Boykottaktion gegen jüdische Geschäfte am 1. April 1933. Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutet für die deutschen Juden von Anfang an eine antisemitische  Politik der Diskriminierung und Verdrängung.

24.1.2013

Jaana Müller

Jaana MüllerJaana Müller (© Jaana Müller)
Jaana Müller hat Soziologie und Politikwissenschaft in Tübingen studiert. Seit 2010 arbeitet sie bei der Kooperative Berlin als Redakteurin und Projektmanagerin.


Blogeinträge:

Ende der re:publica 2014: Aufbruch aus der Lethargie?

Jaana Müller am 04.06.2014

Farblose Nutzer, passive Konsumenten, graue Herren, die die Zeit zählen - Ist das die neue Netzgemeinde?

Was ist aus den Hoffnungen in die digitale Partizipation geworden? Sind wir mittlerweile eine digitale Weltgesellschaft? Oder ist das Internet kaputt und die Netzgemeinde müde und lethargisch wie Sascha Lobo sie bezeichnet? Drei Tage lang hat Netzdebatte auf der re:publica 14 nach Antworten gesucht. Weiter...

Interview mit Andrea Meyer

Jaana Müller am 09.05.2014

Verwechslung! Hass statt Freiheit

Um eine Petition zu unterschreiben oder mitzudiskutieren, müssen wir keinen Fuß mehr vor die Tür setzen. Schließlich sind wir vernetzt! Ein paar Klicks und den Namen hinterlassen: fertig. Teilhabe war scheinbar nie so einfach. Doch die Anonymität des Netzes lässt neben freier Meinungsäußerung auch Hatespeech (Hassrede) zu. Durch eine Online-Petition kamen etwa 5000 Kommentare zusammen, in denen freie Meinungsäußerung und Hatespeech „verwechselt“ wurden. Weiter...

Wolf Lotter über Zivilkapitalismus

Jaana Müller am 06.05.2013 [1 Kommentar]

Zivilkapitalismus!?

Wolf Lotter hat 15 Minuten Zeit zu erklären, was das ist: Zivilkapitalismus. In dem in Kürze erscheinenden Buch des Brand-Eins-Mitbegründers geht es um die Beziehung zwischen dem "Wir“ und dem anscheinend anderen "Der Wirtschaft“. Viel mehr noch geht es um "Kapitalismus – das böse Wort“, wie Lotter provozierend einführt. Weiter...

Auf einer Karte sind vor dem re:publica-Rednerpult verschiedene Start-Up-Projekte quer über den Kontinent visualisiert. In einigen Ländern finden sich viele Projekte, in anderen sind noch weiße Flecken zu sehen.

Jaana Müller am 06.05.2013

"Making stuff is hard – and it's harder when you are in Africa!“

In Afrika geht was, so die Botschaft von Keynote-Speaker Erik Hersman in seinem Vortrag. Die Aufbruchstimmung, die die Startup-Szene der Welt beseelt, hat längst auch die Menschen von Angola bis Zambia ergriffen. Weiter...

Jaana Müller am 28.02.2013

Impressionen von der Holocaustkonferenz

Drei Tage lang drehte sich im Berliner dbb-Forum alles um den wissenschaftlichen Diskurs rund um das Thema "Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933". Auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung sprachen Experten aus Theorie und Praxis unter anderem über Eingrenzungs- und Ausgrenzungsprozesse und die Bedeutsamkeit einer Volksgemeinschaft für die NS-Diktatur.

Die 4. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung widmete sich dem Fokus “Volksgemeinschaft – Ausgrenzungsgemeinschaft. Die Radikalisierung Deutschlands ab 1933″. Die Konferenz fand vom 27. bis 29. Januar 2013 im Berliner “dbb forum” statt. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 29.01.2013

Die Bedeutsamkeit kleiner Entscheidungen

Die Wirtschaft im Nationalsozialismus zeige in besonderem Maße die Willkür und Gewaltsamkeit der Ausgrenzung. Das erklären Benno Nietzel, Universität Bielefeld, und Christoph Kreutzmüller, Humboldt Universität zu Berlin, im Interview. Ausgrenzung finde hier in aller Öffentlichkeit statt wie die Boykott-Aktionen gegen jüdische Geschäfte zeigten. Kleine Entscheidungen von Einzelpersonen darüber, ob sie jüdische Geschäfte meiden oder treue Kunden bleiben, hätten hier große Auswirkungen gehabt.

Christoph Kreutzmüller und Benno Nietzel im Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 29.01.2013

"Ein Ort der bunt und farbig ist"

Die Jugend ist laut Jan Krebs die Lebensphase, in der Weichen, z.B. für Toleranz und Weltoffenheit, gestellt werden. In seiner Arbeit als Leiter des Projekts 7 x jung – Dein Trainingsplatz für Zusammenhalt und Respekt bei Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland werde versucht, dies über spielerische Übungen zu erreichen. Es gelte, dem grauen Antlitz der Theorie zu entfliehen, um die Vorstellungskraft der Jugendlichen für geschichtliche Ereignisse anzuregen, denn: "Jeder kann etwas tun. Jeder kann Gesicht zeigen."

Jan Krebs, Gesicht Zeigen!, im Video-Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 29.01.2013

Zum Opfer gemacht

Laut Dr. Wolf Kaiser, Haus der Wannsee-Konferenz, sind Zuschauer, Täter, Opfer und Helfer keine Personen, sondern Positionen. Im Nationalsozialismus habe es die Möglichkeit gegeben, diese Positionen zu wechseln. Aus Zuschauern hätten so beispielsweise Helfer werden können. Allerdings seien die Spielräume hier unterschiedlich gewesen: Wer von den Nationalsozialisten zum Opfer gemacht worden sei, hätte kaum eine Chance gehabt, diese Position wieder zu ändern.

Dr. Wolf Kaiser, Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin, im Gespräch mit Miriam Menzel (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Es geht nicht ohne sie

Zwar habe es während der NS-Zeit eine leichte Verdrängung von Frauen aus dem Arbeitsmarkt gegeben, aber man könne in einer Industriegesellschaft, im Handel und der Landwirtschaft nicht auf sie verzichten. Prof. Dr. Elizabeth Harvey, University of Nottingham, erläutert im Interview mit Miriam Menzel, warum es zwar beispielsweise Kritik am Wahlrecht der Frauen gab, dies aber nicht zu einer stärkeren Unterdrückung führte. Denn ohne ihre Hilfe hätte es keine Massenbewegung gegeben.

Elizabeth Harvey im Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Der Film im Nationalsozialismus beginnt mit der Ausgrenzung

Laut Dr. Rainer Rother, Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen, gibt es nicht nur den einen Film im Nationalsozialismus. Neben Unterhaltungsfilmen, spielte der nationalsozialistische Anspruch und auch die Forderung nach mehr Zeitgeist eine Rolle. Im Interview mit Miriam Menzel erklärt er, dass Filme in der NS-Zeit keine Einheit bildeten. Möglicherweise hätten sie denselben Korpus, der allerdings diversifiziert und mit verschiedenen Ansprüchen verbunden gewesen sei.

Rainer Rother von der Stiftung Deutsche Kinemathek im Gespräch mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Die Verbindung von Körper und Emotion

Dr. Daniel Wildmann, Leo Baeck Institute London und Universität London, setzt sich mit der Frage auseinander, wie Emotionen transportiert werden. Im Interview mit Miriam Menzel erklärt er, dass durch das Teilen von Emotionen auch Normen geteilt werden können. Im Nationalsozialismus habe dies darüber funktioniert, dass eine Verbindung zwischen körperlichen Merkmalen und Emotionen stattgefunden habe, wodurch am Ende gemeinsame moralische Normen entstanden seien.

Daniel Wildmann im Interview mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Konnte man nur Täter oder Opfer sein?

"Viele waren beides zugleich", meint Prof. Dr. Daniel Feierstein, National Scientific and Technical Research Council, auf diese Frage von Miriam Menzel. Man könne nicht nur in gut und böse kategorisieren, wenn man den Nationalsozialismus betrachte. Feierstein verweist auch auf den Modellcharakter der Konzentrationslager. Einige lateinamerikanische Staaten hätten sich daran den Transformationsprozess gesellschaftlicher Identitäten abgeguckt.

Daniel Feierstein im Gespräch mit Miriam Menzel auf der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Emanzipatorische Elemente des Nationalsozialismus

Für eine bestimmte Bevölkerungsgruppe in Österreich habe der Nationalsozialismus gewisse Freiheiten geboten, so Dr. Elissa Mailänder, Centre d’Histoire de Sciences Po, im Interview mit Miriam Menzel. Dies habe insbesondere für junge Frauen gegolten, vorausgesetzt sie erfüllten die Rassen- und Erbkriterien.

Elissa Mailänder im Interview bei der 4. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung in Berlin. (© 2013 Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jaana Müller am 28.01.2013

Was wird von uns erwartet?

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, erklärt im Interview mit Miriam Menzel, warum die Holocaustforschung immer neue Erkenntnisse auf den Weg bringt, wie daraus mögliche Impulse für die Praxis der politischen Bildung gewonnen werden können und welche Programmpunkte er mit Spannung erwartet. Daneben macht er darauf aufmerksam, dass es auch heute Gefährdungen für die Demokratie gibt, die frühzeitig erkannt werden müssen. Dazu könne eine solche Konferenz beitragen.