Erinnern lernen. Lernen durch Erinnern - Dossierbild Dokumentation

28.5.2015 | Von:
Jana Ehret

Eröffnungsrede/Grußwort von Sylvia Löhrmann

In ihrer Eröffnungsrede unterstrich Sylvia Löhrmann die Bedeutung der Shoah als Dreh- und Angelpunkt der Erinnerungskultur in Deutschland. Die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule und Weiterbildung stellte allerdings auch klar, dass die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht automatisch zu demokratischen und toleranten Einstellungen führt: "Niemand wird als Demokrat oder Demokratin geboren. Und niemand garantiert, dass jemand, der demokratisch erzogen wird, dies auch bleibt". Die Kernaufgabe der Schule sei es daher, Freiheit, Toleranz, Frieden, Gerechtigkeit und Demokratie als Grundwerte unserer Gesellschaft zu vermitteln.

PDF-Icon Rede Sylvia Löhrmann

Begrüßung durch Kultusministerin Sylvia LöhrmannBegrüßung durch Kultusministerin Sylvia Löhrmann (© Mareike Bier)

Eine umfassende und nachhaltige historisch-politische Bildung soll ermöglichen, die junge Generation für unsere Demokratie zu gewinnen und sie gegen die Angst und Verführung falscher Versprechen zu stärken. "Entscheidend ist es, Menschenfreundlichkeit und Demokratie in den Herzen und in den Köpfen junger Menschen so zu stärken, dass sie gegen extremistische Verführungen, gegen Rassismus, Antisemitismus und Antiziganismus immun sind", fasst Löhrmann zusammen.

Auf Initiative Löhrmanns, die 2014 die Präsidentschaft in der KMK inne hatte, erarbeitete die KMK ihre Empfehlung zum Thema Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule und verabschiedete sie im Dezember 2014. In ihrem Grußwort bekräftigt Frau Löhrmann die Bedeutung, die das Thema Umgang mit Erinnerungskultur und die Empfehlung für sie hat. Vor dem Hintergrund einer multikulturell geprägten Gesellschaft in Deutschland ist der Kerngedanke des Beschlusspapiers laut der Ministerin Multiperspektivität. Obgleich die besondere deutsche Verantwortung immer deutlich werden müsse, ermöglichen multiperspektivische Ansätze, die unterschiedlichen Geschichtsverständnisse, -erfahrungen und -bewertungen der Schülerinnen und Schüler in den Unterricht einzubinden. Des Weiteren plädiert die KMK-Empfehlung für kultursensible Zugänge: "Deutschland in der Welt – die Welt in Deutschland" sei eine Formel, die es vielleicht vermag, das Miteinander und die Vielfalt des Erinnerns in all seinen Facetten zu erfassen.

Zum Abschluss lädt Löhrmann alle Teilnehmenden ein, ihre Ideen in die Entwicklung einer demokratischen Schul- und Unterrichtsentwicklung einzubringen. Es sei dabei wichtig, sich auf eine Reise in die Vergangenheit einzulassen, um die Vielfalt möglicher Ansätze zu entdecken und Bildungsprofile zu gestalten. Mit der inner- und außerschulischen Bildungsarbeit, die an Schulen, Gedenkstätten, Archiven und Museen geleistet wird, zeigt sich die Ministerin höchst zufrieden und dankt den Beteiligten: "Dieses Engagement müssen und wollen wir stärken. Das sind wir unserer deutschen Gesellschaft und das sind wir der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen schuldig."

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