Veranstaltungen: Dokumentation
2.1.2013 | Von:
Krzysztof Ruchniewicz

Die politischen Hindernisse im Kulturaustausch zwischen der Volksrepublik Polen, der Bundesrepublik Deutschland und der DDR

am Beispiel der Arbeit der Deutsch-Polnischen Schulbuchkommission in den Jahren 1972-1989

Die deutsch-polnischen Schulbuchgespräche entwickelten sich im Rahmen der 1972 gegründeten Gemeinsamen Deutsch-Polnischen UNESCO-Kommission. Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg trafen sich Historiker aus Polen und der Bundesrepublik, um gemeinsam über die Darstellung der bilateralen Beziehungen in den Schulbüchern zu diskutieren und inhaltliche Veränderungen vorzuschlagen. Die Gründung (und spätere Tätigkeit) dieser Kommission wäre ohne die radikale Veränderung der Politik der Bundesrepublik Deutschland gegenüber Polen zur Wende der 1960er und 1970er Jahre, deren Höhepunkt die Unterzeichnung des deutsch-polnischen Vertrages vom Dezember 1970 war, nicht möglich gewesen. Dieser Vertrag beendete die langjährige diplomatische Beziehungslosigkeit zwischen der Bundesrepublik und Polen, regulierte Grenzfragen und öffnete den Weg zur Normalisierung der Kontakte zwischen beiden Staaten. Die Unterzeichnung des Vertrags vom Dezember 1970 löste selbstverständlich nicht alle Probleme in den gemeinsamen Beziehungen. Allerdings konnte der damals begonnene Prozess der Annäherung zwischen der Bundesrepublik und Polen nicht mehr aufgehalten werden. Wir können dies u. a. in der Kommissionsarbeit beobachten, die im Laufe der Jahre zu einem wichtigen Instrument dieses Prozesses wurde. Die vor Jahren erzielten Ergebnisse besitzen darüber hinaus bis heute Modellcharakter für die Arbeit anderer nationaler Schulbuchkommissionen.

Wie kam es zur Gründung dieser Kommission und warum kam es erst so spät dazu? Gab es frühere Initiativen für deutsch-polnische Schulbuchgespräche? Wie sah die Arbeit der Kommission aus und welche Ergebnisse brachte sie hervor? Hat die offizielle Regierungspolitik die Arbeit der Kommission beeinflusst? Diese Fragen sollen im Folgenden beantwortet werden, um den Charakter dieses Gremiums näher zu bestimmen und seinen Stellenwert im Vergleich zu anderen internationalen Schulbuchkommissionen richtig einzuordnen. Für diesen Artikel wurden sowohl Archivmaterialien ausgewertet als auch die vorhandene Sekundärliteratur herangezogen. Besonders hilfreich waren dabei die Ergebnisse einer schriftlichen Umfrage, die der Verfasser Anfang der 1990er Jahre unter den ständigen Mitgliedern dieses Gremiums in Polen und der Bundesrepublik durchführte.

Die verhältnismäßig späte Aufnahme der Schulbuchgespräche zwischen der Bundesrepublik und Polen war zweifellos durch die Folgen des Zweiten Weltkrieges bedingt, die überhaupt das ganze Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Staaten belasteten. Die großen Verluste, die Polen infolge der Kriegshandlungen und der deutschen Okkupationspolitik während des Zweiten Weltkrieges zu verzeichnen hatte, die Verfolgung, die Aussiedlung und der Tod von Millionen polnischer Staatsbürger sowie enorme Einbußen im nationalen Vermögen bildeten keine gute Grundlage für die Wiederaufnahme der Beziehungen zum besiegten Deutschland. Aber schon zuvor war das deutsch-polnische Verhältnis alles andere als gut. Einen frühen Schatten auf die gegenseitigen Beziehungen warf die negative Polenpolitik Preußens (später Deutschlands) in den Jahren 1795-1918 (die Zeit der Teilungen, d. h. der Nicht-Existenz des polnischen Staates), deren Ziel die Entnationalisierung der Polen war. Die Wiederherrichtung des polnischen Staates nach 1918 stieß auf beim deutschen Nachbarn weithin auf Ablehnung. Polen wurde nicht nur das Recht zu der im Versailler Vertrag und infolge der schlesischen Aufstände errungenen neuen Westgrenze, sondern auch das Recht zur Existenz als selbständiger Staat abgesprochen.

Der Nichtangriffspakt von 1934, den Polen mit dem nationalsozialistischen Deutschland schloss, versprach nur auf den ersten Blick eine positive Wende in den gemeinsamen Beziehungen. Sehr bald schon sollte sich dieser Pakt als wertlos erweisen. Nach der anfänglichen Verbesserung in den gemeinsamen Beziehungen begannen die Nationalsozialisten nach und nach eine Reihe von Forderungen an Polen formulieren, die für Polen inakzeptabel waren (u.a. den sog. Korridor betreffend). Nota bene in diese Zeit fielen die ersten Versuche zur Aufnahme des deutsch-polnischen Dialogs in Schulbuchfragen. Es kam zu zwei Treffen im Jahre 1937, die allerdings mit einem Fiasko endeten. Aufgrund des immer mehr in Erscheinung tretenden Strebens Deutschland nach Unterordnung Polens wurde die Fortsetzung der weiteren Gespräche über die Revision der deutsch-polnischen Schulbuchinhalte gegenstandslos.

Belastend für die Nachkriegsbeziehungen zu Deutschland waren nicht nur die schlimmen Kriegserfahrungen und die daraus resultierende Angst und Feindschaft, die im Geschichtsbild der seit 1944/45 in Polen regierenden kommunistischen Machthabern zur jahrhundertelangen Erbfeindschaft verdichtet wurde, sondern auch die sich in der zweiten Hälfte der 1940er Jahre vollziehende Teilung der Welt in zwei sich gegeneinander bekämpfende politische Blöcke, auf der einer Seite dominiert von den USA, auf der anderen von der UdSSR. Polen und der östliche Teil Deutschlands (die Sowjetische Besatzungszone und nach 1949 die Deutsche Demokratische Republik) befanden sich im Einflussbereich der UdSSR, und die Politik Moskaus übte seither großen Einfluss auf die Beziehungen Polen zum Ausland, darunter auf die deutsch-polnischen Beziehungen aus.

In der Bundesrepublik standen der Aufnahme normaler Beziehungen zu Polen auf außenpolitischer Ebene lange Zeit die Frage der Zugehörigkeit zum anderen politischen Block und die konsequente Nicht-Anerkennung des zweiten deutschen Staates, der Deutschen Demokratischen Republik (die sog. Hallstein-Doktrin) entgegen. Innenpolitische Hemmschuhe waren die Nicht-Anerkennung der deutsch-polnischen Nachkriegsgrenze an Oder und Neiße und der große politische Einfluss der deutschen Vertriebenen, den in den 1950er und 1960er Jahren kein Regierungschef der Bundesrepublik ignorieren konnte. Zusätzlich verschärft wurde die Lage durch die Konkurrenz zwischen der Bundesrepublik und der Deutschen Demokratischen Republik in der Frage der deutsch-polnischen Beziehungen. In den ersten Nachkriegsjahren war in diesem Ringen die sozialistische Deutsche Demokratische Republik erfolgreich, die als Mitglied desselben politischen Systems in den Rang eines "Bruderlandes" Polens aufgestiegen war. Mit der Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten in Westdeutschland seit der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begann sich diese Situation, allerdings schrittweise, zugunsten der Bundesrepublik zu verändern.

Die ungünstige politische Situation in den gemeinsamen deutsch-polnischen Beziehungen, die an dieser Stelle nur oberflächlich skizziert werden konnte, übte großen Einfluss auf das Schulwesen in den beiden Staaten aus. Die im Geschichts-, Erdkunde- und Sozialkundeunterricht vermittelten Inhalte standen häufig im Zeichen politischer Tendenzen und hatten mit der Vermittlung objektiven Wissens nichts zu tun. Allerdings gab es in der Bundesrepublik Persönlichkeiten, die den Wert demokratischer Bildung für die Zukunft der jungen Generation gut verstanden. Sie begannen bereits in den 1950er Jahren, Vorschläge zur Veränderung und zur Ergänzung der Schulbuchinhalte zu unterbreiten. Es ist wichtig, diese Initiativen in Erinnerung zu rufen, weil sie der Gründung der Kommission den Weg bereiteten und in großem Maße zu ihrem Erfolg beitrugen.

An erster Stelle zu nennen ist sicher Dr. Enno Meyer, Gymnasiallehrer für Geschichte, Erdkunde und Deutsch, der im Jahre 1956 in der Bundesrepublik eine kleine Publikation veröffentlicht hatte, die 47 Thesen zur Darstellung der deutsch-polnischen Beziehungen im Geschichtsunterricht enthielt. Sie war das Ergebnis jahrelanger Studien Meyers zur Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen und ihrer Darstellung in den deutschen Schulbüchern. In einem Brief an den bekannten polnischen Exiljournalisten Tadeusz Norwid-Nowacki vom 4. August 1949 schrieb er über seine Gründe zur Beschäftigung mit deutsch-polnischen Fragen: "In meiner Heimatstadt [Oldenburg – Anm. des Verf.] die 1939 85000 Einwohner zählte, sind jetzt 130.000 Menschen, 45.000 von ihnen sind Flüchtlinge und Vertriebene. Als Lehrer werde ich oft gefragt, wie man die deutsch-polnischen Fragen regeln könnte. Wenn einmal wieder ein friedliches Verhältnis zwischen den europäisch-abendländischen Völkern entstehen soll, dann muss doch auch auf diese Frage eine Antwort gefunden werden, trotz aller Feindschaft. Mit den alten Begriffen wie nationale Ehre, historische Grenzen, Sicherheit, Lebensraum und Revanche wird man – so scheint es mir – zu keinem Frieden gelangen können." [1] In den nächsten Jahren knüpfte Meyer Kontakte zu polnischen Historikern, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus politischen Gründen nicht in ihr Heimatland zurückkehrten und ihre wissenschaftliche Tätigkeit im Exil weiterführten. Meyer beriet mit ihnen mehrfach seine Thesen, die dadurch an weiterem sachlichen Gehalt gewannen.

Die Arbeiten Enno Meyers förderte von Anfang an der Direktor des Internationalen Schulbuchinstituts in Braunschweig, Prof. Georg Eckert, der nach dem Erfolg der deutsch-französischen Schulbuchgespräche Kontakt mit Osteuropa suchte. "Hinsichtlich der internationalen Schulbuchverbesserung", schrieb Meyer in der Einführung zu seiner Publikation, "ist in den letzten Jahren viel erreicht worden. Geschichtsforscher und -lehrer vieler Länder haben in gemeinsamer Arbeit strittige Fragen erklärt und die Ergebnisse ihrer Bemühungen als `Empfehlungen` veröffentlicht. Die Wirkung dieser Empfehlungen kann man in den Geschichtsbüchern bereits erkennen. [...] Hinter dem Eisernen Vorhang gibt es keine Historiker und keine Verbände, die mit denen der freien Welt sachlich und unabhängig diskutieren könnten. Dabei wäre gerade das so sehr notwendig. Erheben sich doch zwischen den Deutschen und den Slawen ganze Berge von historischen Vorurteilen und Irrtümern, die wegzuräumen wären. Die unheilvolle Politik der deutschen Führung gegenüber den Slawen in den Jahren 1939 bis 1945 ist weitgehend darauf zurückzuführen, dass man an maßgeblicher Stelle falsche oder gar keine Vorstellungen von diesen Völkern hatte. In Deutschland war man von jeher geneigt – und ist es noch heute –, das Leben der angelsächsischen Völker und der Franzosen genau zu studieren, aber von den slawischen Nachbarn kaum Notiz zu nehmen – und dabei ist unser Schicksal so eng und unlösbar mit dem der Polen und Tschechen verschlungen!" [2] Diese Worte wurden von deutschen Historikern als Provokation empfunden.

In den nächsten Jahren erschienen über 20 Rezension dieser kleinen Publikation, auch in Polen und der Deutschen Demokratischen Republik. "Im Sommer bekamen wir den Vorabdruck dieser Thesen am Westinstitut", [in Posen – Anm. des Verf.] berichtete einer der bekanntesten polnischen Mediävisten und ein Pionier der deutsch-polnischen Schulbuchgespräche, Prof. Gerard Labuda, "kurz vor ihrer offiziellen Veröffentlichung im Organ des Instituts: Internationales Jahrbuch für Geschichtsunterricht [...]. Aus dem Außenministerium der Volksrepublik Polen bekamen wir gleichzeitig eine Ermutigung zur Aufnahme der Diskussionen über diese Thesen, weil zu dieser Zeit die Hoffnung – die allerdings nicht lange dauerte – aufkam, dass es uns gelingt, offizielle Beziehungen zwischen Warschau und Bonn aufzunehmen." [3] Die Thesen wurden während der zweiten Sitzung der deutsch-polnischen Historikerkommission lebhaft diskutiert, die im November 1956 in Ost-Berlin stattfand. Es wurde damals festgelegt, dass eine der nächsten Sitzungen der Darstellung der deutsch-polnischen Beziehungen in den Schulbüchern in Polen und in den beiden deutschen Staaten gewidmet sein sollte. Obschon es bereits ein Jahr später zu dieser Konferenz kam, konnte man sich auf die Ausarbeitung einer gemeinsamen Stellungnahme einigen. Zu diesem Zeitpunkt waren die unterschiedlichen Entwicklungen in der Historiographie Polens und der Deutschen Demokratischen Republik, die die Grundsätze der marxistischen Methodologie zur Erklärung der historischen Probleme auf sehr viel konsequentere Weise anwendete, schon nicht mehr zu übersehen.

Trotz manch positiver Signale kam es in den 1950er Jahren zu keinen direkten Treffen, das den Auftakt zu regelmäßigen Schulbuchgesprächen gab. In der Bundesrepublik verschlechterte sich vielmehr das politische Klima für ein solches Unterfangen. Noch im Dezember 1956 verabschiedete die Ständige Konferenz der Bildungsminister der Länder die Empfehlungen zur Ostkunde. Sie sollten die Politik der Nicht-Anerkennung der deutsch-polnischen Grenzveränderungen nach 1945 im ganzen Schulsystem einschließlich des Hochschulwesens propagieren und unterstützen.

Zur zweiten wichtigen Initiative zur deutsch-polnischen Schulbuchrevision kam es erst zehn Jahre später, im Zuge des ostpolitischen Wandels der Bundesrepublik. Dabei handelt es sich um zwei Konferenzen aus den Jahren 1969-1970, die der Direktor der Evangelischen Akademie in West-Berlin, Günter Berndt, organisierte. Der Tagungsort war kein Zufall. Die kirchlichen Kreise schenkten den deutsch-polnischen Beziehungen schon seit einiger Zeit besondere Aufmerksamkeit. Zu erinnern ist insbesondere an das Memorandum der Evangelischen Kirche von 1965 "Die Lage der Vertriebenen und das Verhältnis des deutschen Volkes zu seinen östlichen Nachbarn" und dasjenige der deutschen Katholiken um den "Bensberger Kreis" von 1968. Auf der ersten Konferenz, die im November 1969 stattfand, wurden die Ergebnisse einer Analyse vorgestellt, die westdeutsche Schulbücher im Hinblick auf ihre Darstellung der deutsch-polnischen Beziehungen untersucht hatte. Diese Analyse wurde von Historikern, Geographen und Psychologen der jüngeren Generation erstellt. Darin wurde einstimmig festgestellt, dass die "Veröffentlichung dieser westdeutschen Schulbuchtexte in Polen die Verständigung gegenwärtig verhindern und auf lange Zeit unmöglich machen kann". [4]

Dieses schwarze Bild des Inhalts der damaligen westdeutschen Schulbücher wurde in der Schlussresolution der Konferenz zusätzlich betont: "Die untersuchten Schulbücher und Atlanten geben keine sachliche Aufklärung über die politische, staatliche und gesellschaftliche Wirklichkeit Polens. Wesentliche Tatsachen werden ausgelassen und unwesentliche Einzelheiten in unangemessener Breite ausgeführt. Die verwendete Sprache ist stark gefühlsbetont und fördert eine kritiklose Denkhaltung. Zahlen, Daten, Statistiken und Vorgänge werden in einer Terminologie dargeboten, die den Anschein der Sachlichkeit erweckt, jedoch deutlich tendenziös wertet. Die Einseitigkeit wird besonders deutlich in der Auswahl der Erlebnisberichte und Bilder. Die antikommunistische Einstellung und die Darstellung des polnischen Volkes als negatives Objekt im Freund-Fein-Schema konservieren die Vorstellungen des Kalten Krieges." [5] Die Konferenzdiskussionen und die abschließende Resolution weckten großes Interesse in der deutschen Gesellschaft. Dies bewegte den Direktor der Akademie, Berndt, zur Gründung eines Arbeitskreises, der unter dem Namen "Arbeitskreis Nachbar Polen" bekannt wurde.

Ein Jahr später, im November 1970, organisierte Berndt eine zweite Konferenz zum Thema "Deutschland im polnischen Schulbuch". An dieser Konferenz nahmen zum ersten Mal polnische Wissenschaftler teil. Ein Referat hielt u. a. Prof. G. Labuda über "Das Bild des Deutschen und der deutsch-polnischen Beziehungen in den polnischen Schulbüchern". Die Konferenzteilnehmer hatten darüber hinaus die Möglichkeit, über ein noch nicht veröffentlichtes Buch zur Staatsbürgerkunde von Prof. Wladyslaw Markiewicz zu diskutieren. Besonders diese Publikation – der Entschluss Markiewiczs, diesen Text bereits vorab zugänglich zu machen, war ein völliges Novum – rief großes Interesse unter den Konferenzteilnehmern und große Anerkennung für den Mut des Verfassers hervor. Infolge der Arbeit in den Arbeitsgruppen und der Diskussion auf dem Plenum verfassten die Teilnehmer eine Resolution, die u. a. die Gründung einer Schulbuchkommission forderte und einen Appell an die westdeutsche Öffentlichkeit, an das Außenministerium der Bundesrepublik, an den Deutschen Bundestag und an die Landesregierungen richtete, die notwendigen Voraussetzungen hierfür zu schaffen.

Die Beobachtungen und Schlussfolgerungen der beiden Berliner Konferenzen, die die Notwendigkeit deutsch-polnischer Schulbuchgespräche betonten, wurden von demoskopischen Erkenntnissen nur allzu deutlich unterstrichen. 1970 wurde eine Meinungsumfrage zum Polenbild unter Hamburger Volksschulabgängern durchgeführt. Die Schüler bezeichneten Polen als unsympathisch, und nannten ihre Bewohner primitiv, brutal, hinterlistig, kalt, unfreundlich. Vor Politikern, Schulbuchautoren und Lehrern stand also die große Herausforderung zur radikalen Veränderung der Schulbuchinhalte, die das Ergebnis der jahrelangen Vernachlässigung und Ignoranz für die Bedeutung des Nachbarn im Osten waren.

Fußnoten

1.
Enno Meyer, Wie ich dazu gekommen bin: Die Vorgeschichte der deutsch-polnischen Schulbuchgespräche 1948-1971, Braunschweig 1988, S. 21.
2.
Enno Meyer, Über die Darstellung der deutsch-polnischen Beziehungen im Geschichtsunterricht. Sonderdruck aus dem Jahrbuch für Geschichtsunterricht 1956, Braunschweig 1956, S. 1.
3.
Gerard Labuda, Rozmowy podręcznikowe [Die Schulbuchgespräche], in: idem, Polsko-niemieckie rozmowy o przeszłości. Zbiór rozpraw i artykułów [Die deutsch-polnischen Gespräche über die Vergangenheit. Studien- und Aufsatzsammlung], Poznań 1996, S. 461.
4.
Resolution der Schulbuchtagung „Polen im Unterricht”, in: Polen – ein Schauermärchen oder Gehirnwäsche für die Generationen. Geschichtsschreibung und Schulbücher. Beiträge zum Polenbild der Deutschen, hrsg. von Günter Berndt und Reinhard Strecker, Hamburg 1991, s. 107.
5.
Ibidem.

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