Muslimische Frauen(bilder)
Karimah K. Stauch
1. Sozio-kulturelle Standortbestimmung muslimischer Frauen in Deutschland
- Die soziale Positionierung muslimischer Frauen in Deutschland ist eng verbunden mit der Positionierung der Muslime in Deutschland insgesamt.
- Verfügbares Zahlenmaterial ist leider fast ausschließlich das Material der Ausländerstatistik. - Dieses ist vollkommen unzureichend, bietet aber dennoch einige Anhaltspunkte. - Es darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Betrachtung von Islam als "Ausländerphänomen" unzutreffend und nicht sachdienlich ist.
- Soziale Daten aus der Ausländerstatistik zeigen die schwierige Lage von MigrantInnen anhand einer Vielzahl von Indikatoren: berufliche Stellung, Arbeitslosigkeit, Einkommensverhältnisse, Bildungschancen u.a.
- Gleichzeitig gibt es vielfältige empirische Belege für sowohl Fremden- als auch Islamfeindlichkeit (- so etwa die Shell-Jugend-Studie, Repr. Umfrage des Siegmund-Freud-Instituts und viele andere).
- Eine aktive Integrationspolitik für Muslime fehlt weiterhin.
- Islam ist nicht als "Körperschaft des öffentlichen Rechts" anerkannt.
- Religiöse und Heimat-Vereine werden von Migranten stark genutzt, jedoch kaum durch öffentliche Maßnahmen oder Gelder gefördert.
- Nach den verfügbaren empirischen Zahlen spielt die Religiosität weiterhin eine relativ große Rolle im Leben von Menschen muslimischer Herkunft. Ungefähr 35-55% von ihnen sehen sich als religiös.
- Die Formen von Religiosität und die persönlichen Einstellungen variieren sehr stark. über eine große Bandbreite.
- Ein Prozess der Hochislamisierung, d.h. der bewussten Auseinandersetzung mit islamischen Quellen, ist festzustellen.
- Diese Auseinandersetzung führt zu einer Unterscheidung zwischen traditionellen Deutungsmustern und genuin religiösen Lehren, die sich aus den islamischen Quellen ableiten. (Beispiel: Verheiratung von Mädchen, Möglichkeit der Scheidung etc.).
- Bei der Auslegung der islamischen Quellen spielt Interpretation eine große Rolle.
- Reale Rolle der muslimischen Frauen im öffentlichen Leben im Umbruch, aber insgesamt noch recht begrenzt.
- Dabei spielt die durchschnittlich noch ungenügende religiöse Bildung eine Rolle.
- Muslimische Frauen sind Teil islamischer Netzwerke oder verfügen über ihre eigenen Netzwerke. Diese sind zum Teil institutionalisiert, zum Teil aber (noch) nicht.
- In islamischen Organisationen/ Moscheevereinen finden viele Frauenaktivitäten parallel zu und getrennt von denen der Männer statt.
- Eine Reihe muslimischer Organisationen führen gemischte Veranstaltungen durch.
- Frauen haben Entscheidungsfunktionen/ Vorstandsämter in einer wachsenden Zahl von muslimischen Organisationen inne. Einige Organisationen haben dabei eine Vorreiterrolle gespielt.
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