Veranstaltungen: Dokumentation

Hilfe wir wissen zu viel!?

Vom Lebensgefühl junger Medienmacher/innen



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PDF-Icon Übersicht der Referenten/-innen

Ein Zeitungsstand am 10. Juli 2003 in der Innenstadt von Frankfurt am Main. Die Talfahrt deutscher Tageszeitungen setzt sich auch 2003 fort. Bereits 2001 waren Werbeumsatzverluste von 14 Prozent zu verbuchen, 2002 kamen weitere zwölf Prozent dazu, so der Hauptgeschäftsfuehrer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Volker Schulze. (© AP)
Irgendwas mit Medien (IMM) macht heutzutage beinahe eine ganze Generation. Was aber macht die jungen Medienmacher/innen zu Journalisten/innen?

Sie bloggen, twittern und facebooken und informieren in Echtzeit über die Welt. Sie füllen Tageszeitungsseiten, entwickeln Radio- und Fernsehbeiträge und produzieren ganz nebenbei Audioslideshows für den Onlineauftritt. Noch nie waren Nachwuchsjournalisten/innen so gut ausgebildet wie heute und noch nie haben sie unter so prekären Bedingungen gearbeitet. Sie müssen alles gleichzeitig und am besten gleich gut beherrschen, um in der 1. Liga des Qualitätsjournalismus mitspielen zu können.

Ihre Biografien sind so vielfältig wie die Herausforderungen, die die Medienwelt im 21. Jahrhundert prägen. Schon immer waren Journalisten/innen Gatekeeper und Agenda Setter – doch mittlerweile reicht der durchschnittliche zehn-Stunden-Redaktionsalltag nicht mehr aus, um aus 400 E-Mails, 200 Telefonanrufen, 1000 Twitternachrichten und 850 Facebookeinträgen die Nachrichten des Tages herauszufischen. Die Informationsflut überschwemmt Nachrichtensender und -empfänger und lässt wenig Raum für Hintergrund- und Problemanalysen.

Der journalistische Nachwuchs kann vielleicht Herbert Wehner und Franz-Josef Strauss nicht zuordnen, mit dem Nato-Doppelbeschluss nichts anfangen und das Polittheater selten durchschauen – aber er muss die Auswirkungen von Fukushima, der Finanzkrise und der steigenden Jugendarbeitslosigkeit in Europa erklären. Wer recherchiert, der googelt und wer was nicht weiß, fragt Wikipedia. Mit dem Untergang der Recherchekultur – verursacht durch Schnelllebigkeit und zunehmende Komplexität – läuft die Vierte Gewalt im Staat Gefahr, ihre Funktion zu verfehlen.

Für Steve Herrmann, Editor von BBC News Interactive, wie für viele seiner Kollegen/innen lautet das Allheilmittel gegen die sich abzeichnende Entwertung des Journalismus „guter Journalismus“. Was aber ist das? Was bedeutet „gut“ und was „Journalismus“ im Jahr 2012?

Das bpb-Medienseminar „Hilfe, wir wissen zu viel? Vom Lebensgefühl junger Medienmacher/innen“ richtete sich an junge Journalisten/innen in der Hauptstadt, die sich irgendwo zwischen Friedrich Nowottny und Sascha Lobo verorten müssen und immer häufiger in die Verlegenheit kommen, ihren Berufsstand und sich selbst zu reflektieren. Ziel der zweitägigen Veranstaltung war es, die Meinungsmacher/innen von morgen zum Nachdenken anzuregen, über ihre Branche, ihr eigenes Handeln und ihre Motivation. Unterstützt wurden sie dabei von erfahrenen Kollegen/innen – Henriette Löwisch, Birgit Wentzien, Gunther Latsch – und jungen "Gleichgesinnten" – Richard Gutjahr, Céline Lauer, Daniel Fiene.

Grußwort


PDF-Icon Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, über eine wahre Geschichte

Keynote


PDF-Icon Henriette Löwisch über Journalisten im Transit: Von der Überlebenstaktik zur Zukunftsstrategie

Abschlussvortrag


PDF-Icon Wilfried von Bredow über politische Urteilskraft junger Medienmacher/-innen

Termin

21.06.2012 bis 22.06.2012

Ort

Haus der Commerzbank
Pariser Platz 1
Berlin-Mitte

Für

junge Medienmacher/innen, freie Journalisten/innen, Volontäre/innen in Online-, Print- und Rundfunkredaktionen.

Veranstalter

Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Tagungsleitung
Anna Hoff/bpb
Oliver Neuroth/SWR

Kontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Stephanie Bieber
Tel +49 (0)228 99515-513
Fax +49 (0)228 99515-293
stephanie.bieber@bpb.de

Pressekontakt

Bundeszentrale für politische Bildung
Adenauerallee 86
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