5. Festival Politik im Freien Theater
Besucher- und Besucherinnenbefragung 2002 in Hamburg
Statistische Angaben
Geschlechterverteilung:
Bei der Geschlechterverteilung wird mit einem prozentualen Anteil von 58% weiblichen Besucher gegenüber einem Anteil von 37% der männlichen Besucher eine typische Geschlechterverteilung von Theaterbesucherinnen und -besuchern erzielt. Gewöhnlich ist der Frauenanteil am Theaterpublikum ausgeprägter als der Männeranteil. In Veranstaltungen der politischen Bildung ist das oft umgekehrt.
Alter der Besucherinnen und Besucher:
Mehr als die Hälfte der Besucherinnen und Besucher waren zwischen 25 und 50 Jahren alt. Darauf folgte mit 23% das Publikum unter 25 Jahren. Am wenigsten vertreten sind die Besucherinnen und Besucher über 50 Jahre. Insgesamt beträgt also der Anteil der unter 50-jährigen mehr als 80%.
Gründe für den Besuch des Festivals
Auf die Frage nach den Gründen für den Festivalbesuch dominierten Interesse am Stück und an der Thematik. Einige nach den Aufführungen befragte Besucherinnen und Besucher gaben an, auch in ihrem Alltagsleben persönlich von der jeweiligen spezifischen Thematik, die in den gerade gesehenen Inszenierungen behandelt wurde, betroffen und angesprochen worden zu sein. Wiederum andere sind regelmäßige Theaterbesucher oder sichteten Inszenierungen aus beruflichen Gründen.
Bewertung der Theaterstücke
Schaut man auf die allgemeine Beurteilung der Besucherinnen und Besucher von Inhalt und Text der Stücke, so zeigt sich eine klar positive Bewertung. Dies gilt ebenfalls für die Regie, das Bühnenbild und die schauspielerische Leistung. In der abschließenden Fokussierung der Stücke schnitten hinsichtlich der gesellschaftlichen Relevanz Kinder der Bestie, Schieß doch Kaufhaus und Die 3 Leben der Lucie Cabrol am besten ab. Der Teil des Publikums, der seinen Besuch primär vom Thema der Inszenierung abhängig machte, wählte Kinder der Bestie, Schieß doch Kaufhaus und Drift als Interessantestes aus.
Bewertung von Text und Inhalt der Stücke
Bewertung des Festivals
Die politische Relevanz der Inszenierungen wurde zusammenfassend positiv bewertet. Auch die Qualität, Innovation und Organisation des Festivals haben gute Noten bekommen.
Beurteilung des Festivalprogramms nach politischer Relevanz der Inszenierungen
Verbindung von Politik und Theater
Durch persönliche Interviews wurde deutlich, dass das Theater aufgrund seiner Präsenz und Sinnlichkeit geschätzt wird. Im Allgemeinen erwartet das Publikum vom Theater, dass es unterhalten und dabei gleichzeitig zum Nachdenken angeregt wird. So wurde die Verbindung von Politik und Theater im Festival als gut gelungen beurteilt. Die gesellschaftspolitische Relevanz der gesehenen Inszenierungen war für den überwiegenden Teil des Publikums auffällig. Positiv bewertet wurde, das kein Agitationstheater angeboten, sondern mit einem weicheren Politikbegriff der gesellschaftliche Alltag der Menschen reflektiert wurde.
Fazit
Das "5. Festival Politik im freien Theater" war mit 85,5% Platzauslastung so gut wie"ausverkauft. Auch die Besucherinnen und Besucher beurteilten es als Gewinn für die Stadt Hamburg. Mehr als die Hälfte der Befragten hatten zum Zeitpunkt der Befragung bereits ein anderes Stück gesehen oder planten dies zu tun. Meist wurden es schließlich noch 2-3 Inszenierungen, die entweder bereits gesehen wurden bzw. noch besucht werden sollten. Diese wachsende Resonanz und die zahlreichen Anregungen aus dem Kreis der freien Theatergruppen bestätigen die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb darin, im Jahre 2005 das 6. Theaterfestival durchzuführen in der Hoffnung, wieder das Interesse derart vieler Menschen zu gewinnen.
Festival Politik im freien Theater – auch ein Wettbewerb!
Das 5. Festival Politik im Freien Theater´ ist auch ein Wettbewerb. Eine unabhängige Fachjury vergibt Preisgelder und als Sonderpreis zeichnet der 3sat/ZDF-Theaterkanal eine Produktion in voller Länge auf. Gewinner war die Stuttgarter Produktion I Furiosi. Dazu die Publikumsmeinung:
Wie wurde die Qualität von Text und Inhalt des Stücks von den befragten Besucherinnen und Besuchern bewertet?
Wie wurde die Qualität von Text und Inhalt des Stücks von den befragten Besucherinnen und Besuchern bewertet?zu 'I Furiosi':
"Die Dynamik war ja ganz toll, das reißt mit. Ich fühl mich ja nun auch nicht so alt, das reißt mich auch mit. Und ich könnte auch mit toben."
(Ingenieur bei der Telekom, 62 Jahre alt)
"Was mich beeindruckt hat eben diese Spielfolgen mit diesen acht Leuten. Die Bühne derartig explosiv zu bespielen, das hat mir viel Spaß gebracht. Als Überraschung als Highlight dieser 40-Mann-Chor, das war zwar angekündigt, aber wenn es so in Erscheinung tritt schon eine besondere Situation."
(Lehrer für Politik, Theater, Sport und Gemeinschafts- kunde an Wirtschaftsgymnasium, 55 Jahre alt.)
"Im Stück fand ich die Stimmung gut. Das mit dem Fußball und den ganzen Jubelgesängen. Das hat Spaß gemacht."
(Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums, 19, 20 und 21 Jahre alt)
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