Der Garten der Gerechten in der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem

3.2.2011

Jochen Thermann


Blogeinträge:

Jochen Thermann am 03.02.2011

Impressionen

Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands standen im Mittelpunkt der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung. Das Video von Johannes Girke lässt drei Tage intensiver Auseinandersetzung noch einmal Revue passieren.

Warum und wie wurde jemand Helfer, Retter oder Netzwerker im Nationalsozialismus und welche Schlüsse ziehen wir daraus für Gegenwart und Zukunft? Dies waren Themen der 3. Internationalen Konferenz zur Holocaustforschung vom 27. bis 28. Januar 2011 in Berlin. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 29.01.2011

Genderreflektierter Ansatz

Geschlechterrollen bestimmen den Menschen. Ein Bewusstsein für diese grundlegende Bestimmung soll auch für historisch-politische Zusammenhänge geweckt werden. Angelika Meyer, Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, und Heike Radvan, Mitarbeiterin der Amadeu Antonio Stiftung, skizzieren diesen Ansatz im Interview.

Geschlechterrollen bestimmen den Menschen. Ein Bewusstsein hierfür soll auch in der politischen Bildungsarbeit zum Thema Rassismus geweckt werden. Angelika Meyer und Heike Radvan skizzieren diesen Ansatz im Interview. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 29.01.2011

Herausforderungen der Gegenwart

Verbrechen an der Menschlichkeit wurden während des Holocaust nicht zuletzt von Beamten verübt. Marcus Appelbaum arbeitet für das Holocaust Memorial Museum in Washington in der Abteilung "Law, Justice and Society Initiatives". Im Gespräch erläutert er die Relevanz der Erinnerung für Polizisten und Richter in einer demokratischen Gesellschaft.

Marcus Appelbaum will Richter und Polizisten dazu bringen, sich über ihre eigene Rolle in der Gesellschaft bewusst zu werden - und aus dem Missbrauch ihrer Machtposition, der während des Holocaust stattgefunden hat, zu lernen. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 29.01.2011

Zuschauer des Massenmords

Ingrid Vilkiene untersuchte das Verhalten der litauischen Bevölkerung während der Verbrechen unter deutscher und sowjetischer Besatzung. Sie arbeitet für die "International Commission for the Evaluation of the Crimes of the Nazi and Soviet Occupation in Litzuania" und beschreibt im Interview, warum die Rolle des “unbeteiligten” Zuschauers für viele die einfachste Verhaltensweise darstellte.

Ingrida Vilkiene über die Rolle von Mitläufern in Litauen während der Besatzung des Landes durch das NS-Regime. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 29.01.2011

Das Böse und das Heldenhafte

Philip G. Zimbardo, emeritierter Professor der Stanford University, ist durch das Stanford Prison Experiment berühmt geworden. Im Gespräch äußert er sich darüber, wie Systeme normale Menschen zu bösartigem Handeln verführen. In einem neuen Projekt beschäftigt er sich mit dem Gegenmodell – mit Wegen, Menschen durch Vorbilder und Helden des Alltags zu couragiertem Handeln zu animieren.

Philip Zimbardo, Begründer des Stanford-Prison-Experiments, über die Bedingungen des "Bösen" und die Möglichkeit, gesellschaftlichen Widerstand zu stärken. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Die spanische Diplomatie und der Holocaust

Spanische Diplomaten spielten bei ihren Rettungsaktivitäten oft eine ambivalente Rolle. Alejandor Baer, Assistant Professor am Institut für Sozialanthropologie an der Universidad Complutense de Madrid, hat ihre Handlungsspielräume genauer erforscht, um auszuloten, wie weit ihr Einsatz politischen Mythisierungen zum Trotz tatsächlich reichte.

“Das Gute ist keine absolute Kategorie, sie hat etwas Brüchiges, Ambivalentes, und auch Zufälliges." Diese Schlussfolgerung zieht Alejandro Baer aus seiner Betrachtung der Judenrettung spanischer Diplomaten während des Holocausts. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Traditionen der Hilfe

Hilfe kommt nicht aus dem Nichts. Bob Moore, Professor für Geschichte des 20. Jahrhunderts an der University of Sheffield (UK), hat die Hilfsaktionen in Westeuropa erforscht und ist dabei auf Traditionslinien gestoßen, die zum Teil bis ins Mittelalter reichen. Hilfe konnte sich aber auch auf lokale Netzwerke stützen, die schon vor der deutschen Besetzung existierten. Wo es solche gewachsenen Strukturen gab, war Hilfe eher möglich.

Warum wurden in einigen Städten und Dörfern in Westeuropa viele Juden von Einwohnern versteckt und vor dem Tod gerettet - und in anderen nicht? Dieser Frage geht Bob Moore im Interview nach. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)


Einen Bericht über den Vortrag von Bob Moore finden Sie hier. Weiter...

Jochen Thermann am 28.01.2011

Überlebenschancen in Zahlen

Die Opferzahlen in den von Deutschen besetzten Ländern fallen unterschiedlich aus. In Ländern Osteuropas wurden über 90 Prozent der jüdischen Bevölkerung ermordet, in den Niederlanden 67 Prozent, in Frankreich waren es 25 Prozent. Ethan Hollander, Assistant Professor für Politikwissenschaften am Wabash College in Crawfordsville, Indiana (USA), führt aus, wie die unterschiedlichen Zahlen zu erklären sind.

Zwischen Implementation und Unterlaufung: Das Ausmaß der Deportationen in von Deutschland besetzten Ländern hing davon ab, wie unmittelbar die Regierung des jeweiligen Landes dem Nazi-Regime unterstand, sagt Ethan Hollander. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Die Gerechten

In der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem werden seit 1962 die "Gerechten unter den Völkern" geehrt - Menschen, die Juden während des Holocaust das Leben gerettet haben. Irena Steinfeldt, Direktorin der Abteilung "Gerechter unter den Völkern" in der Gedenkstätte, erläutert, was einen "Gerechten unter den Völkern" vor anderen Helfern auszeichnet.

Irena Steinfeldt spricht über die "Gerechten unter den Völkern", Menschen, die während des Holocaust Juden vor Verfolgung und Tod retteten. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 28.01.2011

Das Wunder der Rettung

Natan Sznaider, Professor für Soziologie am Academic College in Tel Aviv, Israel, erläutert einen Aspekt der Hilfe, der nicht weiter erklärbar ist. Im Rückgriff auf Hanna Arendt spricht er von einer sakralen Dimension, einem Akt, der an die Grenzen des Verständnisses reicht.

Für den Soziologen Natan Sznaider kommt die Holocaust-Forschung an die wahre Problematik der Rettung nicht heran. Denn es gibt da einen Moment des Sakralen und Transzendentalen, der kaum zu erklären ist... (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 27.01.2011

Der Feldwebel Anton Schmid

Die Fallgeschichten der Hilfe sind höchst unterschiedlich und situationsabhängig. Wolfram Wette, Professor für Neueste Geschichte am "Historischen Seminar" der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br., hat in seinem Vortrag dargestellt, dass selbst in der Wehrmacht Hilfe für Juden möglich war. Die Geschichte des Feldwebels Anton Schmid ist eine der wenigen Beispiele für Hilfe für Juden während des Krieges. Sie zeigt, dass auch dort, "wo man es am wenigsten erwartet hätte, Handlungsspielräume für Retter im Vernichtungskrieg der Wehrmacht" existierten -- gemäß dem Titel des Vortrags von Wolfram Wette.

In der Wehrmacht gab es zwischen Befehl und Gehorsam einen kleinen Spielraum, der von wenigen mutigen Soldaten genutzt wurde, um denen zu helfen, die in Zeiten der NS-Diktatur verfolgt wurden. Darüber spricht Wolfram Wette im Interview. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 27.01.2011

"Jeder konnte Helfer werden"

Barbara Schieb, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin, bringt einen wichtigen Befund der Helferforschung noch einmal auf den Punkt. Hilfe konnte von jedem ausgehen. Die zahlreichen Helfergeschichten, die in der Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin gesammelt werden, zeigen ein vielfältiges Bild der Hilfsmöglichkeiten für Juden, die im nationalsozialistischen Deutschland versteckt leben mussten.

Während des Zweiten Weltkrieges gab es immer wieder Einzelpersonen, die Juden auf unterschiedliche Weise halfen und das Leben retteten. Wer waren diese "stillen Helfer"? Darüber spricht Barbara Schieb im Interview. (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 27.01.2011

Helfer aus allen Schichten

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, spricht über die Motive der Helfer, ihre unterschiedliche soziale Herkunft und die Bedeutung der Helfergeschichten für die Gegenwart.

Der bpb-Präsident über die Motive der Helfer, ihre unterschiedliche soziale Herkunft und die Bedeutung der Helfergeschichten für die Gegenwart. Was können wir aus ihren Geschichten lernen? (© 2011 Kooperative Berlin und Bundeszentrale für politische Bildung)

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Jochen Thermann am 27.01.2011

Triumphal und tragisch

Ladislaus Löb überlebte den Holocaust dank des Einsatzes von Rezső Kasztner. Kasztner verhandelte mit der SS und es gelang ihm, mehr als 1700 ungarische Juden aus dem Konzentrationslager freizukaufen. Trotz dieser Rettung galt Kasztner in Israel vielen als Kollaborateur — 1957 fiel er einem Attentat in Isreal zum Opfer. Ladislaus Löb bemüht sich in seinem Buch "Geschäfte mit dem Teufel. Die Geschichte des Judenretters Rezső Kasztner" um eine Rekonstruktion der Rettungsgeschichte, die für Löb zugleich ein Stück eigener Biographie darstellt.