Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.

Volksgemeinschaft - Ausgrenzungsgemeinschaft

In Kooperation mit der Universität Flensburg und der Humboldt-Universität zu Berlin veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung / bpb zu Beginn dieses Jahres zum vierten Mal die Konferenz zur Holocaustforschung. Diesmal thematisch im Fokus: „Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933“. Auf der Konferenz präsentieren internationale Experten im dbb-Forum Berlin den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse um Eingrenzungs- und Ausgrenzungsprozesse, die schließlich in die Massenvernichtung mündeten.

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Rainer Rother bei seinem Vortrag "Schlager und Film als Vergemeinschaftungsmedien".

Josephine Evens am 29.01.2013

Film und Schlager gegen Langeweile und Trübsal

Happy Ends, Klischees und Illusionen: Dr. Rainer Rother von der Stiftung Deutsche Kinemathek Berlin erklärt in seinem Vortrag, wie die nationalsozialistische Filmindustrie unter Propagandaminister Joseph Goebbels mit leichter Unterhaltung zur Vergemeinschaftung beigetragen hat – und wie erfolgreich sie damit war.

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Jaana Müller am 28.01.2013

Der Film im Nationalsozialismus beginnt mit der Ausgrenzung

Laut Dr. Rainer Rother, Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, gibt es nicht nur den einen Film im Nationalsozialismus. Neben Unterhaltungsfilmen, spielte der nationalsozialistische Anspruch und auch die Forderung nach mehr Zeitgeist eine Rolle. Im Interview mit Miriam Menzel erklärt er, dass Filme in der NS-Zeit keine Einheit bildeten. Möglicherweise hätten sie denselben Korpus, der allerdings diversifiziert und mit verschiedenen Ansprüchen verbunden gewesen sei.

Rainer Rother von der Stiftung Deutsche Kinemathek im Gespräch mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Konnte man nur Täter oder Opfer sein?

"Viele waren beides zugleich", meint Prof. Dr. Daniel Feierstein, National Scientific and Technical Research Council, auf diese Frage von Miriam Menzel. Man könne nicht nur in gut und böse kategorisieren, wenn man den Nationalsozialismus betrachte. Feierstein verweist auch auf den Modellcharakter der Konzentrationslager. Einige lateinamerikanische Staaten hätten sich daran den Transformationsprozess gesellschaftlicher Identitäten abgeguckt.

Daniel Feierstein im Gespräch mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Daniel Feierstein bei seinem Vortrag auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung.

Annika Meixner am 28.01.2013

Das paralysierende Grauen

Kann man Zuschauer sein in einer Gesellschaft, die Völkermord begeht? Dieser Frage geht Prof. Dr. Daniel Feierstein in einem Vortrag nach, der die Funktion der Gefängnisse der argentinischen Militärdiktatur mit den Folgen des NS-Lagersystems in den 1930er Jahren vergleicht.

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Jaana Müller am 28.01.2013

Die Verbindung von Körper und Emotion

Dr. Daniel Wildmann, Leo Baeck Institute London und Universität London, setzt sich mit der Frage auseinander, wie Emotionen transportiert werden. Im Interview mit Miriam Menzel erklärt er, dass durch das Teilen von Emotionen auch Normen geteilt werden können. Im Nationalsozialismus habe dies darüber funktioniert, dass eine Verbindung zwischen körperlichen Merkmalen und Emotionen stattgefunden habe, wodurch am Ende gemeinsame moralische Normen entstanden seien.

Daniel Wildmann im Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Dr. Daniel Wildmann unterstrich die Bedeutung von Emotionen bei der Bildung von moralischen Urteilen.

Eik Welker am 28.01.2013

Ekel als moralische Entlastung

Emotionen spielen bei der Bildung von Gemeinschaften eine große Rolle. Daniel Wildmann zeigt, wie im Nationalsozialismus mit dem Mittel des Films Emotionen erzeugt und mit antisemitischen Wertvorstellungen verknüpft wurden.

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Jaana Müller am 28.01.2013

Emanzipatorische Elemente des Nationalsozialismus

Für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe in Österreich habe der Nationalsozialismus gewisse Freiheiten geboten, so Dr. Elissa Mailänder, Centre d’Histoire de Sciences Po, im Interview mit Miriam Menzel. Dies habe insbesondere für junge Frauen gegolten, vorausgesetzt sie erfüllten die Rassen- und Erbkriterien.

Elissa Mailänder im Interview bei der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung in Berlin. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Elissa Mailänder bei ihrem Vortrag auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung.

Imke Emmerich am 28.01.2013

"Wie konnten sie nur?"

Wie junge Ostmärkerinnen mit dem Nationalsozialismus in Berührung kamen, sich in den Dienst des NS-Regimes stellten, dort Möglichkeiten zur individuellen Selbstentfaltung nutzten – und auch nach dem Krieg verbunden blieben: Darüber spricht Dr. Elissa Mailänder vom Centre d'Histoire de Sciences Po Paris.

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Publikum auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung

Josephine Evens am 28.01.2013

Aus Perspektive der Kollaborateure

"Gute Leute (Good People)" heißt der 2012 erschienene Zweite Weltkriegs-Roman des israelischen Autors Nir Baram. Im Gespräch mit dem Sozialpsychologen Christian Gudehus spricht Baram über sein Buch - und über die Frage: "Hätten wir besser gehandelt?"

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Jaana Müller am 28.01.2013

"Wie emotional der Antisemitismus argumentierte"

Uffa Jensen, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, thematisiert im Interview mit Miriam Menzel die emotionale Seite des Antisemitismus und Nationalsozialismus und geht dabei auf die Vorgeschichte der emotionalen und sozialen Beziehungen ein, die den Antisemitismus auch vor 1933 prägten. Auch heute sei es in der deutschen Gesellschaft noch immer ein Problem, emotional mit den Geschehnissen im Dritten Reich umzugehen. Die schwierig zu beantwortende Frage der Kollektivschuld schwinge dabei meist mit.

Auf der 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung interviewte Miriam Menzel Uffa Jensen zur Bedeutung von Emotionen im Nationalsozialismus und Antisemitismus. (© Bundeszentrale für politische Bildung)

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Programm

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung beleuchtet über drei Tage hinweg den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse um Eingrenzungs- und Ausgrenzungs- prozesse. Zum Konferenzthema finden zudem parallele Praxisforen statt. Das Programm finden Sie PDF-Icon hier als PDF

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So kommen Sie zur Konferenz:

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