wer wollte, konnte die interaktive Hilfe des "Wahl-O-Mat" nutzen: Anhand von Thesen können sich die Userinnen und User mithilfe des "Wahl-O-Mat" über die politischen Positionen der Parteien informieren. Indem sie verschiedene Fragen beantworten, gelangen sie zu der Partei, deren Programm mit ihren Positionen am ehesten übereinstimmt. Bislang war der "Wahl-O-Mat" schon zweimal im Einsatz, zur Bundestagswahl 2002 und zu den bayrischen Landtagswahlen in diesem September – mit großem Erfolg. Das nächste Mal ist der "Wahl-O-Mat" zur Europawahl wieder online.

Riesenandrang gab es bei den Publikationen. Hier wurde geblättert und gestöbert, was aber nicht nur am Tag der Offenen Tür, sondern auch zu den regulären Öffnungszeiten möglich ist. Gegen eine Bereitstellungspauschale von zwei bis vier Euro können die Besucherinnen und Besucher im Medienzentrum Bücher, Hefte und CD-Roms selbst abholen. Einige der Veröffentlichungen sind nach wie vor kostenlos. Eine 23-Jährige Studentin nutzte die Chance und suchte sich gleich reichlich Publikationen aus. Gerade aus dem europäischen Ausland zurückgekehrt, benutzt sie die Bücher für ihre Diplomarbeit. Ihr besonderes Interesse: die Themen Globalisierung und internationale Politik. Auch Indira Menke, Volontärin bei einem Bildungsverlag, war angetan von dem Publikationsangebot. "Für unsere Arbeit greifen wir immer wieder auf Informationen der bpb zurück." Auch andere Besucher meinten, dass der Tag der Offenen Tür ein "besonderes Ereignis" der bpb sei und ebenso ein "wichtiges Zeichen für Transparenz".

Im Garten, auf der Hüpfburg, hatten die kleinen Besucher ihren Spaß, bunt bemalt vom Kinderschmink-Profi. Im Festzelt machte sich das Comedy-Duo Pause&Alich vom Bonner Pantheon-Theater seine eigenen Gedanken zur politischen Bildung. Die Sängerin Isabel Trimborn präsentierte gemeinsam mit dem Pianisten Felix Dohle Geschichten über die Liebe und das Leben – mit eigenen Stücken und Liedern aus den 30er und 40er Jahren. Es gab relaxten Barjazz mit "Knaller & Die Herren", Bernd Knaller Delbrügge und Easy Möske und – später am Abend – "DJ plus Sax", eine Mischung aus Chill-Out und House. Und draußen, vor dem Zelt, tummelte sich auch Bärbel Breitfuß - von Christoph Biemann von der "Sendung mit der Maus" kräftig unterstützt. "Wir haben schon eine Fahne und eine Verfassung und überhaupt sehr viel Spaß", so die Kanzlerin. Mit der Verfassung ist das allerdings auch in HanisauLand noch so eine Sache. "Die lesen wir nur vor, wenn der Nachwuchs mal wieder nicht einschlafen will."

Hier finden Sie eine Bildstrecke zum Tag der Offenen Tür.

Sonja Ernst und Nicole Maschler


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