Bei strömenden Regen beten Teilnehmer auf einer Straße am Bahnhof Dammtor in Hamburg vor dem Beginn einer Kundgebung des umstrittenen salafistischen Predigers Pierre Vogel. Der islamistische Prediger hatte zu einer Kundgebung aufgerufen, an der nach Polizeiangaben etwa 1100 Teilnehmer teilnahmen.

30.6.2014

"Dialog macht Schule" - Das Bildungsprogramm für Schulen in der Einwanderungsgesellschaft

Hassan Asfour und Siamak Ahmadi berichten über das Bildungsprogramm "Dialog macht Schule".Hassan Asfour und Siamak Ahmadi berichten über das Bildungsprogramm "Dialog macht Schule". (© Tobias Vollmer/bpb)
Eine Klasse – vier Dialogmoderatoren. Das ist die Grundidee von "Dialog macht Schule". Hassan Asfour und Siamak Ahmadi stiegen selbst als Dialogmoderatoren ein und sind heute die Geschäftsführer der gGmbH "Dialog macht Schule", die es bisher in Berlin, Wuppertal, Stuttgart und bald auch in Hamburg und Hannover geben wird. Über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren behandeln vier Dialogmoderatoren, häufig selbst mit Migrationshintergrund und zwischen 20 und 25 Jahren, mit Schülerinnen und Schülern einer Klasse die Themen Identität, Heimat, Religion und Nahostkonflikt. Sie arbeiten an sogenannten segregierten Schulen, also denjenigen, an denen mindestens die Hälfte der Schülerinnen und Schülern einen Migrationshintergrund hat. In Kombination mit einer homogenen Lehrerschaft sind dort Spannungen und Wertekonflikte zwischen den beiden Gruppen vorprogrammiert. Umso besser ist es, dass die Dialogmoderatoren häufig von Klassenlehrern angesprochen werden, die einen Ansprechpartner suchen.

In der Praxis sieht das dann so aus: Die Dialogmoderatoren betreuen 90 Minuten pro Woche, die in den Unterrichtsalltag integriert werden, ihre Klassen. So spannend ihr Angebot sei, sagt Siamak Ahmadi mit einem Augenzwinkern, mit Fußball und Tischtennis am Nachmittag wollen sie nicht konkurrieren. Als Beispiel für die Probleme in Klassen fällt das Stichwort "Defizitorientiertheit": Die Jugendlichen mit Migrationshintergrund haben das Gefühl, die Verliererrolle in der Gesellschaft zu haben und nehmen oftmals eine Opferrolle ein. In diesen Fällen versuchen die Dialogmoderatoren, die interkulturellen Fähigkeiten als Besonderheit hervorzuheben und so neues Selbstbewusstsein zu schaffen. Die Veröffentlichung des Mohammed-Videos 2012 und den großen Protest der Schülerinnen und Schüler gegen die Darstellung der Muslime in den Medien nahmen die Dialogmoderatoren als Anlass, die Rolle der Muslime in der Gesellschaft aus ihrer Sicht darzustellen. Durch Gespräche mit den Dialogmoderatoren und der Sensibilisierung der Klasse für dieses Thema beschlossen sie, gemeinsam eigene Videos zu produzieren: Und so entstanden Kurzclips mit den Themen Gerechtigkeit, Islam, Heimat und Identität, die in der Schule präsentiert wurden. Dadurch wiederum entwickelte sich Anerkennung der Schülerinnen und Schüler dieser Klasse im öffentlichen Raum Schule.

Mehr unter www.dialogmachtschule.de


Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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SR 1454: Salafismus
Schriftenreihe (Bd. 1454)

Salafismus

Salafismus – ein schillernder Begriff, mit dem vielfach eine extreme Auslegung des Islam verbunden wird. Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Salafismus in großer thematischer Breite und fragt nach den Konsequenzen, die das Phänomen Salafismus im 21. Jahrhundert für Politik und Gesellschaft hat.

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Islamische Jugendkulturen in Deutschland

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Das Thema Salafismus bewegt die Öffentlichkeit. So trafen sich beispielsweise am Montag und Dienstag im Collegium Leoninum mehr als 150 Journalisten, Vertreter der Jugendarbeit und Schulen, von Polizei und Verwaltung sowie aus muslimischen Gemeinden zur Tagung "Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung".

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Teaserbild Newsletter Migration und Bevölkerung
Migration und Bevölkerung Ausgabe 5/2012

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Bei einer Kundgebung der rechtsextremen Partei Pro NRW Anfang Mai ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von Salafisten wollte die islamfeindlichen Demonstranten angreifen und lieferte sich Kämpfe mit der Polizei. Politiker forderten nach den Vorfällen ein Verbot der Salafisten in Deutschland.

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