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"Es gab sie, aber es gab sie selten." | Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands | bpb.de

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"Es gab sie, aber es gab sie selten."

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Thomas Krüger über Retter, Helfer und die Bedeutung von Zivilcourage im Kontext historisch-politischer Bildung

Thomas Krüger Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Mit einer Einladung "zum Nachdenken, zum Fragen und zur Diskussion" eröffnet Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, die 3. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung am heutigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Der jüdische Intellektuelle Victor Klemperer vermutete schon im September 1936, dass dem "jüdische[n] Traum von Deutschsein" ein böses Erwachen folgen würde. In der Zeit dieser "bitterste[n] Erkenntnis" bündelten sich wie in einem Brennglas Szenen eines Zeitenwechsels, so Krüger.

Der Holocaust als tiefer Riss, als "Zivilisationsbruch", wurde intensiv und vielschichtig erforscht, dennoch bleiben damit zusammenhängende Diskussionen und Fragen aktuell. Den universitären Forschungsstand einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, Interesse zu wecken und die Aufarbeitung der Vergangenheit weiter anzuregen, sei einer der Schwerpunkte der Bundeszentrale für politische Bildung, die in Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und der Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin die dreitägige Konferenz ausrichtet. Im Fokus stehen dabei die "Helfer, Retter und Netzwerker des Widerstands", jene Menschen, die sich "dem Nazi-Regime verweigert haben, ihm politisch entgegentraten oder [...] sich empört haben, [...] die in einer Zeit der Unmenschlichkeit [...] den Anstand behielten und sich dem Werteverfall entgegen stellten." Sie seien keineswegs in der Mehrheit gewesen, "es gab sie, aber es gab sie selten", so Krüger.

Die 3. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung möchte auch einen Beitrag zur Erinnerungskultur in unserem Land leisten, sagt Thomas Krüger.

"Warum und wie jemand Helfer, Retter oder Netzwerker des Widerstands im Nationalsozialismus wurde, was sie oder ihn davon abhielt und welche Schlüsse wir aus diesen Fragen für Gegenwart und Zukunft ziehen können", seien essenzielle Fragen für die historisch-politische Bildung. Sie werden im Zentrum des "Praxisforums Zivilcourage" im Anschluss an die Konferenz am 29.01. stehen.

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