Der Garten der Gerechten in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem

Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands

In Kooperation mit dem "Kulturwissenschaftlichen Institut Essen" und der "Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand" veranstaltete die Bundeszentrale für politische Bildung / bpb vom 27. bis 29. Januar zum dritten Mal die Konferenz zur Holocaustforschung. Diesmal thematisch im Fokus: "Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands". Auf der Konferenz präsentieren internationale Experten im dbb-Forum Berlin den aktuellen Stand wissenschaftlicher Diskurse der Helferforschung.

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Die Gerechten

In der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem werden seit 1962 die "Gerechten unter den Völkern" geehrt - Menschen, die Juden während des Holocaust das Leben gerettet haben. Irena Steinfeldt, Direktorin der Abteilung "Gerechter unter den Völkern" in der Gedenkstätte, erläutert, was einen "Gerechten unter den Völkern" vor anderen Helfern auszeichnet.

Irena Steinfeldt spricht über die "Gerechten unter den Völkern", Menschen, die während des Holocaust Juden vor Verfolgung und Tod retteten. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Überlebenschancen in Zahlen

Die Opferzahlen in den von Deutschen besetzten Ländern fallen unterschiedlich aus. In Ländern Osteuropas wurden über 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung ermordet, in den Niederlanden 67 Prozent, in Frankreich waren es 25 Prozent. Ethan Hollander, Assistant Professor für Politikwissenschaften am Wabash College in Crawfordsville, Indiana (USA), führt aus, wie die unterschiedlichen Zahlen zu erklären sind.

Zwischen Implementation und Unterlaufung: Das Ausmaß der Deportationen in von Deutschland besetzten Ländern hing davon ab, wie unmittelbar die Regierung des jeweiligen Landes dem Nazi-Regime unterstand, sagt Ethan Hollander. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Traditionen der Hilfe

Hilfe kommt nicht aus dem Nichts. Bob Moore, Professor für Geschichte des 20. Jahrhunderts an der University of Sheffield (UK), hat die Hilfsaktionen in Westeuropa erforscht und ist dabei auf Traditionslinien gestoßen, die zum Teil bis ins Mittelalter reichen. Hilfe konnte sich aber auch auf lokale Netzwerke stützen, die schon vor der deutschen Besetzung existierten. Wo es solche gewachsenen Strukturen gab, war Hilfe eher möglich.

Warum wurden in einigen Städten und Dörfern in Westeuropa viele Juden von Einwohnern versteckt und vor dem Tod gerettet - und in anderen nicht? Dieser Frage geht Bob Moore im Interview nach. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)


Einen Bericht über den Vortrag von Bob Moore finden Sie hier.

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Die spanische Diplomatie und der Holocaust

Spanische Diplomaten spielten bei ihren Rettungsaktivitäten oft eine ambivalente Rolle. Alejandor Baer, Assistant Professor am Institut für Sozialanthropologie an der Universidad Complutense de Madrid, hat ihre Handlungsspielräume genauer erforscht, um auszuloten, wie weit ihr Einsatz politischen Mythisierungen zum Trotz tatsächlich reichte.

“Das Gute ist keine absolute Kategorie, sie hat etwas Brüchiges, Ambivalentes, und auch Zufälliges." Diese Schlussfolgerung zieht Alejandro Baer aus seiner Betrachtung der Judenrettung spanischer Diplomaten während des Holocausts. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Bob Moore (zweiter von rechts) bei der Podiumsdiskussion

Anna Wandschneider am 28.01.2011

"Netzwerke entstehen niemals spontan"

Bob Moore, Professor für Geschichte an der Universität in Sheffield, über organisierte Judenrettung in Westeuropa und die Vorgeschichte von Hilfsnetzwerken.

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Natan Sznaider

Jaana Müller am 28.01.2011

"Wer von Retten und Rettung spricht, spricht auch von der Moderne"

Natan Sznaider spricht in seinem Podiumsvortrag über Motive und Gestalt von Rettern, die so vielschichtig wie ihre Handlungsalternativen sein können.

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Wolfram Wette, Barbara Schieb und Dennis Riffel

Malina Emmerink am 28.01.2011

"1945 war für die meisten Menschen nicht die Befreiung, es war etwas anderes.

In der ersten Podiumsdiskussion der Konferenz zur Holocaustforschung zu Helfern und Rettern diskutierten Wolfram Wette, Barbara Schieb und Dennis Riffel gemeinsam mit dem Plenum über räumliche Schwerpunkte von Helfernetzwerken, die wissenschaftliche Erforschung von Retterbiographien, das "Schweigen der Retter" nach 1945 und die Berliner Ehrungsinitiative "Unbesungene Helden" von 1958.

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Raphael Rothenberger am 11.09.2014

Humane Überzeugungen im militärischen Einsatz

Auch in der Wehrmacht gab es Handlungsspielraum für Zivilcourage. Wolfram Wette referierte über die Möglichkeiten, zwischen Befehl und Gehorsam zu helfen.

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Harald Welzer

Vanessa Stahl am 28.01.2011

Helfer werden nicht als Altruisten geboren

Harald Welzer referierte über das heterogene Feld der Helferforschung und die Bedeutsamkeit situativer Faktoren für eine Entscheidung für oder gegen das Helfen.

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Jaana Müller am 27.01.2011

Der erste Tag der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung

Thomas Krüger begrüßt die Teilnehmer der KonferenzDer erste Tag der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Vorträge, Diskussionen, Konzert: der erste Konferenztag in Bildern

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