Veranstaltungen: Dokumentation

12.2.2003

Leitfragen und Leitthemen der Workshops

Allgemeine Zielsetzungen der Arbeitskreise

Die Teilnehmenden aller Arbeitskreise sollen zusammen mit den Referierenden, Moderatoren und Reportern anhand von aktuellen und relevanten Leitfragen und Leitthemen zu den Titeln der Arbeitskreise einen Handlungs- und Forderungskatalog an den europäischen Konvent erarbeiten, der diesem im Anschluss an die Konferenz überreicht wird.

In diesem Kontext sind die Arbeitskreise dazu angelegt:

  • einen interaktiven und komparativen europäischen Diskurs über Formen und Einflussmöglichkeiten von Bürgerbeteiligungen bei der Zukunftsgestaltung einer erweiterten Europäischen Union zu führen
  • innovative Bildungsprozesse und neue Bildungsinhalte zu definieren, die einen nachhaltigen Beitrag zu einer Beförderung einer aktiven europäischen Bürgerschaft und Öffentlichkeit sowie zur Stärkung der zivilgesellschaftlichen Partizipation leisten können
  • die notwendigen geschlechtergerechten Entscheidungsprozesse und Maßnahmen zur Gleichstellung von Männer und Frauen einzubinden

  • Leitfragen und Leitthemen

    Diese Leitfragen und Leitthemen sollen den Referierenden und Teilnehmenden zur Vorbereitung und als Diskussionsleitfaden dienen. Die Referierenden sind gebeten – schwerpunktmäßig je nach individuellem Arbeitsfeld und Interessensgebiet – in 6-8-minütigen Statements auf nachfolgende Fragestellungen und Zusammenhänge mit einzugehen und Impulse für die sich anschließenden Diskussionen in die Teilnehmendenrunde zu geben.

    Workshop I: On the Way to a European Constitution?

  • Eine Verfassung für Europa – in welcher Verfassung ist Europa?

  • Wie diskutiert der europäische Konvent den ersten Verfassungsentwurf? Wie wird er den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt?

  • Im jetzigen Verfassungsentwurf des Konvents (Artikel 2) findet sich keinerlei Hinweis auf Gender Equality. Damit geht der Entwurf hinter den acquis communautaire und den Amsterdamer Vertrag zurück. Welche Forderungen bestehen an den Konvent, damit er dem Wert der Chancengleichheit für Männer und Frauen gerecht wird?

  • Formen der Bürgerbeteiligung bei der gegenwärtigen Verfassungsdiskussion und ihre Nachfrage bei den Bürgerinnen und Bürger

  • Vor- und Nachteile einer Verfassung für die Bürgerinnen und Bürger in der EU

  • Welchen Einfluss konnte der Jugendkonvent vom Juli 2002 auf die Verfassungsdiskussion nehmen? Wie werden die speziellen Belange von Jugendlichen in den Verfassungsentwürfen berücksichtigt?

  • Wird ein verfassungsrechtlich abgesichertes "Europa der Bürgerinnen und Bürger" eine europäische Öffentlichkeit und Bürgergesellschaft befördern können oder sind andere Instrumente erforderlich?

  • Welche Werte und Verfassungskultur bringen die neuen Mitgliedsstaaten in die EU ein? Welchen Einfluss haben die Beitrittsstaaten für den Diskussionsprozess im Konvent?

  • Wird ein europäisches Referendum die partizipative Demokratie in der EU stärken können oder nicht?

  • Workshop II: Freedom – Security – Justice. Towards a Common Internal and Security Policy in the European Union?

  • Einwanderung und Integration in der EU – welche gesamteuropäischen Konzepte und Steuerungsmodelle werden im Konvent dazu diskutiert und werden in den Verfassungsentwurf einfließen?

  • Verlagert sich die "Festung Europa" an die neuen Außengrenzen der EU im Osten? Welche Konzepte zur Zuwanderung und Asylpolitik existieren in den Beitrittsländern? Wie werden die Kosten für die Sicherung der Außengrenze der EU auf die Mitgliedsstaaten verteilt?

  • Wie geht die EU mit der öffentlichen teilweise populistischen Behandlung des Themas Migration und Flüchtlingspolitik um? Wir werden die Ängste und Sorgen der Menschen berücksichtigt?

  • Inwieweit bildet die EU heute einen Raum der Freiheit für alle in ihr lebenden Menschen, auch für die so genannten Drittbürger? Wie sieht die Unionsbürgerschaft in der Realität Europas aus?

  • Nationale Alleingänge in der Innen- und Sicherheitspolitik – wie kann sich eine gemeinschaftliche europäische Linie durchsetzen? Was wird die Integration der dritten Säule der EU in den EU-Vertrag an Veränderungen bringen?

  • Welche Instrumente der Gender-Analyse und Evaluation sind eingebaut, um die unterschiedlichen Auswirkungen der internen Politiken sowie der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik auf Frauen und Männer zu erkennen und entsprechend handeln zu können?

    Workshop III: Democratization of the European Union

  • In Zukunft ein Mehr an Subsidiarität in der EU? Braucht die EU mehr Demokratie oder mehr Effizienz oder mehr effiziente Demokratie? Welchen Einfluss hat der Konvent auf den notwendigen Prozess der Demokratisierung in der EU? Wird die Konventsmethode auch zukünftig genutzt werden?

  • Welches Gleichgewicht der institutionellen Kräfte sieht der Verfassungsentwurf des Konvents vor? Stärkung des Rats oder der Kommission? Wird das Parlament tatsächlich wichtiger?

  • Wie kann die Identifikation der Bürgerinnen und Bürgern mit der europäischen Gesetzgebung und dem Europäischen Parlament gestärkt werden, ist eine Reform des Wahlrechts nötig und z.B. Referenden?

  • Ohne Gleichberechtigung keine Demokratie. Warum findet – entsprechend der Vorgabe des Vertrags von Amsterdam ("the Community shall aim to eliminate inequalities, and to promote equality between women and men") – die Strategie des Gender Mainstreaming keine Erwähnung im Verfassungsentwurf des Konvents, beispielsweise in Form eines zusätzlichen Artikels, der der übergeordneten Bedeutung der Querschnittsaufgabe Gender Mainstreaming gerecht würde?

  • Wodurch kann eine aktive Bürgerschaft und zivilgesellschaftliche Partizipation in der EU gefördert werden? Ohne informierte Bürger keine Demokratieentwicklung: Was kann politische Bildung dafür tun, was die Medien, was die EU selbst?

    Workshop IV: Economic and Social Governance in the European Union

  • Welche Vorteile hätte die auf dem Konvent geforderte Aufnahme wirtschaftlicher und sozialer Ziele in den Verfassungsvertrag?

  • Nationale Aufgaben versus Gemeinschaftsrecht in der Wirtschafts- und Sozialpolitik? – Wie werden sich zukünftig die Kompetenzen verteilen und welche Rolle wird das Europäische Parlament dabei spielen?

  • Die EU auf dem Weg zu einem einheitlichen europäischen "Sozialraum"? Zusammenhang zwischen gender equality und einem "europäischen Sozialsystem"? Vor- oder Nachteil für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Staaten in Europa und der Welt? Sollte die EU nicht deutlich mehr gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit tun?

  • Was kann die Schul- und Erwachsenenbildung für die Verstärkung einer europäischen Identität und demokratischen Kompetenz der EU-Bürgerinnen Bürger leisten? Sollte eine starke Bildungs- und Kulturförderung in eine reformierte EU-Strukturpolitik integriert werden?

  • Welche Funktion kann in diesem Zusammenhang das bislang spezifisch deutsche Konzept der politischen Bildung haben?

  • Um den Wert "Chancengleichheit für Frauen und Männer" wirksam implementieren zu können, sollte das System des Gender Budgeting auf allen Finanzierungsebenen der EU eingeführt werden.

  • Workshop V: The European Union as Global Player?

  • Positionierung der EU in der Welt – Vor- und Nachteile einer europäischen Außenpolitik und eines gemeinsamen Außenministers sowie eines EU-Sitzes im UN-Sicherheitsrat?

  • Was sind die politischen und institutionellen Voraussetzungen einer profilierten gemeinsamen Außenpolitik? Wodurch kann die dafür nötige größere Einheit des außenpolitischen Handelns der EU-Staaten erzielt werden?

  • Globale Friedenssicherung und Terrorbekämpfung – wie wird sich zukünftig das Verhältnis der Europäischen Union zu den USA gestalten?

  • Neue Kriege und Bedrohungen – welche Sicherheitsstrategien verfolgt die EU in Südosteuropa, im Kaukasus, im Nahen Osten und Nordafrika und wie setzt sie ihre Interessen durch?

  • Wie steht es um die Umsetzung der UN-Resolution 1325 (Women, Peace and Security; Oct. 2000), nach der "the important role of women in the prevention and resolution of conflicts and in peace building, and the importance of their equal participation and full involvement in all efforts for the maintenance and promotion of peace and security, and the need to increase their role in decision-making with regard to conflict prevention and resolution" festgestellt wurde?

  • Wie kann die EU im Rahmen einer gemeinsamen effizienten Entwicklungspolitik auf das Globalisierungsgefälle zwischen Nord und Süd reagieren? Stichwort EU-Agrarmarkt: Warum wird er z.B. nicht im Interesse der ärmeren Anrainerstaaten geöffnet?

  • Workshop VI: Civil Society and Communication on a European Level

  • Wie werden die Repräsentanten der Zivilgesellschaft in den Diskussionsprozess im Konvent einbezogen? Welche Foren und Podien gibt es und welchen Einfluss haben sie?

  • Welche konkreten Forderungen zivilgesellschaftlicher Organisationen müssen bei der Erarbeitung des Verfassungsentwurfs berücksichtigt werden?

  • Wie steht es um die gleichberechtigte Beteiligung von Männern und Frauen an den Entscheidungsprozessen auf europäischer Ebene?

  • Werden die Vorschläge und Eingaben der Regionen und Kommunen bei dem Reformierungsprozess der EU berücksichtigt? Wird der EU-Konvent in diese Richtung Veränderungen anregen?

  • Welche kulturellen und institutionellen Voraussetzungen sind notwenig, um die Entstehung einer kritischen und aktiven europäischen Öffentlichkeit zu befördern? Brauchen wir eine aktive europäische Sprachenpolitik? Kann europäische Öffentlichkeit durch Veränderungen bei den Wahlen zum EP gestärkt werden?

  • Wie behandeln die elektronischen Medien europäische Themen und wie sind die Journalisten selbst auf die Europäisierung der Medienöffentlichkeit vorbereitet?

  • Ist das Internet heute bereits oder wird es in naher Zukunft ein Medium der grenzüberschreitenden Verständigung und der Verstärkung des öffentlichen Interesses an europäischen Angelegenheiten?


  • Event series

    Mapping Memories

    Mapping Memories is an event series focusing on commemorative culture in Eastern Europe and beyond. Current events include conferences, summer schools and practical workshops.

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    Fachkonferenz

    Konferenz zur Holocaustforschung

    Die Internationalen Konferenzen zur Holocaustforschung dienen dem Austausch zwischen wissenschaftlicher Forschung und der Praxis politischer Bildung. Sie entstehen aus einer Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Partnern aus der Wissenschaft.

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    TiT-Veranstaltungsreihe

    Themenzeit im Themenraum

    Themenzeiten: Kompakte Informationsmodule und anregende Diskussionen mit männl. und weibl. Experten zu Themen der politischen Bildung.

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    Veranstaltungsreihe

    Checkpoint bpb – Die Montagsgespräche

    Alle zwei Monate montags diskutiert der Checkpoint aktuelle Fragestellungen aus Politik, Gesellschaft und Forschung – anspruchsvoll, unterhaltsam und gerne auch kontrovers.

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    Veranstaltungsreihe

    What's up, America? – Perspectives on the United States and Transatlantic Relations

    Mehr als die Hälfte der Europäer steht TTIP positiv gegenüber – in Deutschland und zwei weiteren Ländern jedoch ist die Ablehnung innerhalb der Bevölkerung groß. Anhand dieses Fallbeispiels beschäftigt sich die Podiumsdiskussion mit der Frage, wieso wirtschaftliche Fragen auf beiden Seiten des Atlantiks und auch innereuropäisch auf so unterschiedliche Art und Weise diskutiert werden.

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    Blog zur Fachkonferenz

    Medienkompetenz 2014

    Zielsetzung der Fachkonferenz Medienkompetenz 2014 ist es, theoretische und praktische Konzepte angesichts aktueller digitaler Umbrüche und vor dem Hintergrund bestehender Modelle der Medienkompetenz zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

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