Veranstaltungen: Dokumentation

Welche Rolle nimmt die UNO bei der Bewältigung internationaler Konflikte ein?

17.2.2003
Prof. Berthold Meyer über die Rolle der UNO bei der Bewältigung internationaler Konflikte.

Prof. Berthold Meyer
  1. "Eine internationale Organisation kann nie stärker sein als ihre Mitglieder sie machen wollen" (Klaus Kinkel). Diese Grundtatsache gilt für die Vereinten Nationen seit ihrer Gründung. Sie begründet das Auseinanderklaffen zwischen dem Anspruch der UNO, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren, und ihren Möglichkeiten, gegen Friedensbrecher wirksam einzuschreiten.

  2. Die in der "Agenda für den Frieden" 1992 genannten vier Aufgabenbereiche der UNO "Vorbeugende Diplomatie", "Friedensschaffung", "Friedenssicherung" und "Friedenskonsolidierung" konnten im vergangenen Jahrzehnt in den verschiedenen Konflikten, zu denen die Organisation aufgefordert war, sich zu verhalten, unterschiedlich erfolgreich wahrgenommen werden. Entscheidend dafür waren sowohl die Fähigkeit zur Früherkennung von Gewaltpotenzialen wie die Möglichkeiten, Mandate nach Kapitel VII der Charta auszusprechen und Truppenkontingente dafür einzusetzen, wie auch die finanzielle Ausstattung der UNO und ihrer Missionen.

  3. Darüber hinaus erweist es sich mit der Zunahme von Konflikten innerhalb einzelner Staaten als Problem, dass die Kompetenz der UNO bei interethnischen Konflikten umstritten ist. Dementsprechend problematisch ist es, Mandate für "humanitären Interventionen" in diesen Fällen so auszustatten, dass die der gewaltsamen Konfliktaustragung ein Ende bereiten können.

  4. Das unterschiedliche Gewicht der Ständigen und der Nicht-Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates wird häufig als Haupthindernis für die Reaktionsschwäche der UNO bei der Bewältigung von internationalen Konflikten angesehen. Doch es ist weniger die Macht von fünf Staaten, ein Veto auszusprechen, das die Handlungsmöglichkeit der UNO schwächt, als vielmehr die Macht einzelner Staaten oder Koalitionen, an der UNO und einem eventuell vorliegenden Veto vorbei militärisch zu handeln.

  5. Nachdem der Generalsekretär auch fast 60 Jahre nach Gründung der UNO noch nicht über eine eigene Militärmacht verfügt, kann davon ausgegangen werden, dass sich dies auch in Zukunft nicht ändern wird, weil es im Widerspruch zu den Souveränitätsvorbehalten der Mitgliedstaaten steht. Demgegenüber wäre es wünschenswert und möglich, den Generalsekretär mit einer eigenen internationalen Bereitschafts-Polizeitruppe auszustatten, die obendrein besser als Militäreinheiten geeignet wäre, in Krisengebieten präventiv tätig zu sein.



 

TiT-Veranstaltungsreihe

Themenzeit im Themenraum

Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit eingeladenen Experten und Expertinnen zu Themen der politischen Bildung... Weiter... 

Veranstaltungsreihe

Checkpoint bpb – die Montagsgespräche

Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers. Weiter... 

Veranstaltungsreihe

What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden. Weiter... 

Blog zur Fachkonferenz

Medienkompetenz 2014

Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Weiter... 

bpb-magazin Cover-Bildbpb:magazin

bpb:magazin 2/2015

Die neue Ausgabe des bpb:magazins ist dem Thema Flucht gewidmet. In Reportagen, einem Glossar und Berichten werden zentrale Aspekte der Debatte aufgegriffen. Außerdem bietet das Heft Beiträge zum Arabischen Frühling, dem Thema Mediennutzung und Datensicherheit sowie zahlreiche Hinweise aus bpb-Angebote und eine umfangreiche Backlist. Weiter... 

Coverbild Didaktik der inklusiven politischen BildungSchriftenreihe (Bd. 1617)

Didaktik der inklusiven politischen Bildung

Die Publikation geht der Frage nach, wie durch politische Bildung, inklusiv geplant und gestaltet, die politische Teilhabe aller ermöglicht werden kann. Denn Inklusion ist ein Menschenrecht, eine Aufgabe für alle. Der Fokus liegt auf der Förderung der Politikkompetenz von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Weiter... 

Coverbild FlüchtlingeThemenblätter im Unterricht (Nr. 109)

Flüchtlinge

Die öffentliche Diskussion wird derzeit beherrscht von der wachsenden Zahl an Flüchtlingen in Deutschland – und nicht selten auch von Angst. Um Ängsten zu begegnen, braucht es vor allem eins: Information! Woher kommen Flüchtlinge, wohin fliehen sie, und warum? Und was hat das alles mit der Stadt Dublin zu tun? Weiter... 

Bundeskongress Politische Bildung, EröffnungBlog

Bundeskongress Politische Bildung

Mehr als 900 Teilnehmer diskutierten auf dem Bundeskongress Politische Bildung (21.-23.5) über das Zeitalter der Partizipation. Impressionen, Interviews und Artikel zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie im Blog zum Bundeskongress. Weiter... 

zum Fragebogen >

Ihre Meinung ist uns wichtig


Vielen Dank für Ihren Besuch von bpb.de!

Wir wollen unseren Internetauftritt verbessern - und zwar mit Ihrer Hilfe. Dazu laden wir Sie herzlich zu einer kurzen Befragung ein. Sie dauert etwa 10-12 Minuten. Die Befragung führt das unabhängige Marktforschungsinstitut SKOPOS für uns durch.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Teilnahme. Ihre Meinung ist uns sehr wichtig!

Ihre Bundeszentrale für politische Bildung

Information zum Datenschutz und zur Datensicherheit


Als unabhängiges Marktforschungsinstitut führt SKOPOS Institut für Markt- und Kommunikationsforschung GmbH & Co. KG im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung diese Befragung durch.

Zur Durchführung der Befragung erhebt SKOPOS Ihre IP-Adresse. Diese wird umgehend anonymisiert und getrennt von den Befragungsdaten verarbeitet, deshalb ist eine Identifizierung von Personen nicht möglich. Weitere personenbeziehbare oder personenbezogene Daten werden nicht erhoben.

Die Befragung entspricht den gesetzlichen Bestimmungen zum Datenschutz und den Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V. sowie der Europäischen Gesellschaft für Meinungs- und Marketingforschung. Es erfolgt keine Weitergabe an Dritte.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.