Der "Global Compact" und die "OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen" als globale Instrumente zur Förderung der Unternehmensverantwortung
25.7.2002
Historische Entwicklung
Die gegenwärtige Diskussion zur Förderung der Unternehmensverantwortung (corporate responsibility) mit Blick auf die Aktivitäten multinationaler Unternehmen kann als sog. zweite Runde eingestuft werden. Die ersten großen Debatten reichen weit zurück, sie standen in einem engen Zusammenhang mit der im Verlauf der 70er Jahre von den Entwicklungsländern geforderten "Neuen Weltwirtschaftsordnung". Im Verlauf der weiteren Entwicklung stellte sich allerdings heraus, daß die Vorstellungen der meisten Entwicklungsländer zur Einflußnahme und Kontrolle der Aktivitäten ausländischer Investoren völlig unrealistisch waren.
Anders als in der ersten Runde der Auseinandersetzungen um die Einflußnahme auf die Aktivitäten der multinationalen Unternehmen, als die Kritik vorrangig von Seiten der Entwicklungsländer getragen wurde, kommen die meisten Initiativen und kritische Stimmen jetzt vorrangig aus den Industrieländern. Die Globalisierung geht aus dieser Perspektive mit einer Schwächung der Regulierungskapazitäten der Nationalstaaten einher und führe somit auch zu einem weltweiten "race to the bottom" von Umwelt- und Sozialstandards in den Industrie- und Entwicklungsländern.
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach den bestehenden Möglichkeiten und institutionellen Formen, diesen Herausforderungen zu begegnen.
Zu den wichtigsten globalen bzw. unternehmensübergreifenden Instrumenten, die multinationalen Unternehmen zu einer erkennbaren "corporate responsibility" zu veranlassen, gehören gegenwärtig:
- der Global Compact, - die revidierten OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen (2000).
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