Veranstaltungen: Dokumentation

Keine Angst vor Nachbarn – Integration hängt auch von uns ab

Migrations- und gesellschaftspolitische Perspektiven
zur EU-Erweiterung sowie didaktische Anregungen

19.2.2003
Seit der Vorlage des Berichts der unabhängigen Kommission "Zuwanderung" 2002 im Bundestag rangiert das Thema bei der innenpolitischen Debatte mit an oberster Stelle.

Eva Feldmann, Stefan Rappenglück
  1. Seit der Vorlage des Berichts der unabhängigen Kommission "Zuwanderung" 2002 im Bundestag rangiert das Thema bei der innenpolitischen Debatte mit an oberster Stelle. Forderungen nach der Etablierung eines tragfähigen Partei übergreifenden Einwanderungskonzepts werden laut. Grundsätzlich sind sich die Experten und Politiker vielleicht noch einig, dass die arbeitsmarktbezogene Zuwanderung letztlich im Interesse von Deutschland liegt und die demokratische Verfasstheit Deutschlands es gebietet, Verfolgten Asyl zu gewähren – beides allerdings nur dann, wenn dies nach bestimmten Kriterien geschieht. So heftig auch um die politischen Einzelheiten gerungen wird, so läuft die Debatte im Kern eher auf die Frage hinaus, mit wie viel politischem und gesellschaftlichem Engagement Deutschland ein Einwanderungsland sein kann und will und welche Integrationsbereitschaft in der Gesellschaft besteht.

  2. In Hinblick auf die bevorstehende Erweiterung der Europäischen Union gewinnt die Diskussion um die Zuwanderung an zusätzlichem Gewicht. Das künftige Miteinander wird mehr noch als bisher überdacht und neu ausgehandelt werden müssen. Nachdem Asylfragen im Rahmen der Drittstaatenregelung bereits Anfang der 90er Jahre rechtlich mit den Beitrittsländern vereinbart wurden, stehen nun insbesondere Freizügigkeit und Arbeitsmigration auf der Tagesordnung. Der Erweiterungsprozess der Europäischen Union schreitet kontinuierlich voran. Letztlich wird – neben allen politischen und wirtschaftlichen Faktoren – allerdings die gesellschaftliche Akzeptanz darüber entscheiden, ob Gesamteuropa zum Erfolg wird. Leider erweist sich gerade die Erweiterung aber als attraktive Folie, um zunehmend Misstrauen bei den Menschen in West und Ost zu wecken.

  3. Optimale Qualifikation der Bevölkerung sowie der Migranten stehen in einem direkten Zusammenhang mit gelungener Integration. Die Bildungsarbeit ist daher dazu aufgerufen, das "Projekt Integration" sinnvoll zu unterstützen. Sicherlich sind Zuwanderer oftmals in besonderer Weise von Bildungsdefiziten betroffen. Sie müssen daher verstärkt gefördert werden, um dem Aufnahmestaat nicht zur Last zu fallen. Hier spielt das Beherrschen der deutschen Sprache eine Schlüsselrolle. Allerdings ist das bestehende Bildungssystem auf diese neue Rolle nur schlecht vorbereitet. Unter der Maßgabe, die bestehende Arbeitslosigkeit in Deutschland auch mit Hilfe des einheimischen Potentials zu reduzieren, muss aber auch die Bevölkerung im Ganzen besser ausgebildet und mit dem Thema "Zuwanderung" gezielt vertraut gemacht werden. Integration, ohne die Zuwanderung nicht vonstatten gehen kann, bedeutet also einen Lernprozess für alle Beteiligten der Gesellschaft. Vor diesem Hintergrund entwickelt die Forschungsgruppe Jugend und Europa derzeit einen Methodenband für die politische Bildung zur Zuwanderungsthematik, in dem in Planspielen das Problemfeld Zuwanderung und Arbeitslosigkeit sowie die Frage nach der Integration von Zugewanderten und ihrer Familien aufgegriffen werden.
Der Workshop wird daher drei Abschnitte umfassen:
  • Kurzreferat zur thematischen Einführung – Hintergrundinformationen zur Zuwanderungsdiskussion
  • Darstellung des didaktischen Ansatzes der Forschungsgruppe Jugend und Europa zur Vermittlung der Zuwanderungsthematik in der politischen Bildung
  • Diskussion und Fachaustausch

Literaturauswahl



Didaktische Materialien

Arndt, Holger-Michael u.a.: Fluchtburg Europa? Asylpolitik in einemzusammenwachsenden Europa (Planspielordner erscheinen im Wochenschau Verlag), Schwalbach 2002, ISBN 3-87920-296-6.

Rappenglück, Stefan u.a.: Europa neu gestalten. Die Europäische Union zwischen Vertiefung und Erweiterung (Planspielordner erschienen im Wochenschauverlag), Schwalbach 2002.

Hintergrundinformationen

Feldmann, Eva (Hg.): Keine Angst vor den Nachbarn! Integration hängt von uns allen ab... Reader zu einem Symposium zum Zuwanderungskonzept, München 2002.


 

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