Veranstaltungen: Dokumentation

25.7.2002 | Von:
Wahl, Peter

Die Entwicklungsländer: Verlierer der Globalisierung - 8 Thesen

Im Laufe der 80er Jahre gerieten Theorie und Praxis der konventionellen Entwicklung - d.h. Entwicklung als nachholende Industrialisierung - in eine existenzielle Krise.

1. Die Versprechen der Globalisierung

Im Laufe der 80er Jahre gerieten Theorie und Praxis der konventionellen Entwicklung - d.h. Entwicklung als nachholende Industrialisierung - in eine existenzielle Krise. Während konzeptionell der Entwicklungsgedanke an die "Grenzen des Wachstums" stieß - und somit konsequent zu Ende gedacht in der Perspektivlosigkeit eines ökologischen Kollapses des Planeten münden müsste, markierte die 1984 ausgebrochene Schuldenkrise der Dritten Welt das praktische Scheitern der am Leitbild des keynesianischen Umverteilungs- und Wohlfahrstaat orientierten Entwicklungsstrategien.

Dieses Scheitern fiel zusammen mit dem Aufstieg eines neuen wirtschaftspolitischen Paradigmas, dem Neoliberalismus, der alsbald den Anspruch erhob, die Entwicklungsprobleme endgültig lösen zu können. Nach dem Ende des Kalten Krieges und mit der sich beschleunigenden Internationalisierung von Ökonomie und Kommunikation - also dem, was den harten Kern der Globalisierung ausmacht - verkündeten die Protagonisten des Neoliberalismus, dass jetzt die Marktkräfte die Entwicklungsprobleme lösen und Wohlstand für alle bringen würden. "Liberalisierung bringt Wachstum, Wachstum bringt Arbeitsplätze und Wohlstand für alle", so lautete die Botschaft. Die steigende Flut würde alle Boote, große und kleine, emportragen. Man müsse nur den Einfluss des Staates zurückdrängen - die Privaten seien angeblich effizienter - umfassend liberalisieren und deregulieren dann würde der Markt es schon richten.

Als dann ab den frühen 90er Jahren die privaten Finanzströme in den Süden rasant anstiegen - um 184% zwischen 1990 und 1996 - und die Ländergruppe der emerging markets tatsächlich den entwicklungspolitischen take off schaffte, schienen sich die Versprechungen der neoliberalen Globalisierung auch empirisch zu bestätigen. Von den Regionen, die, wie z.B. das subsaharische Afrika, nicht in das optimistische Bild passten, hieß es, sie müssten sich nur konsequent dem Weltmarkt öffnen, und die Strukturanpassungsprogramme von IWF und Weltbank umsetzen, dann würden auch sie den Durchbruch schaffen.


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